Kurznachricht vom Freitag, 6. Februar 2026:

Griechenland ergreift mutige Maßnahmen, um seinen Wohnungsmarkt von ausländischen Spekulanten zurückzugewinnen. Die Regierung hat eine radikale Überarbeitung ihres Golden-Visa-Programms angekündigt – eines der beliebtesten Aufenthaltsprogramme für Investoren in Europa –, um ausländische Investitionen weg von kurzfristigen Vermietungsspekulationen und hin zu echten Lösungen für die eskalierende Wohnungskrise des Landes zu lenken.
Das Problem: Wohnungen unter Beschuss
Seit Jahren zieht das griechische Golden-Visa-Programm wohlhabende Investoren aus aller Welt an, die eine Aufenthaltsgenehmigung für Europa suchen. Das Programm generierte zwar Investitionskapital, hatte jedoch eine unbeabsichtigte Folge: Tausende von Wohnungen wurden ausschließlich für Airbnb und Plattformen für Kurzzeitvermietungen gekauft und damit aus dem langfristigen Wohnungsmarkt genommen.
Das Ergebnis? Explodierende Mieten, sinkende Verfügbarkeit von Wohnraum und eine sich verschärfende Krise für normale Griechen, die sich in ihrem eigenen Land kaum noch eine Wohnung leisten können.
Minister Thanos Plevris erklärte die Motivation der Regierung: „Wir sichern uns mehr Investitionen, indem wir die Rahmenbedingungen für Investorenvisa neu gestalten. Das Ziel ist ein Rahmen, der transparent, einheitlich und funktional ist, aber gleichzeitig kontrolliert wird.“
Die bahnbrechenden Reformen
Griechenlands neuer Rahmen für Goldene Visa steht für einen philosophischen Wandel – weg von spekulativen Immobilienkäufen hin zu sozial verantwortlichen, langfristigen Investitionen. Hier sind die wichtigsten Änderungen:
1. Verbot von Airbnb-Käufen für neue Investoren
Die dramatischste Änderung: Neue Investoren können keine Wohnungen mehr ausschließlich für Kurzzeitvermietungen wie Airbnb erwerben. Diese einzelne Maßnahme zielt darauf ab, Tausende von Wohneinheiten wieder in den Markt für Langzeitvermietungen zurückzuführen, wodurch die Verfügbarkeit von Wohnraum sofort erhöht und der Preisdruck gemildert wird.
Was stattdessen erlaubt ist:
* Timesharing-Mietverträge innerhalb integrierter Touristenkomplexe
* Langfristige Verträge mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren innerhalb von Tourismusprojekten
Diese Unterscheidung stellt sicher, dass touristische Investitionen die Hotellerie unterstützen, ohne den Wohnraumbestand zu kannibalisieren.
2. Anreize für die Restaurierung historischer Gebäude
Die Regierung fördert nun aktiv Investitionen in denkmalgeschützte Immobilien. Investoren, die diesen Weg einschlagen, müssen einen technischen Bericht vorlegen, der den Abschluss umfassender Restaurierungs- oder Sanierungsarbeiten bestätigt, die zur Wiederbelebung historischer Gebäude und des architektonischen Erbes beitragen.
Dieser Ansatz haucht den architektonischen Schätzen Griechenlands neues Leben ein und schafft gleichzeitig moderne, lebenswerte Räume.
3. Umwandlung veralteter Industriegebäude
Ein wichtiger neuer Anreiz fördert die Umwandlung stillgelegter Industriegebäude und Fabriken in moderne Wohngebäude oder gemischt genutzte Räume. Um eine Nutzungsänderungsgenehmigung zu erhalten, müssen Investoren Unterlagen vorlegen, aus denen hervorgeht, dass das Gebäude in den letzten fünf Jahren nicht als Industrieanlage genutzt wurde (nachgewiesen durch Stromabschaltungs-Bescheinigungen oder öffentliche Aufzeichnungen).
Diese Strategie erfüllt mehrere Ziele gleichzeitig:
* Schaffung neuer Wohnraumangebote
* Revitalisierung vernachlässigter Stadtgebiete
* Förderung einer nachhaltigen Stadtentwicklung
4. Neue Entwicklungsanreize
Für Neubauten auf unbebauten Grundstücken oder landwirtschaftlichen Flächen können Investoren nun die Investitionsschwellen entweder wie folgt erreichen:
* Summe aus Kaufpreis und Baukosten ODER
* nur Baukosten
Dieser flexible Ansatz priorisiert die Schaffung von neuem Wohnraum gegenüber dem einfachen Erwerb bestehender Wohnungen – ein entscheidender Unterschied bei der Bekämpfung der Wohnungsknappheit.
Straffere Bürokratie, strengere Kontrollen
Während die Verfahren für legitime Investoren vereinfacht werden, stärkt der neue Rahmen gleichzeitig die Aufsicht, um Missbrauch zu verhindern:
* Einheitliches Dokumentationssystem: Für alle Arten von Investitionen – Immobilienkauf, Nutzungsänderung, Timesharing-Mietverträge – gelten nun einheitliche Dokumentationsanforderungen.
* Elektronische Anträge: Zum ersten Mal können Investoren Anträge elektronisch einreichen, wodurch sich die Bearbeitungszeiten verkürzen.
* Erweiterte Anforderungen:
– Private Versicherungspolice (obligatorisch)
– 2.000 € E-Gebühr (ca. 2.315 $)
– 180 € Konsulargebühr (ca. 208 $)
Laut Regierungsangaben: „Es war notwendig, den Druck auf den Wohnungsmarkt durch Investitionen zu stoppen, die Wohnraum vom Markt nahmen.“
Die umfassendere strategische Vision
Diese Überarbeitung spiegelt einen tiefgreifenden Wandel in der Investitionsphilosophie Griechenlands wider – von der Maximierung der Kapitalzuflüsse hin zur Ausrichtung der Investitionen auf echte wirtschaftliche und soziale Vorteile. Die Ziele der Regierung sind klar:
✓ Begrenzung der Spekulation auf dem Wohnungsmarkt
✓ Erhöhung der Verfügbarkeit von Wohnraum für die Bürger
✓ Verlagerung von Investitionen hin zu Revitalisierungsprojekten
✓ Unterstützung der Erhaltung des kulturellen Erbes
✓ Schaffung eines transparenten, einheitlichen Investitionsrahmens
✓ Stärkung der Realwirtschaft statt parasitärer Spekulation
Was dies für Griechenland bedeutet
Für normale Griechen bieten diese Reformen greifbare Hoffnung. Durch die Entfernung Tausender Wohnungen aus dem Markt für Kurzzeitvermietungen und die Lenkung von Investitionen in Neubauten und die Restaurierung von Kulturgütern geht das Land das Problem der Wohnraumerschwinglichkeit an der Wurzel an.
Für seriöse Investoren bleibt der neue Rahmen attraktiv, während Kapital in Projekte fließt, die den griechischen Gemeinden und der griechischen Wirtschaft wirklich zugutekommen.
Der Wettbewerbsvorteil
Griechenland bleibt eines der attraktivsten Ziele für Golden Visa in Europa, und diese Reformen stärken diesen Status noch. Indem sich Griechenland als Ziel für verantwortungsbewusste, langfristige Investitionen positioniert, kann es anspruchsvolle Investoren anziehen, die sowohl Renditen als auch positive soziale Auswirkungen anstreben – eine wachsende Zielgruppe in der heutigen ESG-bewussten Investitionslandschaft.
Blick in die Zukunft
Die Regierung geht davon aus, dass diese Änderungen zu nachhaltigeren und verantwortungsvolleren Investitionen in allen Sektoren führen werden. Der Wandel vom massenhaften Erwerb von Wohnungen hin zu gezielten Revitalisierungsprojekten steht für eine Reifung der griechischen Investitionsstrategie.
Die Vision von Minister Plevris ist klar: ein Rahmen, der Investitionen sichert und gleichzeitig das Recht der griechischen Bürger auf bezahlbaren Wohnraum in ihrem eigenen Land schützt.
Die Überarbeitung des griechischen Golden-Visa-Programms läutet eine neue Ära ein – eine Ära, in der ausländische Investitionen den tatsächlichen Bedürfnissen des Landes dienen, anstatt sie zu untergraben. Es ist eine mutige Aussage, dass Wohnen ein Grundrecht und keine Spekulationsware ist.

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