Kurznachricht vom Sonntag, 25. Januar 2026:

Der Bau des Selinari-Tunnels, einem wichtigen Teil der nördlichen Straßenachse (BOAK) auf Kreta, erweist sich als weitaus komplexer als ursprünglich geplant. Unterhalb der Berge in der Nähe von Selinari kämpfen Ingenieure mit schwierigen geologischen Bedingungen, die das Tempo und den Zeitplan dieses großen Infrastrukturprojekts erheblich beeinträchtigen.
Warum der Selinari-Tunnel so wichtig ist
Die Selinari-Tunnel sollen die Verkehrssicherheit und den Verkehrsfluss auf einem der am stärksten befahrenen und gefährlichsten Autobahnabschnitte Kretas verbessern, der Selinari mit Agios Nikolaos verbindet. Nach seiner Fertigstellung soll das Projekt Unfälle reduzieren, die Fahrzeiten verkürzen und den Tourismus sowie die lokale Entwicklung im Osten Kretas fördern.
Die Geologie steht im Mittelpunkt
Laut den am Projekt beteiligten Ingenieuren ist die geologische Beschaffenheit des Berges der Hauptfaktor, der den Fortschritt verlangsamt. Die Aushubteams stoßen auf tonreiches, stark zerklüftetes und verwittertes Material, das ständig stabilisiert werden muss, um Einstürze zu verhindern.
Das bedeutet, dass der Tunnelbau nicht in gleichmäßigem Tempo voranschreiten kann. Wenn sich die Bedingungen ändern – manchmal innerhalb weniger Meter –, müssen die Bauarbeiter ihre Vorgehensweise anpassen, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Drei Stufen der Tunnelunterstützung
Je nach Art des Gesteins und des Bodens wenden die Ingenieure drei verschiedene Kategorien der strukturellen Unterstützung für die Tunnelwände und -decken an. In instabileren Abschnitten ist eine schwere Stützung erforderlich, wodurch sich die Aushubzeit im Vergleich zu Bereichen, in denen eine leichtere Verstärkung ausreicht, verdreifachen kann.
Daher ist es nach wie vor äußerst schwierig, einen genauen Fertigstellungstermin für die Tunnelbauphase anzugeben.

Bisherige Fortschritte
Die Arbeiten an den zwei Selinari-Tunneln begannen im Juni 2024 auf der Ostseite. Bis Mai 2025:
– wurde ein Tunnel auf eine Länge von etwa 190 Metern ausgehoben
– hat der zweite Tunnel eine Länge von etwa 120 Metern erreicht
Die Gesamtlänge jedes Tunnels beträgt fast 2 Kilometer. Es wird erwartet, dass die Teams aus dem Osten schließlich auf die Teams aus dem Westen treffen, wo die Aushubarbeiten aufgrund stabilerer Gesteinsformationen, die kontrollierte Sprengungen ermöglichen, schneller voranschreiten.
Treffpunkt noch ungewiss
Die Projektleiter schätzen, dass sich die beiden Seiten bis zum Frühjahr treffen könnten, je nachdem, wie sich die geologischen Bedingungen entwickeln.
Zusätzlich zum Umfang des Projekts wurde mit dem Bau eines dritten Tunnels mit einer Länge von etwa 750 Metern begonnen werden. Dieser Tunnel wird südlich des alten Vrachasi-Tunnels gebaut und soll die Sicherheit entlang der Strecke weiter verbessern.

Verzögerungen häufen sich bereits
Trotz der Bemühungen, den ursprünglichen Zeitplan einzuhalten, hat das Projekt seine ursprünglichen Fristen bereits um acht Monate bis zu einem Jahr überschritten. Angesichts der technischen Herausforderungen unter Tage werden Verlängerungen nun als unvermeidlich angesehen.

Ein komplexes, aber entscheidendes Projekt
Auch wenn der langsame Fortschritt die Geduld der Öffentlichkeit auf die Probe stellt, betonen die Ingenieure, dass die Sicherheit an erster Stelle stehen muss. Das Selinari-Tunnel-Projekt zeigt, wie unsichtbare geologische Bedingungen große Infrastrukturprojekte dramatisch beeinflussen können – und warum eine sorgfältige, methodische Bauweise unerlässlich ist.
Nach ihrer Fertigstellung sollen die Tunnel das Reisen in der Region verändern und eine sicherere und zuverlässigere Straßenverbindung für Anwohner, Unternehmen und Besucher bieten.

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