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Tourismus ist ein wenig nachhaltiges nationales Geschäftsmodell

Der wirtschaftliche Mythos des Tourismus und warum er ein Land nicht wohlhabend machen kann.

Touristenbus
Touristenbus beim Entladen in Malia.

Der Mythos vom lukrativen Tourismus

In vielen Teilen Südeuropas sieht man den Tourismus als eine bedeutende Wirtschaftsbranche, die das Wachstum kräftig antreibt.

Viele glauben, Tourismus wäre ein starker Motor für die Wirtschaft. Die Einnahmen aus dem internationalen Tourismus machen in Ländern wie Montenegro, Albanien, Kroatien, Griechenland, Portugal und Spanien tatsächlich einen großen Teil der Exportwirtschaft aus.

Trotzdem bringt eine starke Abhängigkeit vom Tourismus nicht automatisch Wohlstand. Es gibt eigentlich kein Land, das allein durch Tourismus reich geworden ist.

Länder, die fast komplett auf Tourismus setzen, kämpfen immer noch mit Armut. Die wenigen wohlhabenden Ausnahmen profitieren meistens eher von anderen Faktoren—wie speziellen Steuerregeln oder einfach sehr kleinen Bevölkerungszahlen.

Wichtige Erkenntnisse

  • Tourismus ist für manche Länder ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, aber kein Garant für Wohlstand.
  • Eine zu starke Abhängigkeit von Tourismus kann wirtschaftliche Risiken mit sich bringen.
  • Wohlstand durch Tourismus entsteht selten allein, meist spielen noch andere Dinge eine große Rolle.

Der unmögliche Fall Kroatiens

Um das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf der Schweiz von etwa 100.000 US-Dollar zu erreichen, müsste Kroatien jedes Jahr rund 1,93 Milliarden Übernachtungen von Touristen verzeichnen.

Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lag die Zahl bei gerade mal 85 Millionen.

Selbst wenn Kroatien das deutsche Niveau von etwa 56.000 US-Dollar pro Kopf anpeilt, müsste es seinen Tourismusverkehr verfünffachen und die Ausgaben der Besucher verdoppeln.

Allein durch Tourismus ist so ein Wachstum einfach nicht drin. Mehr dazu im Abschnitt über den wirtschaftlichen Mythos des Tourismus.

Warum der Tourismus als Wirtschaftsmotor nicht ausreicht

Im Tourismussektor stößt man ziemlich schnell an die Grenzen der Produktivität. Tätigkeiten wie Zimmerreinigung, Getränke servieren oder Führungen lassen sich kaum durch Technik oder Automatisierung verbessern.

Die Effizienz in diesem Bereich hat sich über die Jahre kaum verändert. Tourismus hängt außerdem stark von begrenzten Ressourcen ab—Strände, Städte und Arbeitskräfte wachsen nicht einfach mit.

Wächst der Tourismus, steigt der Druck auf diese Ressourcen. Das wirkt sich oft negativ auf Immobilienmärkte und das gesellschaftliche Zusammenleben aus.

Die Branche reagiert extrem empfindlich auf globale Krisen wie Pandemien, Konflikte oder wirtschaftliche Abschwünge. Anders als in der Technologie oder Industrie fehlt hier oft die Flexibilität, sich schnell an neue Bedingungen anzupassen.

Tourismus führt häufig zu einer Gesellschaft mit zwei Einkommensschichten: Eine kleine, reiche Gruppe kontrolliert Immobilien, während viele im Niedriglohn arbeiten. Diese Struktur fördert kaum produktives Kapital oder qualifizierte Fachkräfte, die für Innovationen nötig wären.

Wichtige Punkte im Überblick:

Herausforderung
Beschreibung
Produktivitätsgrenze
Kaum Steigerung durch Technik oder Automatisierung
Ressourcenverbrauch
Beschränkte natürliche und menschliche Ressourcen
Krisenanfälligkeit
Stark betroffen von globalen Ereignissen
Gesellschaftliche Struktur
Zwei Klassen: Vermögende Elite und Niedriglohnarbeiter

Der Weg vom Tourismus zur Industrie

touriusmus industrie

Südeuropäische Länder sollten ihren Fokus nicht allein auf Tourismus legen. Es wäre sinnvoller, die heimische Produktion zu stärken und neue Unternehmer zu fördern.

Steuerlast für junge Menschen senken? Klingt nach einer guten Idee. Außerdem sollten gut ausgebildete Fachkräfte, die ins Ausland gegangen sind, gezielt zurückgeholt werden.

Nur durch Innovation und Produktion kann die Region wirklich wirtschaftlich stärker werden. Ganz ehrlich: Nur auf Tourismus zu setzen, reicht einfach nicht mehr.

Schlüsselmaßnahmen:

Maßnahme
Ziel
Förderung von Unternehmen
Neue Arbeitsplätze schaffen
Steuererleichterungen
Junge Menschen entlasten
Rückkehranreize für Fachkräfte
Wissen und Erfahrung stärken

Quelle: Greek Reporter


Der Übertourismus

Santorin

Über-Tourismus (Over-Tourismus) zeigt sich auf verschiedene Arten. Man kann ihn grob in drei Kategorien einteilen: Zu viele Besucher an beliebten Orten, Touristen, die sich nicht an lokale Regeln halten, und negative Folgen durch den Massentourismus auf das tägliche Leben der Einheimischen.

Diese Kategorien machen klar, wie unterschiedlich der Effekt auf Städte und Gemeinden ausfällt.

Der erste Typ ist der klassische Besucheransturm. Besonders in Städten entstehen dadurch enge Straßen und Plätze, die kaum noch nutzbar sind.

Orte wie Barcelona oder Paris zeigen, wie schnell der Raum für Anwohner knapp wird. Der zweite Typ betrifft das Verhalten einzelner Touristen.

Wenn sie kulturelle Normen missachten, entstehen leicht Konflikte. Der dritte Typ ist der nachhaltige Schaden durch Überlastung der Infrastruktur, Umweltverschmutzung und steigende Preise.

Das Zusammentreffen dieser Typen ruft oft starke Reaktionen hervor. Bürgerproteste und Demonstrationen nehmen zu, wenn Touristenströme einfach weiter wachsen.

In Städten wie Genua oder auf Inseln wie Mallorca sind sogar aggressive Aktionen gegen Touristen passiert. Diese Aktionen zeigen, wie frustriert viele Einheimische inzwischen sind.

Oft nehmen auch Mitarbeitende von Museen oder anderen Einrichtungen an Protesten teil, um auf die Lage aufmerksam zu machen.

Es gibt auch wirtschaftliche Spannungen. Tourismus bringt zwar Geld und Jobs, aber Plattformen wie Airbnb machen den Wohnungsmarkt für Einheimische immer schwieriger.

Günstige Wohnungen verschwinden. Gleichzeitig ersetzen Souvenirläden immer öfter Läden für den Alltag.

Das fördert eine Konsumkultur, die wenig mit den Bedürfnissen der Einheimischen zu tun hat.

Die Frage nach der Verantwortung sorgt für Streit. Wer ist schuld an der Entwicklung?

Viele kritisieren Lokalregierungen, weil sie zu spät oder gar nicht handeln. Tourismusunternehmen und Vermittlungsplattformen geraten ebenfalls in die Kritik, weil sie die Verdrängung der Bewohner vorantreiben.

Und ja, auch die Touristen sind Teil der Debatte, denn ihr Verhalten hat direkte Auswirkungen auf die Lebensqualität vor Ort.

Oft fordern Betroffene strengere Regeln und ein Umdenken, um die Belastungen zu begrenzen. Das reicht von Limits für Kreuzfahrtschiffe bis zu mehr nachhaltigen Verkehrsmitteln.

Manche Städte investieren in umweltfreundliche Maßnahmen, um die Umwelt zu schützen und den Alltag der Einwohner zu verbessern. Die Umsetzung ist aber alles andere als einfach und stößt oft auf Widerstand.

Eine Übersicht der Kategorien und Reaktionen gibt es hier:

Kategorie
Auswirkungen
Reaktionen der Einheimischen
Überfüllung der Orte
Starke Enge, Verkehrsprobleme
Proteste, Blockaden
Respektloses Verhalten
Kulturelle Konflikte, Störungen
Kritik, Demonstrationen
Negative Umweltauswirkungen
Umweltverschmutzung, Wohnraumknappheit
Forderungen nach Regulierung

Der Kampf um Verantwortung bringt verschiedene Gruppen gegeneinander auf. Die Tourismusbranche redet vom wirtschaftlichen Nutzen, während die Bewohner auf die sozialen und ökologischen Kosten pochen.

Das Thema bleibt dadurch ziemlich emotional und sorgt für hitzige Diskussionen.

Konflikte verschärfen sich, wenn große Events oder Prominente in ohnehin überlaufenen Orten auftauchen. Aktionen wie die Verlegung einer großen Feier aus dem Stadtzentrum zeigen, wie Proteste tatsächlich Pläne verändern.

Überfüllter Tourismus ist längst kein reines Lokalproblem mehr. Die Besucherzahlen steigen nach der Pandemie wieder kräftig.

Manche Orte erreichen jetzt kritische Grenzen, bei denen die Lebensqualität der Menschen leidet.

Für nachhaltige Lösungen schlagen viele vor, den Tourismus gezielter zu steuern und mehr auf die Bedürfnisse der Einheimischen zu achten. Besucherkontingente, Touristenabgaben und Investitionen in öffentliche Infrastruktur könnten helfen.

So lässt sich vielleicht ein Gleichgewicht zwischen den Vorteilen und Nachteilen schaffen.

Die Zukunft des Reisens sieht jedenfalls deutlich komplizierter aus, als viele dachten. Städte wie Barcelona, Paris oder Inseln wie Zakynthos zeigen, wie dringend man sich mit den Folgen beschäftigen muss.

Mehr Infos zu den verschiedenen Formen des überfüllten Tourismus und den aktuellen Konflikten gibt’s hier: überfüllter Tourismus 2025.


Schwierige Zeiten für die Gastronomie

Restaurants beim Horn von Amalthea in Agios Nikolaos
Restaurants beim Horn von Amalthea in Agios Nikolaos.

Früher machten sich Griechen gern über die sparsamen Essgewohnheiten von Touristen lustig, besonders in Tavernen. Es hieß oft, Gäste bestellten nur einen Salat und Pommes.

Nach Jahren der Finanzkrise, steigenden Preisen und einem Tourismus-Modell, das eher wohlhabende Besucher anzieht, sieht das heute ganz anders aus. Jetzt bestellen auch immer mehr Einheimische eher günstig oder bleiben lieber gleich zu Hause und kochen selbst.

Die Entwicklung zeigt sich auch in den Umsatzzahlen der Gastronomie. Im zweiten Quartal 2025 lag der Umsatz bei 2,72 Milliarden Euro – das sind 2,6 % weniger als im Vorjahr.

Es war schon das zweite Quartal mit sinkenden Zahlen. Im ersten Quartal fiel der Umsatz sogar um 7,6 % im Vergleich zu Anfang 2024.

Im gesamten ersten Halbjahr 2025 ging der Umsatz damit um 4,7 % zurück. Nicht gerade ein gutes Zeichen.

Der Trend zum Selberkochen spiegelt sich auch in höheren Umsätzen im Lebensmitteleinzelhandel wider. Besonders auf Inseln wie Kreta stiegen die Supermarktverkäufe deutlich – um 9,5 % und 8,1 % im ersten Halbjahr.

Die Inflation verschärft das Ganze noch. Bis Ende Juli kletterten die Preise in der Gastronomie um 6,6 %, Pauschalreisen wurden 6,4 % teurer.

Regionale Unterschiede sind klar zu erkennen. Santorini, sonst ein Hotspot, verlor im zweiten Quartal beim Umsatz satte 21 %.

Auch die Besucherzahlen gingen dort zurück, was wohl auch an ungewöhnlichen Erdbeben zu Jahresbeginn lag. Andere beliebte Ziele meldeten ebenfalls zweistellige Rückgänge.

In Städten wie Attika und Thessaloniki gab es ebenfalls Verluste – 1,9 % beziehungsweise 5,2 %. Das ist schon spürbar.

Die Gastronomiebranche steht also unter Druck. Steigende Preise und veränderte Urlaubsmuster machen es den Betrieben nicht gerade leicht.

Mehr Details und Zahlen gibt’s bei Gloomy times for catering.


Kreta verzeichnet Tourismuswachstum, aber hohe Auslastung mit 550.000 Betten nicht möglich

Hotelanlagen bei Elounda
Luxus-Hotelanlagen bei Elounda, nahe Agios Nikolaos.

Kreta erlebt gerade einen deutlichen Anstieg bei den Touristenzahlen. Trotzdem wirkt es fast schon unmöglich, alle 550.000 Betten auf der Insel voll zu bekommen.

Die Zahl der Hotelbetten wächst langsam und ziemlich kontrolliert. Aber bei kurzfristigen Vermietungen wie Airbnb geht’s richtig ab – da explodieren die Angebote förmlich.

Dadurch hat sich das Gesamtangebot an Übernachtungsmöglichkeiten fast verdoppelt. Das verändert die Dynamik auf dem Markt spürbar.

Unterkunftstyp
Anzahl Betten (ca.)
200.000
Kurzzeitvermietungen
200.000

Viele Hotels melden zwar gute Belegungszahlen. Doch die immer größere Auswahl bei Ferienwohnungen sorgt dafür, dass die Auslastung insgesamt sinkt.

Auch in privaten Unterkünften bleiben überraschend viele Betten leer. Diese riesige Bettenzahl macht es einfach schwer, das ganze Jahr über hohe Auslastungen zu schaffen.

Luxus-Hotels trifft es besonders, vor allem in Orten wie Agios Nikolaos und Elounda. Sie müssen oft mit Sonderangeboten locken, um in der Hauptsaison Gäste zu gewinnen.

Das drückt natürlich auf die Wirtschaftlichkeit. Aber anders geht’s kaum, wenn man nicht abgehängt werden will.

Für das nächste Jahr erwarten viele noch mehr Gäste, weil neue Tourismusangebote und Pakete gebucht werden. Ob das die Situation entspannt? Schwer zu sagen.

Mehr Details gibt’s in einer Analyse zur Tourismusentwicklung auf Kreta.

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