Beliebter Sport in Griechenland: Von Dromos und Pentathlon zu Fußball und Basketball

Beliebter Sport in Griechenland: Von Dromos und Pentathlon zu Fußball und Basketball.

Fussballstadion Iraklion
Das große Fußballstadion von Iraklion befindet sich westlich von der Stadtmauer nahe am Meer.

Wenn Wettkampf- und Zuschauersport einen Ursprung hat, dann sicherlich in Griechenland. Die antiken olympischen Spiele wurden richtungsweisend für die heutige Olympiade, die jedoch mit der ursprünglichen Form heute nur noch wenig zu tun hat. Dromos – die einstigen Laufsportwettbewerbe, der Fünfkampf Pentathlon, Schwerathletik wie Ringkampf und Faustkampf wie auch Pferdewettbewerbe sind heutzutage weniger verbreitet im Land, stattdessen begeistern sich die Griechen wie alle anderen europäischen Nationen in erster Linie für Fußball. Überraschend sind hingegen einige der weiteren populärsten Sportarten.

Ist Griechenland eine Fußballnation? Die Antwort ist ein leidenschaftliches Ja, wenngleich die großen Mannschaften Olympiakos Piräus, PAOK Thessaloniki und Panathinaikos Athen in internationalen Wettbewerben keine allzu große Rolle spielen. So mancher Grieche mag deshalb noch immer in nostalgischen Erinnerungen an die Europameisterschaft 2004 schwelgen, als die Nationalelf unter Trainer Otto Rehagel den Titel heimholte. In der griechischen Super League dominiert aktuell der AEK Athen, gefolgt von Panathinaikos Athen. Erfolgreichster Verein über die Jahre hinweg ist hier jedoch Olympiakos Piräus, der den Meistertitel insgesamt 47 Mal heimholte. Die Nationalmannschaft spielt derzeit um die EM-Qualifikation für 2024, die nächste Begegnung steht hier im Mai gegen Irland an. Auch in der UEFA Nations League ist Griechenland vertreten, schaffte es jedoch nicht über die Gruppenphase hinaus.

Wer gerne Sportwetten Tipps abgibt, mag also eher vorsichtig mit dem Wetten auf den Erfolg Griechenlands sein, der Euphorie der Landsleute für den Sport rund ums runde Leder tut dies jedoch keinen Abbruch. Fußball ist und bleibt die beliebteste Sportart des Landes, daran mag auch der Rang 51 auf der FIFA-Weltrangliste nichts ändern.

Erstaunlicher ist hingegen der Nationalsport Nummer zwei: die Griechen lieben Basketball, was auch damit zu tun haben mag, dass diverse talentierte Spieler des Landes bei der NBA untergekommen sind. Die Nationalmannschaft ist zudem vergleichsweise erfolgreicher als im Fußball, gewann Silber in der Weltmeisterschaft 2006, und wurde gleich zweimal Europameister – 1987 sowie 2005. Auf der FIBA-Weltrangliste befindet sich Griechenland zudem auf Platz zehn, mit sieben Endrundenteilnahmen bei Weltmeisterschaften sowie vier Endrundenteilnahmen bei Olympischen Spielen. Ein denkwürdiges Jahr für den griechischen Basketball war auch 2019, als Landsmann Giannis Antetokounmpo, bei den Milwaukee Bucks unter Vertrag, den Titel des wertvollsten NBA-Stars verliehen bekam. Damit war der damals 24-Jährige in der Geschichte der NBA der drittjüngste Profi, dem diese Ehre zuteil wurde. Bereits zuvor war der 2,11 Meter große „Greek Freak“, wie er von amerikanischen Fans genannt wird, zum besten Europlayer gekürt worden. Noch heute zählt er zusammen mit seinen Brüdern Thanassis und Kostas zu den besten Basketballspielern der Welt, und sorgt dafür, dass die Euphorie der Griechen für den Sport bestehen bleibt.

Volleyball rangiert auf Platz drei der Beliebtheitsskala, und das, obwohl Griechenland hier im Profisport nur wenige Erfolge verbuchen kann. Als Freizeitbeschäftigung ist vor allem Beach-Volleyball beliebt, denn Strände hat das Land genug, wenngleich auch Hallenvolleyball populär ist. In der A1 League dominiert Polichnnis vor Athlos Orestadios, die somit zu den besten Clubs gehören. In der aktuellen Europameisterschaft schaffte man immerhin die Qualifikation, die Saison beginnt im August, wo die griechische Nationalmannschaft am 29.8 zuerst Israel begegnet.

Leichtathletik ist bereits seit Jahrtausenden ein fester Bestandteil der griechischen Kultur, immerhin waren Disziplinen wie Speerwerfen, Diskuswerfen, Weitsprung, Stadionlauf und Ringkampf auch Teil der antiken olympischen Spiele. International können die derzeit aktiven Athleten des Landes zudem immer wieder tolle Erfolge verbuchen: 2019 wurde Miltiadis „Miltos“ Tentoglou zum Europameister im Weitspringen, legte gleichzeitig jedoch den Rekord einer ganzen Dekade hin, als der damals 19-Jährige bei der EM in Schottland 8,38 Meter weit sprang und damit der allzeit Bestleistung des deutschen Sebastian Bayer von 2009 mit 8,71 Metern nahe kam. Ein schöner Erfolg ließ sich in Griechenland in der Leichtathletik auch 2017 feiern, als die griechische Stabhochspringerin und Olympiasiegerin Ekaterini Stefanidi vom Europaverband EAA zur “Leichtathletin des Jahres” gekürt wurde.

Dank seiner Mittelmeerlage wird in Griechenland natürlich auch gerne geschwommen – wobei das Hobby für viele zum Profisport wurde. Bei der FINA Weltmeisterschaft der Frauen 2022 schafften es die Damen immerhin bis ins Viertelfinale, die Herren gewannen dabei im Wasserball sogar Bronze. Einer der besten Schwimmer des Landes ist Spyros Gianniotis, mit beachtlichen internationalen Erfolgen. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro holte er Gold im 10 KM Freiwasser, ebenso wie bei den Weltmeisterschaften 2013 in Barcelona und 2011 in Shanghai.

Auch Gewichtheben ist aus Griechenland schon allein wegen seiner historischen Bedeutung als Sport nicht wegzudenken, ebenso wie Ringen – beides Disziplinen, die man bereits aus der Antike kennt. Auch zu Schiff behaupten sich die Griechen seit jeher, wenngleich die Kämpfe der einstigen Seemacht heute rein sportlicher Natur sind, zumal es sich im Mittelmeer herrlich segeln und rudern lässt. Im Rudern ist das Land ein Rekordhalter, keine andere Nation gewann bei Europameisterschaften mehr Goldmedaillen als Griechenland.  Stefanos Ntouskos holte bei der Olympiade 2020 in Tokio zudem die erste Goldmedaille für sein Land im Ruder-Einer – bisher der größte griechische Erfolg im internationalen Rudersport.

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