Keine geschlossenen Einrichtungen für Migranten auf Kreta, immer mehr Migranten werden mit Fähren von der Insel nach Piräus abtransportiert, Verstärkungen für die Küstenwache als Migranten-Taxis und die UN und Menschenrechtsorganisationen kritisieren Griechenlands Asylstopp für Schutzsuchende.
Keine geschlossenen Einrichtungen für Migranten auf Kreta
Die Diskussion um die Aufnahme von Migranten auf Kreta bleibt ein zentrales Thema in der politischen Debatte.
Die griechische Regierung unter Kyriakos Mitsotakis will auf der Insel keine geschlossene Einrichtung bauen. Stattdessen setzen sie auf vorübergehende Unterkünfte, um die anhaltenden Migrationsströme irgendwie besser zu bewältigen.
Nach einer Videokonferenz schlugen die Verantwortlichen drei temporäre Aufnahmezentren auf Kreta vor. Das soll die Lage für Migranten erleichtern und gleichzeitig die lokalen Gemeinschaften entlasten, ohne diese umstrittenen, dauerhaften Strukturen zu errichten.
Die Migrationsbewegungen aus Nordafrika, gerade aus Libyen, bleiben eine der größten Herausforderungen für europäische Länder. Die Zahl der ankommenden Migranten steigt weiter.
Im Fokus steht die Identifikation und Registrierung der Menschen, um ihre Beweggründe, Identitäten und mögliche Risiken besser einschätzen zu können.
Temporäre Aufnahmezentren sind für die kurzfristige Unterbringung und Versorgung der Migranten gedacht. Sie sollen wenigstens Unterkunft, medizinische Versorgung und soziale Betreuung sichern, bis die Identitätsfeststellung und weitere Verfahren laufen.
Viele Regionen, besonders Inseln wie Kreta, lehnen geschlossene Lager ab. Lokal setzt man auf offene, verteilte Strukturen, um soziale Spannungen zu vermeiden und Integration überhaupt erst zu ermöglichen.
Die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Kommunen ist dabei echt wichtig, um Standorte zu bestimmen und alles halbwegs effizient zu gestalten.
Aspekt | Details |
|---|---|
Herkunft der Migranten | Vorwiegend Nordafrika, mit Schwerpunkt auf Libyen |
Aufnahmeverfahren | Registrierung, Identifikation, medizinische Erstversorgung |
Aufnahmezentren | Temporäre, offene Unterkünfte statt geschlossener Lager |
Zusammenarbeit | Staatliche Behörden, lokale Verwaltung, NGOs |
Herausforderungen | Sicherheitsfragen, Gesundheitsversorgung, Integration |
Die Regierungen wollen die Migration auf nationaler Ebene gerechter verteilen. Inselregionen wie Kreta tragen ihren Anteil, aber die lokale Infrastruktur darf nicht überlasten.
Das Gleichgewicht zwischen Verantwortung und Kapazität bleibt eine Herausforderung, um alles unter Kontrolle zu halten.
Die Identitätsfeststellung (Taυτοποίηση) von Migranten ist ein schwieriger Prozess. Oft fehlen Dokumente, und die Situation der Ankommenden ist ziemlich prekär.
Effektive Überprüfungen sind nötig, um Schutzbedürftige zu erkennen und mögliche Risiken auszuschließen.
Die Migrationskrise zeigt, wie wichtig bessere Kommunikation zwischen Regierung und lokaler Gesellschaft ist. Mehr Transparenz kann Misstrauen abbauen und Zusammenarbeit fördern.
Soziale Integration, Schutz vor Ausbeutung und die Vermeidung von Konflikten bleiben langfristige Ziele.
Schlüsselpunkte der aktuellen Strategie:
- Kein Aufbau geschlossener Migrationslager auf Inseln wie Kreta
- Mehrere temporäre Unterkünfte verteilt über das Gebiet
- Besserer Informationsaustausch zwischen Behörden und Bevölkerung
- Analyse und Registrierung aller ankommenden Migranten
- Gesundheits- und Sicherheitsfragen im Blick behalten
Die Migrationsbewegungen aus Nordafrika, vor allem aus Libyen, sind komplex und verändern sich ständig. Die Überfahrten sind oft riskant, viele setzen dabei ihr Leben aufs Spiel.
Das erhöht den Druck auf die griechischen Inseln, die als erste Anlaufstellen dienen.
Die Behörden versuchen, die Lage mit humanitären und sicherheitspolitischen Maßnahmen zu steuern. Langfristige Strategien zur Integration und zur Bekämpfung der Ursachen von Migration sind aber genauso nötig.
Die Balance zwischen dem Schutz der Menschenrechte und der öffentlichen Ordnung bleibt eine der größten Herausforderungen.
Nur durch die fortlaufende Zusammenarbeit von nationalen Behörden, lokalen Verwaltungen und internationalen Organisationen kann man auf die Migrationsströme angemessen reagieren.
Immer mehr Migranten werden mit Fähren von Kreta nach Piräus abtransportiert

Am Mittwochnachmittag verließen 121 Migranten, die zuvor im alten Güterbahnhof des Hafens von Heraklion unter Bewachung standen, die Insel.
Die Küstenwache und die Polizei begleiteten sie. Die Gruppe bestieg geordnet eine Linienfähre, die sie zum Hafen von Piräus brachte.
Auf der Fähre kamen die Migranten auf dem obersten Deck unter, einem früheren Bereich für Freizeitaktivitäten. Dort gibt’s zumindest halbwegs angemessene Bedingungen für die Überfahrt.
Vor der Abfahrt erhielten alle ausreichend Lebensmittel und Trinkwasser für die Reise.
Alle 121 gehören dem Sudan an. Es waren 120 Männer und eine schwangere Frau dabei.
Während ihres Aufenthalts in Heraklion musste die Frau mehrfach medizinisch behandelt werden. Sie wurde dreimal zur gynäkologischen Untersuchung ins Universitätsklinikum gebracht.
Dieser Transport ist Teil eines größeren Plans, um die Insel zu entlasten. Ziel ist das Aufnahme- und Identifikationszentrum (KYT) in Malakasa.
Im alten Güterbahnhof warten noch 110 Migranten, für Freitag ist ihre Abreise geplant.
Am Donnerstag sollen weitere 170 Migranten aus einem ehemaligen Gebäude der Zitronenproduzenten in Rethymno folgen. Auch für sie wird eine Überfahrt zum Festland organisiert.
Im Ausstellungszentrum von Agyia in Chania sind noch etwa 325 Migranten untergebracht. Ihre Abreise ist bis Samstag vorgesehen.
Vom Hafen von Souda aus soll auch diese Gruppe in Einrichtungen im Landesinneren gebracht werden.
Zielort | |||
|---|---|---|---|
121 | Alter Güterbahnhof, Heraklion | Mittwoch, Nachmittag | Hafen Piräus |
110 | Alter Güterbahnhof, Heraklion | Freitag | Noch nicht festgelegt |
170 | Ehemaliger Produzentenbau, Rethymno | Donnerstag | Noch nicht festgelegt |
325 | Ausstellungszentrum Agyia, Chania | Bis Samstag | Noch nicht festgelegt |
Mit diesen Maßnahmen wollen die Behörden die Migranten besser auf dem Festland verteilen und versorgen.
Die Evakuierung von Kreta läuft kontrolliert und unter der Begleitung der Behörden ab.
Verstärkung durch Küstenwachschiffe vor Kreta eingetroffen – aber als Migranten-Taxis

In den letzten Tagen hat die südliche Küstenregion Kretas, vor allem im Westen, zusätzliche Schiffe bekommen. Die sollen das gestiegene Aufkommen von Migranten besser überwachen und unterstützen.
Trotzdem bleibt ein großes Problem bestehen. Die Schiffe können das eigentliche Thema nicht lösen.
Die Küstenwache bringt Bootsflüchtlinge auf See sicher an die kretische Küste. Sobald die Boote, oft mit technischen Problemen oder steuerlos, entdeckt werden, holen die Einsatzkräfte die Menschen an Bord und bringen sie an Land.
Was fällt dabei auf?
- Ohne politische Veränderungen und internationale Abkommen bleibt die maritime Präsenz nur eine kurzfristige Maßnahme.
- Die Bootsmigration wird nicht verhindert, sondern läuft nur etwas sicherer ab.
- Die Schiffe wirken manchmal wie ein Transportservice, der die Geflüchteten ans Ziel bringt.
gegenwärtige Situation der Schiffsverstärkung
Schiffsart | Anzahl | Standort | Zusatzinformationen |
|---|---|---|---|
Großes Küstenwachschiff (PAT) | 1 | Chania (Westkreta) | Patrouilliert mit Fokus auf Gavdos |
Kleine Patrouillenschiffe | 3+ | Südlich von Agia Galini | Eines plus weiteres aus Heraklion |
FRONTEX-Einsatzschiffe | 2 | Nähe Agia Galini | Eines kommt neu aus Italien |
Diese Verstärkungen kommen gerade jetzt, wo sich das Wetter beruhigt hat. Viele befürchten, dass die Zahl der Überfahrten wieder steigt, nachdem sie wegen starkem Wind kurz zurückgegangen war.
Grenzen der maritimen Maßnahmen
Die Schiffe und Einheiten auf See arbeiten aufmerksam und engagiert. Doch das Grundproblem bleibt ungelöst.
- Der Zustrom von Migranten hört an der kretischen Küste nicht einfach auf.
- Solange es keine Maßnahmen gibt, die schon in den Herkunftsländern ansetzen, bleibt die Lage angespannt.
- Die Gefahr bleibt, dass die Schiffe am Ende nur als sichere Transportmittel dienen, ohne die Migration wirklich einzudämmen.
UN und Menschenrechtsorganisationen kritisieren Griechenlands Asylstopp für Migranten

Griechenland hat ein dreimonatiges Moratorium eingeführt, das Asylanträge von Migranten aus Libyen und anderen nordafrikanischen Ländern aussetzt.
Das griechische Parlament hat dieses Gesetz gerade erst beschlossen.
Wer an der Küste ankommt, vor allem auf Kreta, kann jetzt keinen Asylantrag mehr stellen und soll stattdessen ohne Prüfung zurückgeschickt werden.
Die Entscheidung stößt bei internationalen Organisationen auf heftige Kritik.
Die UN-Flüchtlingsagentur (UNHCR) warnt, dass Griechenland damit wohl gegen internationales Recht verstößt.
UNHCR sieht im Aussetzen des Asylverfahrens eine Verletzung grundlegender Menschenrechte – speziell das Recht auf Schutz für Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen.
UNHCR sagt zwar, Staaten dürfen ihre Grenzen schützen und Migration kontrollieren.
Aber Maßnahmen müssen immer im Rahmen internationaler und europäischer Gesetze bleiben.
Das Recht auf Asyl gilt, egal wie oder wo jemand in ein Land kommt.
Auch wenn der Migrationsdruck hoch ist, muss der Zugang zu fairen Asylverfahren möglich bleiben.
Menschenrechtsgruppen kritisieren den Beschluss ebenfalls scharf.
Sie warnen, das Gesetz könne die sogenannte „Refoulement“-Praxis fördern – also das Zurückschicken von Schutzsuchenden in gefährliche Länder.
Das widerspricht klar internationalen Schutzpflichten.
Einige Kernpunkte der Kritik:
- Das Verbot betrifft viele Länder, deren Bürger in Griechenland oft als Flüchtlinge anerkannt werden, etwa Sudan, Eritrea, Afghanistan, Syrien, Jemen und Palästina.
- Unter den Ankommenden sind auch besonders Schutzbedürftige: unbegleitete Minderjährige und Überlebende sexueller Gewalt.
- Menschenrechtsorganisationen fordern, Griechenland solle das Gesetz zurücknehmen und Asylverfahren wieder erlauben.
Griechenland bleibt seit Jahren ein wichtiger Einreisepunkt in die EU für Flüchtlinge und Migranten aus Krisenregionen.
Die aktuelle Regierung verschärft die Grenzkontrollen und fährt eine deutlich strengere Migrationspolitik.
Sie hat zum Beispiel einen Zaun an der Nordgrenze gebaut und kontrolliert die Seegrenzen im Osten stärker.
Tabellarische Übersicht der Situation:
Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
Gesetzesinhalt | Dreimonatiges Aussetzen von Asylanträgen bei neuen Ankünften aus Nordafrika |
Parlamentarische Abstimmung | 177 Ja, 74 Nein, 42 Enthaltungen; Linksparteien dagegen, PASOK enthielt sich |
Reaktion UNHCR | Warnung vor Verstoß gegen internationales Recht und humanitäre Verpflichtungen |
Menschenrechtsbedenken | Gefahr von Refoulement, Verletzung des Rechts auf Asyl |
Schutzbedürftige Gruppen | Unbegleitete Minderjährige, Überlebende von Gewalt |
Herkunftsländer mit hohem Schutzstatus | Sudan, Eritrea, Afghanistan, Syrien, Jemen, Palästina |
Aktuelle Situation auf Kreta | Über 7.000 Ankünfte in diesem Jahr, deutlicher Anstieg gegenüber 2024 |
Das griechische Innenministerium begründet die Maßnahme mit der starken Zunahme an Migranten.
Minister Thanos Plevris sagt, dass etwa die Hälfte der Geflüchteten abgelehnt wird – und sieht die Notwendigkeit, Migrationsbewegungen besser zu steuern.
Wer eine Altersüberprüfung verweigert, gilt jetzt automatisch als Erwachsener.
Wer trotz abgelehntem Asylantrag bleibt, muss künftig mit bis zu fünf Jahren Haft rechnen.
Aus dem Ausland kommt viel Kritik an dieser Politik.
Viele fürchten, Griechenland schränkt damit Menschenrechte und den Schutz von Flüchtlingen zu stark ein.
Internationale Organisationen bitten die Regierung, den Kurs zu überdenken und wieder faire Asylverfahren zu ermöglichen.


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