Ermüdungserscheinungen im griechischen Tourismus und was läuft diese Saison auf Mykonos und Santorin?
Überblick zur Tourismusnachfrage und Ausgaben in Griechenland
Im Juni 2025 zeigte sich in der griechischen Tourismusbranche ein interessanter Trend. Die Besucherzahlen sanken leicht, aber jeder Tourist ließ deutlich mehr Geld im Land.
Das passierte schon den zweiten Monat in Folge. Gestiegene Preise und das wachsende Interesse wohlhabender Gäste spielten eine Rolle.
Auch die neue Schengen-Mitgliedschaft Bulgariens veränderte die Erfassung der Grenzübertritte. Besonders bei Ankünften über Landwege aus den Balkanstaaten machte sich das bemerkbar.
Das alles beeinflusst die Einnahmen der Branche direkt. Gleichzeitig steigen die Betriebskosten und die Löhne, was die Gewinne der Unternehmen unter Druck setzt.
Die Bank von Griechenland hat die Situation in Zahlen gegossen:
Monat | Rückgang der Ankünfte (%) | Rückgang der Straßenanreisen (%) | |
|---|---|---|---|
Mai 2025 | +17,7 | -2,7 | -21,5 |
Juni 2025 | +8,8 | -1,7 | -19,7 |
Im Mai stiegen die Einnahmen, obwohl weniger Gäste kamen. Der Rückgang bei Landanreisen fiel besonders stark aus, und diese Gäste geben meist ohnehin weniger aus.
Viele Besucher aus den Nachbarländern reisen erst ab Mitte Juni an. Deshalb werden die Zahlen von Juli bis September zeigen, wie das Jahr am Ende wirklich läuft.
Im internationalen Vergleich bleibt es spannend. Die Einnahmen aus westeuropäischen Ländern wachsen trotz Inflation und geopolitischer Unsicherheiten weiter.
Diese Märkte sind für Griechenland Gold wert. Die Gäste aus Westeuropa geben pro Aufenthalt einfach mehr aus.
Gerade diese Gruppen treiben die Einnahmen nach oben. Man sieht das deutlich an den steigenden Durchschnittsausgaben pro Besucher.
Deutschland, Großbritannien und die USA gehören zu den wichtigsten Herkunftsländern. Ihre Gäste investieren oft mehr in griechische Dienstleistungen und Produkte als die Nachbarn aus dem Balkan.
Es bleibt ein Balanceakt: Weniger Gäste, aber höhere Ausgaben – das kann funktionieren, wenn die Ausgaben wirklich steigen.
Griechenland profitiert immer mehr von qualitativem Tourismus. Wohlhabendere Besucher zahlen bessere Preise für Hotels, Restaurants und Freizeitangebote.
Das kann der Wirtschaft mittelfristig mehr Stabilität bringen – zumindest, solange die Kosten nicht völlig aus dem Ruder laufen und Griechenland nicht zu abhängig von einzelnen Märkten wird.
Für die Tourismusstrategie zählt, die attraktiven Gäste zu halten und die Besucherzahlen nicht zu stark einbrechen zu lassen. Beides zusammen könnte Griechenland langfristig wettbewerbsfähiger machen.
Die reinen Ankunftszahlen erzählen also nicht die ganze Geschichte. Am Ende zählt, wie viel Wert die Gäste tatsächlich im Land lassen.
Es bleibt spannend zu beobachten, wie viel von den gestiegenen Einnahmen wirklich bei den lokalen Unternehmen ankommt. Und ob dieser Trend tatsächlich nachhaltig ist?
Die aktuelle Lage sagt jedenfalls einiges über die neue Besucherstruktur und das Ausgabeverhalten aus. Ob sich das in den nächsten Monaten hält, bleibt offen.
Reiseinformationen im Detail
Juni 2025 (im Vergleich zu Juni 2024)
Umsatz aus den EU-27-Ländern: +5,5 % auf 1,74 Mrd. €.
Umsatzerlöse aus Nicht-EU-Ländern: +12 % auf 1,40 Mrd. €.
Aus den Ländern des Euroraums: +13,5 % auf 1,41 Mrd. €.
Aus den EU-27-Ländern außerhalb des Euro: -18,8 % auf 332,2 Mio. Euro.
Wichtige Märkte
Deutschland: +18,6 % auf 594,6 Mio. Euro.
Frankreich: +19,9 % auf 192 Millionen Euro.
Italien: +25,7 % auf 180 Mio. €.
Großbritannien: +3 % auf 601,2 Mio. €.
USA: +64,7 % auf 247,3 Mio. Euro.
Russland: Kürzung auf 1,8 Millionen Euro.
Januar – Juni 2025 (im Vergleich zu 2024)
Gesamteinnahmen: +11 % auf 7,66 Milliarden Euro.
Aus den EU-27-Ländern: +8,5 % auf 4,07 Mrd. EUR.
Aus Nicht-EU-Ländern: +13,7 % auf 3,21 Mrd. €.
Aus den Ländern des Euroraums: +7,7 % auf 3,29 Mrd. €.
Aus den EU-27-Ländern außerhalb des Euro: +12,4 % auf 779,1 Mio. €.
Eingehender Reiseverkehr
Juni 2025 (vs. Juni 2024)
Reisende insgesamt: 4,6 Millionen, ein Rückgang um 1,7 %.
Über Flughäfen: +3,3 %.
Durch die Straßengrenzen: -19,7 %.
Aus den EU-27-Ländern: -8,1 %.
Aus Nicht-EU-Ländern: +8 %.
Wesentliche Änderungen
Deutschland: +9,5 %, 768,8 Tausend Reisende.
Frankreich: +29,6 %, 267,9 Tsd.
Italien: +29,7 %, 305,3 Tsd.
Großbritannien: +14,9 %, 811,2 Tsd.
USA: +24,1 %, 230,8 Tsd.
Russland: Anstieg auf 3 Tausend Reisende.
Januar – Juni 2025 (vs. 2024)
Reisende insgesamt: 11,69 Millionen, +0,6 %.
Über Flughäfen: +4,9 %.
Über die Straßengrenzen: -13,1 %.
Aus den EU-27-Ländern: -6,3 %.
Aus Nicht-EU-Ländern: +10,5 %.
Wichtige Märkte
Deutschland: +4,7 %, 1,85 Millionen Reisende.
Frankreich: -9,8 %, 610,1 Tsd.
Italien: +4,9 %, 617,2 Tsd.
Großbritannien: +11 %, 1,52 Mio.
USA: +20%, 694,1 mm
Russland: Anstieg auf 10,6 Tausend Reisende.
Schlussfolgerung
Die Daten der BoG zeigen, dass trotz des Umsatzanstiegs dank der höheren durchschnittlichen Ausgaben pro Fahrt der eingehende Touristenverkehr vor allem im Juni 2025 Ermüdungserscheinungen zeigt. Die Kombination aus hoher Inflation, einem Rückgang der Besucher aus einigen Märkten und einem Rückgang des Straßenverkehrs gibt Anlass zur Sorge über die Entwicklung des Tourismus in der zweiten Jahreshälfte.
Wer tiefer einsteigen will, findet in den Berichten zu den meistzahlenden Touristen in Griechenland 2025 weitere spannende Einblicke.
Wie entwickeln sich Mykonos und Santorini 2025?
2025 bringt spürbare Veränderungen im griechischen Tourismussektor. Die ausländische Nachfrage geht zurück, während die Griechen selbst wieder öfter buchen.
Mykonos und Santorini, die beiden berühmtesten Inseln, spüren das besonders. Die Zahlen und auch das Verhalten der Reisenden ändern sich merklich.
Für Santorini zeigen die offiziellen Daten einen Rückgang der internationalen Ankünfte um etwa 19 % im Vergleich zum Vorjahr. Gäste aus den USA, Kanada und Australien bleiben öfter fern.
Insgesamt liegt die Bewegung im Juni rund 10 bis 15 % unter Vorjahr. Mykonos hat sich nach einem Minus von 8 % bis April im Juni leicht erholt – immerhin plus 2 %.
Auch die Fährbuchungen spiegeln das wider. Bei Santorini sind sie um 7 % gefallen, Mykonos hält sich stabil.
Suchanfragen für „Piräus – Santorini“ und „Mykonos – Santorini“ sind deutlich weniger geworden, minus 16 % bzw. 25 %. Mykonos legt dagegen leicht zu, plus 2 %.
Internationale Nachfrage leidet
Die wichtigsten Märkte für Santorini, also die USA, Kanada und Australien, buchen deutlich seltener. Fährenreservierungen aus den USA sinken um 5 %, aus Australien um 6 %, aus Kanada um 2 %.
Frankreich meldet sogar einen Rückgang von 20 %. Mykonos schneidet bei US-Gästen besser ab, aber auch dort gibt’s weniger Buchungen aus Australien (-10 %) und Kanada (-22 %).
Trotzdem halten die wachsenden Buchungen aus dem Inland die Zahlen insgesamt stabil. Airbnb meldet für Santorini im Jahresverlauf Rückgänge von bis zu 20 %.
Wirtschaftlicher Druck und Reaktionen
Viele Unternehmen auf Mykonos reagieren mit kräftigen Preisnachlässen, um Gäste anzulocken. Rabatte von bis zu 45 % in der Hochsaison sind aktuell keine Seltenheit.
Das zeigt, wie groß der Druck auf Hotellerie und Gastgewerbe geworden ist. Viele müssen wohl ihre Strategien überdenken, um nicht abgehängt zu werden.
Wichtige Zahlen im Überblick
Insel | Veränderung internationale Ankünfte | Veränderung Fährenbuchungen | Google-Suchanfragen |
|---|---|---|---|
Santorini | -19 % | -7 % | -16 % |
Mykonos | -8 % bis April, +2 % im Juni | Stabil | +2 % |
Die Zahlen zeigen recht deutlich, wie unterschiedlich die Trends auf den Inseln gerade ausfallen.
Mykonos erholt sich langsam, während Santorini stärker mit der sinkenden internationalen Nachfrage kämpft.
Der heimische Markt bekommt dadurch mehr Gewicht beim Geschäftsvolumen.
Wer sich dafür interessiert, wie sich das alles weiterentwickelt, findet mehr Infos in den detaillierten Berichten zu Mykonos und Santorini.



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