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Wildtiere

Wildtiere auf Kreta.

Wildtiere
Wildtiere aus der Buschlandschaft Kretas.

Säugetiere, Reptilien und Amphibien, Insekten und Gliederfüßer auf Kreta.

Wildtiere auf Kreta

Säugetiere

Kretische Säugetiere sind schwer zu finden, in der Regel nachtaktiv und sehr selten zu sehen. Auf Inseln gibt es in der Regel weniger Arten als auf dem Festland, und Kreta bildet hier keine Ausnahme: Es gibt nur etwa halb so viele Arten wie auf dem griechischen Festland.

Selbst so weit verbreitete und alltägliche Tiere wie das rote Eichhörnchen oder der Fuchs haben es nie über das Meer geschafft. Deshalb findet man in den kretischen Bergen auch keine großen und interessanten Säugetiere wie Wölfe oder Luchse, welche auf dem Festland manchmal anzutreffen sind.

Kretische Stachelmaus
Kretische Stachelmaus
Dafür gibt es jedoch die ein oder andere Entschädigung, da Inseln oft ihre eigenen endemischen Arten haben. Eine davon ist die kretische Stachelmaus, die nirgendwo sonst auf der Welt vorkommt. Wenn Ihr Euch in der Abenddämmerung auf einem felsigen Hügel aufhalten, könnt ihr diese große Maus mit sehr großen Ohren und einem stacheligen Rücken beim Herumstöbern beobachten.

 
 

Kri-Kri
Kri-Kri, die kretische Wildziege im Naturhistorischen Museum.
Dann kommt auf Kreta noch die uralte Wildziege oder Kri-kri vor. So gibt es noch eine kleine Population in den Weißen Bergen rund um die Samaria-Schlucht und auch auf einigen vorgelagerten Inseln. Um sie zu sehen, braucht man viel Glück und am besten gelingt dies noch in Zoos.

Darüber hinaus gibt es auf Kreta vierzehn Fledermausarten sowie Wiesel, Dachse, Hasen, Igel, Feldmäuse, Spitzmäuse und Steinmarder.
Wenn Dachse sich bedroht fühlen, zum Beispiel indem man eine abgelegene Berghöhle mit seinen Nachkommen betritt, können sie einem Menschen Schaden zufügen. Die Dachse sind jedoch selten und leben in abgeschiedenen Gegenden, weit weg von menschlichen Ansiedlungen.

Dachse und Marder
Auf Kreta kommen auch Dachse und Marder vor.

Im Meer um Kreta gibt es mehrere Meeressäugetiere, die gelegentlich in küstennahen Gewässern gesichtet werden können. Die vom Aussterben bedrohte und extrem seltene Mittelmeer-Mönchsrobbe brütet in einigen Meereshöhlen rund um die Insel.

Mönchsrobbe
Mönchsrobbe

Die tiefen Gewässer vor der Südküste von Chania sind in letzter Zeit für eine Population von Pottwalen bekannt geworden.
Delfine – die schon die Minoer begeisterten – kann man überall von der Insel aus sehen, aber am ehesten bekommt man sie zu Gesicht, wenn man auf einem Boot oder einer Fähre sitzt.

Eine neue zoologische Entdeckung war 1996 die Wiederentdeckung der kretischen Wildkatze, die lange Zeit als ausgestorben oder als Fabelwesen galt. Nur ein einziges Exemplar wurde jemals lebend gefangen, und der Populationsstatus des Tieres ist immer noch unbekannt.

Kretische Wildkatze

 

Auf Kreta gab es schon lange Legenden und Mythen über Fourikattos, die ‚wütenden Katzen‘, welche Gebirgswildkatzen sind.
Obwohl 1905 die Teilnehmerin einer britischen Wissenschaftsexpedition zwei Felle eines solchen Biestes auf dem Markt in Chania erworben hatte, galt die Existenz einer solchen Kreatur unter den Wissenschaftlern fast das ganze letzte Jahrhundert als unwahrscheinlich. Sie bezweifelten auch die Geschichten von Schafs- und Ziegenhirten, welche behaupteten, so eine Wildkatze gesehen zu haben.

1996 untersuchte jedoch ein italienisches Universitätsteam die Raubtiere in den kretischen Bergen. Als sie eines Morgens ihre Fallen inspizierten, stellten sie erstaunt fest, dass sie eine 5 1/2 kg schwere Wildkatze gefangen hatten.
Diese Meldung erregte großes Aufsehen, denn das Tier wurde zu Studienzwecken an die Universität von Kreta gebracht, bevor es mit einem Funkortungsgerät ausgestattet wieder in die freie Wildbahn entlassen wurde.


Die gelbbraune Katze mit den kleinen luchsähnlichen Bücheln gehört nicht zu den Unterarten der Katzen auf dem griechischen Festland oder im übrigen Europa. Ihr nächster Verwandter ist eine Art, die in Nordafrika und Sardinien lebt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich um ein äußerst scheues und nachtaktives Tier handelt, was erklärt, warum sie so selten gesehen wird.

Die Entdeckung des Tieres hat nicht nur Generationen von Kretern recht gegeben, sondern auch die zoologische Geschichte der Insel auf den Kopf gestellt. Jüngste Forschungen haben weitere Wildkatzen nachgewiesen, aber es gibt ernsthafte Bedenken für ihre Zukunft, da ihre natürliche Umgebung durch die Entwicklung beeinträchtigt wird.

Die Wissenschaftler rätseln nun, wie das Tier überhaupt nach Kreta gekommen ist – wurde die Katze vielleicht von den Vorfahren der Minoer als domestiziertes Tier mitgebracht, oder ist sie schon auf Kreta, seit die Insel vom Festland getrennt wurde ?


Reptilien und Amphibien

Kretische Reptilien
Kretische Reptilien im Naturhistorischen Museum.

Das heiße, felsige Terrain Kretas eignet sich gut für Reptilien, denn es gibt viel Sonne und viele Felsen, unter denen sie sich verstecken können. Jedoch hat die natürliche Isolation der Insel die Zahl der vorkommenden Arten auf weniger als ein Drittel gegenüber denjenigen auf dem griechischen Festland vorhandenen Reptilienarten eingeschränkt.

Einige davon zu sehen ist aber recht einfach. Wenn Ihr Euch irgendwo im Westen der Insel auf eine Steinmauer setzt und beobachtet, werdet ihr mit ziemlicher Sicherheit die kleine lokale Mauereidechse, die Erhard-Mauereidechse, sehen.

Balkan-Grüneidechse
Balkan-Grüneidechse

Ein Rascheln in den Felsen am Straßenrand könnte ein Gefleckter Walzenskink sein. Dieser sieht ein bisschen wie eine Eidechse aus, aber mit einem dickeren Körper und einem stämmigeren Hals.
In den Büschen der Macchia und der Phrigana können man die Balkan-Grüneidechse sehen, ein wahrhaft prächtiges, bis zu 50 cm langes, leuchtend grünes Tier, von dem meist nur der Schwanz zu sehen ist, wenn es auf seinen Hinterbeinen von einem Busch zum anderen rennt.

Nachts ersetzen Geckos die Eidechsen. Geckos sind klein (weniger als 10 Zentimeter), haben große Augen und runde Haftballen an den Zehen, mit denen sie kopfüber an der Decke laufen können.
Manchmal kommen sie auch in die Häuser, wo sie zumeist abgesehen bei Katzen und Hunden, willkommen sind, denn sie halten die Mücken und andere stechende Insekten fern. Auf Kreta kommen drei von vier europäischen Arten vor.

Die Insel ist auch einer der wenigen Orte, an denen das Chamäleon in Europa vorkommt, obwohl es extrem selten ist und es nur ein paar bekannte Exemplare gibt. Dies könnte aber auch auf dessen Fähigkeit zur effektiven Tarnung zurückzuführen sein.
Es lebt in Büschen und niedrigen Bäumen und jagt am Tag. Seine Grundfarben sind grünlich, können sich aber natürlich dem Hintergrund anpassen und variieren daher.

Schildkröte auf Kreta
Auch für den Hund interessant: Schildkröte auf Kreta.
Aus der Spezies der Schildkröten kommt auf Kreta auf natürliche Weise nur die Gestreifte Nackenschildkröte vor. Sie gibt es vor allem in Lebensräumen mit ausreichendem Süßwasser, zum Beispiel im Kournas-See und im Vogelschutzgebiet von Ayia. Selbst in den Zisternen des Palastes von Zakros kommen sie vor.

Es gibt auch Meeresschildkröten im Mittelmeer, welche man mit etwas Glück beim Schwimmen oder von einem Boot aus sehen kann, wenn sie sich an der Wasseroberfläche sonnen. Sie gehören meistens zu den Unechten Karettschildkröten, welche bis zu einem Meter lang werden können.
Auf Kreta gibt es bedeutende Brutpopulationen der Tiere an den Stränden westlich von Chania, um Matala und die größte mit mehr als 350 Nester bei Rethymno.

Crete Aquarium
Meeresschildkröte im Crete Aquarium.

Die mit dem Tourismus verbundenen Entwicklungen bedrohen jedoch ihr Überleben. So werden jedes Jahr viele Schildkröten von Motorbooten verletzt, ihre Nester werden von Quad-Bikes, Motorrädern und Jeeps zerstört und die an den Stränden frisch geschlüpften Jungtiere verfangen sich in Liegestühlen und Sonnenschirmen, welche nachts noch auf dem Sand stehen. Außerdem lassen sich die Schildkröten leicht durch Lärm und Licht erschrecken, wodurch wildes Kampieren, Wohnmobile und Diskotheken in der Nähe für sie unliebsamen Mitbewohner sind.
Die griechische Regierung hat Gesetze zum Schutz der Unechten Karettschildkröten erlassen, und die Sea Turtle Protection Society of Greece betreibt jetzt ein ehrgeiziges Schutzprogramm, aber oft ziehen die lokalen wirtschaftlichen Interessen einen Strand voller toter Tiere einem Meer voller Schildkröten vor.

Katzenschlange
Eine Katzenschlange ruht auf einem ausgetrockneten Baum.

Die letzte Gruppe der Reptilien sind die Schlangen, welche durch vier Arten vertreten sind, von denen nur eine giftig ist – die Katzenschlange. Sie ist Nachtaktiv und hat nur Reißzähne und es ist daher äußerst sehr unwahrscheinlich, dass sie einen Menschen beißt und dabei ihr schwaches Gift zur Wirkung kommt, sodass man sich bei einem Spaziergang in den Hügeln nicht übermäßig sorgen muss. Außerdem sind die meisten Schlangen ohnehin sehr scheu und lassen sich leicht erschrecken.

Eine Spezies, nach der man Ausschau halten sollte, ist die wunderschöne Leopardenschlange, die grau ist und mit roten Flecken mit schwarzen Rändern. Sie sonnt sich gerne am Rande von Straßen und Wegen.

Kretische Frösche und Schildkröten
Kretische Frösche und Schildkröten im Naturhistorischen Museum.

Nur drei Arten von Amphibien kommen auf Kreta vor. Die Wechselkröte ist kleiner als die übliche Erdkröte und hat einen auffällig grün-grau marmorierten Rücken.
Der Moorfrosch ist ein großes Exemplar seiner Gattung und vor allem grünlich, aber variabel in der Farbe und im Frühjahr sehr laut. Dagegen sind die Laubfrösche klein, leben auf Kreta in Bäumen und quaken nachts sehr laut herum.


Insekten

Auf der Welt gibt es etwa eine Million verschiedene Insektenarten, und auf Kreta gibt es wahrscheinlich auch ein paar hundert, die noch nicht wissenschaftlich beschrieben oder registriert sind. Am unangenhmsten davon sind die Stechmücken auf Kreta.

Ungefähr ein Drittel aller Insektenarten auf der Insel sind Käfer, und wo immer ihr hingeht, fallen sie schnell auf.
So kann man Mistkäfer sehen, die wie der mythologischen Sisyphos eine Mistkugel über einen Weg rollt, wie der mythologische Sisyphos.

Gottesanbeterin
Eine Gottesanbeterin, fotogen auf der Hauswand.
Wenn Ihr Zeit habt, die Büsche und kleine Bäume genau zu betrachten, werdet ihr vielleicht eine Stabheuschrecke oder einer Gottesanbeterin entdecken. Diese Lebewesen sind aber aufgrund ihrer hervorragenden Tarnung nur selten zu sehen.

Die Familie der Heuschrecken und Grillen ist weit verbreitet, und die meisten Grasflächen beherbergen einige von ihnen. Grashüpfer erzeugen ihr zirpendes Geräusch, indem sie einen Flügel an einem Bein reiben, während Grillen ihr Zirpen durch das Reiben beider Flügel aneinander erzeugen.

Zikaden, welche die meisten Menschen für Grashüpfer halten, sind eigentlich gar nicht mit ihnen verwandt – sie gehören eher zu den großen Blatthüpfer. Ihr ununterbrochener, schwirrender Ruf ist eines der charakteristischen Geräusche der Mittelmeer-Nacht und wird durch die schnelle Vibration von zwei Membranen erzeugt, die Tymbal genannt werden, uns sich auf beiden Seiten ihres Körpers befinden.

Naturhistorisches Museum
Schmetterlinge im Naturhistorischen Museum
Die vielleicht auffälligsten Insekten sind die Schmetterlinge. Vom Frühling bis fast in den Sommer hinein ist es eine gute Zeit, um Schmetterlinge zu beobachten. Zusätzlich kommt im Herbst eine zweite Welle bei vielen Arten, welche dann Erwachsen sind.

Zu den interessantesten Arten dieser Gattung auf Kreta gehören zwei Arten von Schwalbenschwänzen, welche leicht durch ihre Größe, ihre gelb-schwarze Färbung und die langen Ausläufer an den Hinterflügeln identifiziert werden können.
Die Kleopatra ist ein großer, leuchtend gelber Schmetterling, ähnlich dem Krempenschwärmer aus Nordeuropa, aber größer und bunter.
Achten sollte man auch auf den Kretischen Argus, welcher eine schokoladenbraune Farbe hat und nur in den Psiloritis- und Dikti-Bergen vorkommt. Allerdings gilt er heute als zunehmend durch menschliche Aktivitäten bedroht.


Gliederfüßer

Skorpion auf Kreta
Ein im Haus auf einem Blatt Papier ’sichergestellter‘ Skorpion.

Skorpione gehören zur Gattung der Spinnentiere und es kommen verschiedene Arten auf Kreta vor, welche aber alle in der Regel für Menschen ohne allergische Reaktionen aufgrund ihres schwachen Giftes nicht lebensbedrohlich sind.

Es gibt mindestens drei Arten von Skorpionen auf Kreta. Stiche sind selten, kommen aber durchaus vor und sind sehr schmerzhaft. Vorsichtshalber sollten man einen Arzt oder Apotheker aufsuchen, vor allem, wenn man an einer seltenen Allergie gegen dieses Gift leidet, denn in diesem Fall kann ein Stich gefährlich sein.
Beim Heben von Steinen und vor allem beim Wühlen in alten Holzstapeln sollte man vorsichtig sein. Auch in den Löchern von Olivenbäumen verstecken sie sich gerne und manche nisten sich durch offene Gartentüren oder Fenster auch gerne in Erdgeschoss-Wohnungen ein. Dann verstecken sie sich gerne auch in irgendwo abgestellten Schuhen, worauf man vor dem Anziehen achten sollte.

Kretische Skorpione sind kleiner als die meisten Touristen erwarten. Einige Arten, wie der häufige schwarze Euscorpius Carpathicus und Euscorpius Flavicaudis (Südeuropäischer Skorpion), werden nur 3-4 cm lang.

Die Arten der Gattung Mesobuthus Gibbosus sind heller und viel größer und können bis zu 12 cm lang werden, was ziemlich furchterregend sein kann. Stiche von großen Exemplaren sollten von einem Doktor behandelt werden.

Schließlich gibt es zwei Gattungen von Iurus Doufoureius, welche am harmlosesten sind, obwohl ein Stich Schmerzen verursachen kann. Sie findet man auch öfters in Häusern.

Die einzigen Berichte über Verletzungen von Menschen durch Spinnen auf Kreta beziehen sich auf kleine ‚Springspinnen‘, die nachts zubeißen können. Ihr Biss kann sich häufig infizieren, sodass eine Behandlung erforderlich ist. Der Biss selbst ist nicht giftig und es kommt offensichtlich nicht zu häufig vor, aber diese Spinnen können tatsächlich hoch und weit springen.

Außerdem kommen auf Kreta zahlreich Hundert- und Tausendfüßer vor. Gerade letztere sollte man nicht erschrecken oder verletzten, da sie dann eine übel riechende Flüssigkeit verbreiten, welche ihre Fressfeinde – vor allem Vögel – abschrecken soll. Sie sind außerdem nützliche Lebewesen, welche Schadstoffe aus der Erde entfernen und wenn sie sich in das Haus verirrt haben, sollte man sie wieder vor die Tür setzen. Dabei rollen sie sich zu ihrem Schutz zusammen. Sie verkriechen sich manchmal ebenso wie Skorpione in offen abgestellten Schuhen, und wenn man diese anzieht, werden sie zerquetscht und geben ihr stinkendes Sekret frei.

Gliederfüßer auf Kreta
Gliederfüßer auf Kreta

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