Die antike Stadt Driros liegt im Osten Kretas, am Berg Kadistos. Sie befindet sich etwa zwei Kilometer östlich von Neapoli.

Gegründet wurde sie im 12. Jahrhundert v. Chr. und blieb über viele Jahrhunderte hinweg eine wichtige Siedlung. Driros hatte großen Einfluss in Zentralost-Kreta und florierte von der geometrischen und archaischen bis in die hellenistische Zeit.
Während der hellenistischen Periode übernahmen die Lyttier die Kontrolle über Driros. Zwischen den Bewohnern von Driros und Lyttos entwickelte sich eine heftige Feindschaft, die sich in alten Schwüren niederschlug.
Nach der Eroberung verließen viele Teile der Stadt ihre Bewohner. Mit der Zeit verlor Driros an Bedeutung und zerfiel schließlich.
Die Führung
Am Eingang der Ausgrabungsstätte begrüßten die Verantwortlichen die Besucher freundlich. Nur ein paar Dutzend Leute nahmen die Einladung zur Führung durch die Archäologische Gesellschaft von Lasithi an.
Seit 2024 läuft ein neues fünfjähriges Ausgrabungsprogramm, getragen von der französischen Schule von Athen und der lokalen Archäologiebehörde.
Leitung der Ausgrabung:
Name | Rolle |
|---|---|
Vasso Zografaki | Stellvertretende Leiterin der Archäologie Lasithi |
Alexandre Farnoux | Professor an der Sorbonne, ehemaliger Direktor der französischen Schule von Athen |
Das Team besteht aus Arbeitern und französischen Archäologiestudenten, die die französische Schule begleiten. Einige Studenten organisierten den Transport der Besucher mit Autos bis zum Eingang, weil oben auf dem Berg kaum Parkplätze verfügbar sind.
Andere halfen entlang des steilen Weges, unterstützten die Wanderer und feuerten sie freundlich an, bis sie oben ankamen. Genau dort stand die antike Stadt.
Während der Führung erklärten Vasso Zografaki und Alexandre Farnoux abwechselnd, was die Ruinen bedeuten. Die Größe und der Umfang der Überreste beeindruckten, selbst wenn vieles verfallen ist.
Die Archäologen zeigten, wie groß die Stadt einst war und beschrieben die Nutzung der verschiedenen Gebäude.

Besondere Punkte der Führung:
- Zwei Akropolen, die die Stadt bildeten
- Ein Marktplatz aus der archaischen Zeit zwischen den Akropolen
- Der älteste bekannte Tempel aus der geometrischen Epoche, geweiht dem Gott Apollo
Die Besucher erfuhren, wie die Stadt sowohl von Eteokriten als auch von Dorern bewohnt wurde. Auch die Beziehungen zu den Nachbarstädten kamen zur Sprache.
Der berühmte Jugend-Eid der Stadt bekam besondere Aufmerksamkeit – er verrät eine Menge über damalige Verbündete und Feinde.
Die Führung lief ziemlich locker ab. Die Teilnehmer konnten jederzeit Fragen stellen und vieles direkt vor Ort sehen.
So wurde die Geschichte der antiken Stadt irgendwie lebendig – weit weg von trockenen Museumsstücken.
Praktische Hinweise für Besucher:
- Mit dem Auto kann man bis zum unteren Bereich fahren
- Oben gibt es nur wenige Parkplätze, deshalb wurde der Fahrzeugtransport organisiert
- Der Wanderweg zum Gipfel ist steil – gute Schuhe und etwas Kondition sind hilfreich
- Führungen finden gelegentlich statt, also am besten anmelden
Die Phasen

Die erste Ausgrabungsphase fand von 1916 bis 1917 statt. Im Oktober 1916 besuchte St. Xanthoudidis, damals Leiter der 10. Archäologischen Region, die Stätte.
Ein Jahr später beantragte er die Ausgrabung. Die Entscheidung ging auf einen Fund von 1854 zurück.
Bauern hatten damals in der Nähe von Chora eine berühmte Säule mit dem Schwur der Jugendlichen entdeckt. Heute steht diese Säule im Archäologischen Museum in Istanbul.
Die zweite Ausgrabungsphase lief von 1932 bis 1936. In diesen Jahren intensivierten die Forscher die Arbeiten an der Stätte.
Sie sammelten und dokumentierten weitere Befunde, wodurch das Bild vom Leben in Driros klarer wurde.
Zwischen 2009 und 2013 startete eine neue Ausgrabung, diesmal in Zusammenarbeit mit der Französischen Schule in Athen. Nach dieser ersten modernen Phase folgten zwei Jahre, in denen die Funde untersucht und veröffentlicht wurden.
Von 2016 bis 2020 erforschte das Team weitere Schichten und Strukturen in einer zweiten modernen Ausgrabungsphase.
Phase | Zeitraum | Beschreibung |
|---|---|---|
Erste Ausgrabungsphase | 1916–1917 | Beginn der systematischen Grabungen, basierend auf der Säulenentdeckung. |
Zweite Ausgrabungsphase | 1932–1936 | Vertiefte Forschungen und Dokumentation weiterer Funde. |
Moderne Ausgrabungen | 2009–2013 | Zusammenarbeit mit der Französischen Schule, erste Etappe. |
Moderne Ausgrabungen | 2016–2020 | Fortsetzung der Forschung und umfassende Auswertung. |
Die Ausgrabungen brachten immer wieder neue Details zur Struktur der Stadt ans Licht. Man entdeckte rechteckige Gebäude und sorgfältig bearbeitete Steinmauern.
Diese Funde halfen, die Geschichte und den Ursprung der Stadt besser zu verstehen. Auch verschiedene kulturelle Einflüsse wurden sichtbar – darunter Eteokreter und Dorer.
Der Delfinische Apollon

Der Tempel des Delfinischen Apollon thront auffällig über dem alten Marktplatz. Schon im 19. Jahrhundert fanden Forscher hier spannende Dinge.
Besonders ins Auge fallen die kleinen, geschmiedeten Statuetten von Apollon, Artemis und Leto. Heute bewahrt das Archäologische Museum von Heraklion diese Figuren wie einen Schatz auf.
Gleich beim Tempel liegt ein Komplex aus mehreren Gebäuden. Seit letztem Jahr graben Archäologen dort weiter.
Immer wieder tauchen neue Details auf. Neulich kam in einem der Häuser sogar eine alte Münze aus Itanos ans Licht.
Bislang hat noch niemand eine Münze aus Driros selbst gefunden. Dafür tauchten Stücke aus anderen Stadtstaaten auf.
Vielleicht zeigt das, wie viel hier gehandelt wurde – oder dass Söldner aus anderen Städten durch die Gegend zogen. Wer weiß das schon so genau?
Die archäologische Arbeit in Driros steckt eigentlich noch in den Kinderschuhen. Nur ein kleiner Teil des großen Hügels ist bisher freigelegt.
Der Rest? Dicht bewachsener Wald, der die Forschung manchmal ganz schön ausbremst.

Besonderheiten des Delfinischen Apollon Tempels | Beschreibung |
|---|---|
Lage | Über dem zentralen Marktplatz der Stadt |
Bedeutende Funde | Statuetten von Apollon, Artemis und Leto |
Museum | Archäologisches Museum Heraklion |
Neue Ausgrabungen | Zusätzliche Bauwerke rund um den Tempel |
Handel und Söldner | Münzen aus anderen Städten als Hinweis |
Delfinischer Apollon war nicht bloß ein Gott. Für viele stand er für Schutz und die Verbindung zu anderen Welten.
Der Tempel galt als ganz besondere, heilige Stätte. Seine Bedeutung reichte weit über das Religiöse hinaus.
Die Funde zeigen, wie eng Religion und Alltag hier verwoben waren. Die kleine Dreiergruppe der Gottheiten steht ziemlich klar für die Rolle dieser Figuren im täglichen Leben.
Apollon, der Sonnen- und Orakelgott. Artemis, Göttin der Jagd. Leto, die Mutter – alle drei waren zentrale Gestalten im Glauben der Leute vor Ort.
Handel und militärisches Leben prägten das Stadtbild. Münzen aus anderen Regionen erzählen davon, dass Driros Teil eines größeren Netzwerks war.


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