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Kirchen und Klöster um die Lassithi-Hochebene

Eine Auswahl einzigartiger Kirchen und Klöster um die Lassithi-Hochebene auf Kreta.
Die Agios-Pandeleimon-Kirche bei Pigi (Kastelli) und das Kloster Agios Georgios Vrachasiotis auf der anderen Seite der Lassithi-Hochebene.

Agios Pandeleimon
Byzantinische Kirche Agios Pandeleimon bei Pigi (Kastelli).

Die byzantinische Kirche Agios Pandeleimon stammt aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts und beinhaltet viel ältere Elemente bis in die frühgriechische Zeit.

Byzantinische Kirche Agios Pandeleimon

Landschaft um Kastelli
Landschaft um Kastelli.

Der Hauptort der Region Pedhiadha ist Kastelli – oder vollständig (da es mehrere Orte mit diesen Namen auf Kreta gibt) Kastelli Pedhiadhos. Dies ist ein angenehmer Ort für einen kurzen Aufenthalt, welcher vornehmlich als landwirtschaftliches Zentrum der Region einen gewissen Wohlstand durch die Olivenhainen und Weinbergen auf den herumliegenden Hügeln erreicht hat. Weitgehend unberührt von touristischen Aktivitäten gibt es dort trotzdem eine gute Taverne und ruhige Unterkünfte, weit weg von der Hektik des Alltags.

Allerdings ist die eigentliche Hauptattraktion die darum befindliche Landschaft, wo verwinkelte Wege – gesäumt von uralten Eichen und Platanen – verlaufen.

Die byzantinische Kirche Agios Pandeleimon liegt weniger als 3 km nördlich von Kastelli, abseits der Straße von bzw. nach Chersonissos und ist lediglich ausgeschildert mit ‚Byzantine church – Paradise Taverna‘. Die Kirche steht nicht im heutigen Ort Pigi (‚Quelle‘), welcher auf der Westseite der Straße liegt.
Von Mai bis Oktober ist die Kirche täglich von 9 bis 15 Uhr geöffnet und der Eintritt frei.
Sollte man nur Zeit für den Besuch einer der vielen Kirchen in der Gegend haben, so ist Agios Pandeleimon erste Wahl.

Das große Gebäude des dreischiffigen Gotteshauses mit einem Spitztonnengewölbe liegt unter einem Hain aus Eichen und Platanen, welcher in der Antike höchstwahrscheinlich schon ein heiliger Ort war.
Innerhalb der Kirche befinden sich verwitterte Fresken des Heiligen Soldaten an der Nordwand, sowie eine ungewöhnliche Szene, in der Agia Anna das Kind Maria stillt. Im Altarraum thront in der Apsiswölbung die ‚Panagia‘ mit dem Christuskind auf einem reich verzierten Sessel, darunter links und rechts die ‚Apostelkommunion‘. Im unteren Teil des Apsis feiern vier ‚Hierarchen‘ die Liturgie.
Es sind auch Figuren verschiedener Heiliger erhalten.

Antikes Baumaterial
Antikes Baumaterial in der Südaußenwand.

Die Struktur der Kirche, welche wahrscheinlich aus dem beginnenden 13. Jahrhundert stammt, ist interessant in der Art und Weise, wie Teile der ursprünglichen Basilika aus dem 10. Jahrhundert integriert wurden und weitere Bauteile aus viel älteren Fragmenten bestehen, welche wahrscheinlich von Lyttos genommen wurden. Vor allen an der Südaußenwand sind Elemente von antiken und frühchristlichen Bauten sichtbar, darunter eine Marmortafel mit griechischer Inschrift und Teile von Grabsteinen aus römischer Zeit.

 

Antike korinthische Kapitellen als Stützpfeiler
Antike korinthische Kapitellen als Stützpfeiler in der Kirche.

Im Innenraum befindet sich – besonders auffallend – eine Säule im Nordschiff, welche aus vier korinthischen Kapitellen zusammengebaut ist.

Das Aquädukt, das einst Wasser in die dortige antike Stadt führte, befindet sich in unmittelbarer Nähe, und Teile davon können beim Herumfahren gesehen werden.
An diesem idyllischen Ort, direkt neben der Kirche Agios Pandeleimon, liegt auch die einfache, kleine ‚Paradise-Taverna‘, welche von der traditionellen Nikolaides-Familie (Katherina, nicht anzunehmende 80 Jahre alt und etwas jüngerer Ehemann mit einigen Deutschkenntnissen – leider jedoch kürzlich verstorben) geführt wird.

Weitere Kirchen mit Fresken rund um Kastelli

Viele der Dörfer rund um Kastelli haben mittelalterliche Kirchen mit Fresken. Halten Sie nach Hinweisschildern Ausschau, wenn sie in der Gegend herumfahren. Die meisten sind ihren Besuch schon alleine wegen der Landschaften abseits der Hauptstraßen wert. Neben der herrlichen byzantinischen Kirche Agios Pandeleimon ist eine der bekanntesten die aus dem 15. Jahrhundert stammende Isodhia Theotokon – mit feinen byzantinischen Fresken – in der Nähe des Dorfes Sklaverohori, nur ein paar Kilometer westlich von Kastelli. Der Schlüssel ist in einem Haus mit einer Weinlaube, ca. 50 m vor der Kirche auf der rechten Seite, hinterlegt.

Etwa 6 km weiter westlich, in einer Seitenstraße jenseits von Apostoli liegt Moni Angarathou in einer weiteren, herrlichen Lage. Obwohl die Kirche des Klosters erst aus dem 19. Jahrhundert stammt, gibt es die umliegenden Gebäude größtenteils schon seit dem 16. Jahrhundert. Diese verfügen über einen malerischen, weiß ummauerten Innenhof mit Palmen, Orangenbäumen und Zypressen.

Eine weitere Kirche ist Agios Yeoryios bei Ksidhas (ebenfalls auch als Lyttos bekannt, was zu Verwechselungen führen kann), ca. 3 km östlich von Kastelli, mit Fresken, welche durch eine Inschrift auf das Jahr 1321 datiert sind.



Kloster Agios Georgios Vrahassotis

Das Kloster Agios Georgios Vrahassotis in 2020.

Das Kloster Agios Georgios Vrachasiotis und seine Geschichte sowie die weitere Route bis zum Wald Akilakes in den Bergen über Malia.

Ausschilderung zwischen dem Kloster Vrahassotis und der Nationalstraße.

Das historische Kloster Agios Georgios Vrahassotis liegt in einer sehr schönen und waldreichen Gegend, 4 Kilometer vom Vrahassi und 5 Kilometer von der Nationalstraße IraklionAgios Nikolaos entfernt. Trotz der noch ausstehenden Arbeiten an der Asphaltstraße ist die Route gut zu befahren und ideal zum Wandern. Auf der anschließenden Bergroute, welche man entweder zu Fuß marschieren oder mit einem Geländewagen bzw. Quad-Bike befahren kann, kommt man bis zum Akilakes-Wald mit einer herrlichen Aussicht über Malia und das Meer.

Im Jahr 1540 wurde der Nordteil der heutigen Kirche Agios Georgios von Gedeon auf den Ruinen einer zuvor niedergebrannt Kirche erbaut, von welcher Teile heute noch sichtbar sind. Der südliche Teil mit der Kirche Agios Dimitrios wurde im Jahre 1558 errichtet. Seit dieser Zeit ließen sich zahlreiche Mönche nieder und das Kloster begann zu florieren.

Ein paar Jahrhunderte später, während der Zeit der türkischen Besatzung, ereigneten sich einige dramatische Ereignisse im Kloster. Wie es während der Daskalogiannis-Revolution von 1770 öfters vorkam, vergewaltigten einige türkische Boten die Schwester des Klostervorsteher Gabriel in der Nähe von Campi. Spät am Tag beschlossen sie wegen heftiger Regenfälle, die Nacht im Kloster zu verbringen. Zwischenzeitlich hatte Gabriel von der Vergewaltigung seiner Schwester erfahren, begrüßte die Gäste jedoch freundlich und führte sie in den Käsekeller. Mithilfe anderer Möche überwältigte er die Vergewaltiger und sie kochten diese in heißem Käse.
Anschließend versuchten sie die Leichen loszuwerden und warfen sie in eine Schlucht beim Berg Kolokyntha.

Klostervorsteher Gabriel bekam jedoch anschließend Schuldgefühle und beichte seine Sünde den Vorgesetzten im Kloster Agios Georgios Epanosifis. Auf der Suche nach den Tätern, welche verantwortlich für das Verschwinden ihrer Boten waren, misshandelten die Türken den Klostervorsteher von Epanosifis, bis sich dieser gezwungen sah, die Wahrheit zu verraten.

Fotos vom Kloster Agios Georgios Vrahassotis:

Daraufhin belagerten zahlreiche türkische Soldaten das Kloster Agios Georgios Vrahassotis, um Gabriel zu verhaften. Während dieser Kämpfe wurde eine Steinskulptur auf dem Glockenturm, welche St. George beim Töten des Löwen zeigt, getroffen. Das Loch, welches die Kugel verursachte, ist noch heute zu sehen.

Letztendlich gelang es den Türken Gabriel zu verhaften und sie überantworten ihn dem Maydani in Heraklion, um ihn zu hängen. Kurz vor Gabriels Hinrichtung fragte ihn der Scharfrichter, wie viele Türken er getötet habe. Dabei schlug Gabriel ihn nieder und tötete ihn, wobei er geantwortet haben soll: ‚Ich habe 99 Türken bisher getötet und jetzt sind es Einhundert !‘. Klostervorsteher Gabriel konnte trotzdem seinem Schicksal nicht entkommen und wurde am berühmten Eichenbaum des großen Castro (Schloss) gehängt.

Anschließend zerstörten die Türken den größten Teil des Klosters und versteigerten das zugehörige Land. Während der nachfolgenden Revolutionen dienten die Ruinen immer wieder als Zufluchtsorte für Freiheitskämpfer und im Jahre 1820 fand eine weitere Belagerung statt, bei der 18 Mönche getötet wurden.

Nach der kretischen Revolution erhielt das Kloster den größten Teil seines Landbesitzes wieder zurück. Das Kloster schloss endgültig im Jahr 1909.

Einige weitere, neue Fotos aus der Gegend:

Das Kloster wird seit einigen Jahren unter großen Anstrengungen rekonstruiert und wiederhergestellt. Zwischenzeitlich finden auch wieder Feste und Zeremonien wie Hochzeiten oder Taufen dort statt.


Bergroute vom Kloster zum Wald Akilakes über Malia

über Malia
Blick über Malia.

Wenn man vom Kloster Agios Georgios Vrahassotis aus weiter zu Fuß wandert oder über ein geeignetes Fahrzeug (Jeep, Quad-Bike, Mountainbike) verfügt, kann man über dem direkt dahinter liegenden Pass einer herrlichen Bergroute bis zum Wald Akilakes mit einem großartigen Blick über Malia und das Meer folgen.

Fotos auf dem Weg vom Kloster zum Wald Akilakes in den Bergen über Malia:

Route Kloster Wald
Route von der Abzweigung nach rechts (nach Vrachasi) zum Kloster Agios Georgios Vrahassotis und dann weiter (in blauer Farbe markiert) die Bergroute zum Wald Akilakes über Malia.

Wegbeschreibungen

Zur Karte mit den Wegbeschreibungen zur byzantinischen Kirche Agios Pandeleimon und Kloster Agios Georgios Vrahassotis:
Hier klicken: Wegbeschreibungen Agios Pandeleimon und Agios Georgios Vrahassotis.


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