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Die Insel

Kreta, die größte griechische Insel.

Golf von Mirabello
Kreta am Golf von Mirabello.

Zwischen Griechenland und Afrika gelegen, ist die fünftgrößte Mittelmeer-Insel eine Welt für sich. Die herausragende geografische Lage, praktisch in der Mitte des östlichen Mittelmeeres, zwischen den drei Kontinenten Europa, Asien und Afrika spielte eine entscheidende Rolle in seiner Geschichte, von der Antike bis zur Gegenwart.
Die Insel hat eine Fläche von 8.241 Quadratkilometern, welche auf 8.407 Quadratkilometern ansteigen, wenn die vorgelagerten Inseln Gavdos, Dia und Kouphonisi mitgerechnet werden. Kreta ist lang und schmal, seine größte Länge beträgt 260 km, während seine Breite von 60 km bis 12 km variiert.
Die Insel wird von vier Meeren umrandet: Karpathios im Osten, Myrtoos im Westen, dem Kretischen im Norden und dem Libyschen im Süden.

Entstehung der Insel

In der paläogenen Periode des Känozoikums war die Insel ein Teil von Kleinasien. Ihre heutige Form entstand während der tektonischen Bewegungen des Pliozäns und der quartären Faltung des Känozoikums. Diese Bewegungen lösten die Insel als unregelmäßige, lange, schmale Masse von Kleinasien ab und ließen sie wegdriften.

Später wurde ein großer Teil der Insel während der miozänen Subperiode des Känozoikums vom Meer bedeckt. Neue Brüche und Verschiebungen schufen ihre Hauptkontur, das reliefartige Aussehen der Insel mit ihren vier großen Gebirgszügen und kleineren Bergen. Diese Form wurde durch die letzten Bewegungen der Erdkruste vervollständigt.

Die jüngsten Gesteine sind die tertiären Sedimente, in denen versteinerte Überreste von Tieren gefunden wurden, wie der Zwergelefant und das Flusspferd Minor, wilde Rinder und Antilopen, die ursprünglich auf der Insel lebten, aber im Laufe der Zeit verschwanden.

Seit der Antike hat sich der Westen Kretas um fast zehn Meter angehoben. Daher sind Häfen, die in der Antike im Südwesten der Insel genutzt wurden, heute nicht mehr am Meer gelegen. Dafür sind im Osten Kretas einige antike Hafenstädte im Meer abgesunken.

Ursprung des Namens Kreta

'Immergrüne Platane' von Gortis
Die ‚Immergrüne Platane‘ von Gortis, wo angeblich der griechische Götterkönig Zeus mit Europa seine Hochzeit gefeiert und Minos gezeugt haben soll.
Kreta war in der Antike unter vielen Namen bekannt, wie z.B. Aeria (bedeutet ‚windig‘), Chthonia (entweder wegen der Größe oder von Demeter, der auf der Insel verehrt wurde und Chthonia hieß), Idaia (vom Berg Ida oder der Nymphe Idaia), Dolichi (wegen seiner langen, schmalen Form), Kouretis (das Land der Kouretes, also der Söhne der ‚Erde‘), Makaris oder Makaronisos (Land der Gesegneten, weil der Boden sehr fruchtbar war) und Telechnia (von den Telchinen, die zu den ersten Bewohnern der Insel gehörten), aber der Name Kreta (‚Kriti‘ in Griechisch) setzte sich durch.
Er wurde von der Nymphe Criti oder von Critos, dem Sohn des antiken Königs Zeus, abgeleitet.

Es gibt verschiedene mythologische Interpretationen, wer die Nymphe Criti war. Die häufigste ist, dass sie eine der Hesperiden war. Aber es gibt auch andere Meinungen, nach der sie die Tochter von Asterios Zeus und der Frau des ersten Minos war, oder dass sie die Tochter eines Kouretis war, die von Ammon während seiner Herrschaft geheiratet wurde und er änderte den Namen der Insel von Idaia in den seiner Frau. Sie galt als eine Heldin von der Insel, wie aus Darstellungen von ihr auf einer Vase mit Talos, einer anderen mit Daedalus und Ikarus hervorgeht, sowie von einem Wandgemälde, auf dem sie Theseus bei der Befreiung der jungen Menschen vom Minotaurus hilft.

Morphologie der Insel

Kreta ist durch eine Anzahl hoher Berge, welche die Insel durchkreuzen, gekennzeichnet. Es gibt tiefe Täler oder Schluchten und es haben sich zahlreichen Hochebenen zwischen den Bergen gebildet.

Berge und Hochebenen

Lassithi Plateau
Die Lassithi-Hochebene mit den noch schneebedeckten Dikti-Bergen im Hintergrund.

Die Insel wird durch drei große Bergketten und deren Ausläufer beherrscht. Im Westen in der Präfektur Chania befindet sich der große Bergkomplex der Weißen Berge oder Madares, der höchste Gipfel ist der Pachnes auf 2.453 Meter.
Ida oder Psiloritis liegt im Zentrum von Kreta, der höchste Gipfel ist Timios Stavros mit 2.456 m, zugleich die höchste Stelle auf Kreta.
Im Osten, am westlichen Rand der Präfektur Lasithi, befindet sich der große Dikte-Bereich oder die Lassithi-Berge, deren höchster Gipfel mit 2.148 Meter keinen Namen trägt. Es gibt einen niedrigeren Ausläufer nördlich vom Berg Ida, genannt Kouloukona, welcher seit der Antike als die Tallaia-Berge bekannt ist.

Auf der Südseite der Insel ist der Berg Kedros, 1777 Meter hoch und weiter nach Westen, im Süden der Ebene von Messara, befindet sich der Berg Kofinas oder Asterousia, 1231 Meter hoch. Die Sitelan-Halbinsel beinhaltet die Siteian-Berge, deren höchste Gipfel der Kliros mit 1.320 m, Afendis Kavousi mit 1.476 m und weiter westlich die tiefer liegenden Gipfel des Plagias (819 m) und Prinias (803 m) sind.

Es gibt fruchtbare Hochebenen zwischen den Bergen. Die wichtigsten sind Omalos in den Weissen Bergen auf einer Höhe von 700 m, sowie Nida auf der Ostseite vom Berg Ida in einer Höhe von 1.400 Metern, in der Nähe der Idaian-Höhle. Die berühmte Lassithi-Hochebene, die größte in ganz Griechenland, liegt in einer Höhe von 817 bis 858 Metern und ist praktisch flach, 10 x 5 km groß und verfügt über 21 Dörfer. Das Katharo-Plateau ist westlich von Kritsa in einer Höhe von 1.160 Metern.


Schluchten

Tal der Toten
Das ‚Tal der Toten‘ bei Zakros.

An vielen Stellen an den Hängen der Berge haben sich Schluchten durch tiefe, schmale Risse in der Erde gebildet und welche bei der Erhaltung der Flora und Fauna der Insel eine sehr wichtige Rolle gespielt haben. Die wichtigsten sind in den Weißen Bergen, wobei die größte und schönsten wohl die Samaria-Schlucht oder auch Pharanga ist, welche 18 km lang ist und von Xyloskalos Ayia Roumeli bis zum Libyschen Meer reicht.

Andere Schluchten sind Therisos in Kydonia, Stylos und Ramni, welche nahezu unpassierbar sind und die vollständig unpassierbare Ayia Eirene Selinas. Dazu gibt es noch die Imbros-Schlucht auf dem Askyfou-Plateau, die Schlucht des Flusses Petre an den Hängen des Kryoneritis und die Schluchten von Kotsifos, Kourtaliotis und Prasano in der Präfektur Lassithi.

Dazu gibt es einige Schluchten auf dem Berg Ida, wobei die bedeutendste die malerische Ayiofarango und die Arvi-Schlucht in Viannos sind. Die Cha-Schlucht Porofarango ist in Lassithi und Kryfti bei Sitia und Zakros.

Ebenen

Mesara-Ebene
Die Mesara-Ebene fotografiert im Winter vom Zugang zum Palast von Festos aus.

Die größte Ebene auf der Insel ist Messara in der Präfektur Iraklion. Andere kleinere, aber bedeutende sind die Ebene von Ierapetra in der Präfektur Lassithi, Apokoronos, Kydonia, Kissamos und Kandanos in der Präfektur Chania, Mylopotamos und Agios Vasileios in der Präfektur Rethymno und Pediada in der Präfektur Iraklion.

Flüsse, Seen und Quellen

Aufgrund der Dichte und der Zusammensetzung des Bodens, welcher über viele Risse und Spalten verfügt, ist die Insel Kreta nicht in der Lage, dass Regenwasser aufzunehmen. Das Wasser rinnt hinunter zum Meer und ist verloren, bevor es Flüsse und Seen bilden kann. Von daher gibt es keine nennenswerten Flüsse und die wenigen, welche es gibt, sind eher wie Wildbäche, da sie nur wenig oder gar kein Wasser im Sommer führen. Die wichtigsten Flüsse sind der Kourtaliotis oder Megas-Fluss, Platanias, Koiliaris, Anapodiaris und Almyros.

Es sind keine Seen bis auf Kourna. Es gibt Süßwasserquellen in der Gemeinde Amari in der Präfektur von Rethymno, in Viannos sowie in Ost- und West-Kreta.

Pflanzen- und Tierwelt

Pflanzenwelt auf Kreta
Bäume und Pflanzen links und rechts von einem Pfad auf Kreta.

In der Antike hatte Kreta eine üppige Vegetation und war dicht bewaldetet und fruchtbar. Nach Homer war es ‚reich auf dem Lande und in der umgebenden See‘, nach Dionysios Alexandreas war es ’sehr fruchtbar und ertragreich‘. Strabo und Plinius lobte seinen Wäldern. Platon und Diodor sprachen von den Zypressenwälder rund um Knossos. Es war stark mit allen Arten von Bäumen, Wild- und Kulturpflanzen überzogen, darunter viele wirksame Heilmittel, weshalb es Theophrastus als ’sehr heilsam‘ bezeichnete. Das alte Kreta hatte keine wilden Tiere oder Giftschlangen, was zu dem traditionellen Anspruch führte, dass Zeus dort geboren sein sollte oder das Hercules die Insel vom Wildgetier befreit hat.

Heutzutage, wegen des Klimas und des Bodens, aber auch vor allem wegen der großen Verwüstungen, welche die Insel im Verlauf der vielen Jahrhunderten unter der Herrschaft der verschiedenen Eroberer erfahren hatte, ist die Flora begrenzt, aber reich an Arten. Nach Expertenmeinungen gibt es 2.000 verschiedene Pflanzenarten auf Kreta, wovon 160 nur hier vorkommen. Diese seltenen Pflanzen werden vor allem in den Schluchten gefunden und an steilen Hängen, aber es gibt auch einige in den Ebenen und entlang der Küsten.

Kri-Kri
Kri-Kri, die kretische Wildziege.
Auf den Bergen der Insel gibt es Wälder aus Steineichen, Johannisbrot, Nussholz, Platanen, Kiefern und einige Eichen. Zitrusfrüchte, Trauben und Oliven werden in den Ebenen angebaut. Der Olivenhain von Rethymno ist der größte im Mittelmeer.

Zusätzlich zu der gewöhnlichen Tierwelt, welche auch in anderen Teilen Griechenlands vorkommt, gibt es eine seltene Form der Wildziege auf Kreta: das kretische Kri-Kri. Es lebt in den Weißen Bergen und der Samaria-Schlucht. Um die Tiere zu schützen, wurde die Jagd auf sie verboten und auf den vorgelagerten Inseln Dia, Theodorou und Ay. Pantes Reservate für sie eingerichtet. Es gibt keine wilden Raubtiere auf der Insel.

Küstenlinie

Küstenlinie Kreta
Küstenlinie im Nordosten bei Vilichadia (nördlich von Elounda).

Außerhalb der großen Buchten an der Nordseite der Insel ist die Küste felsig, mit vielen kleinen Buchten, zwischen denen sich Sandstrände verschiedener Größe befinden. Die Küste auf der Südseite ist – mit Ausnahme von West-Kreta – glatter und mit schönen Sandstränden. Es ist schwierig, sich der Küste im westlichen Teil zu nähern, während es im östlichen und nordöstlichen Teil Buchten, Stränden und den berühmten Vai-Pinienwald gibt.

Klima

Kreta verfügt über eine der mildesten und gesündesten Klimazonen in Europa. Der südliche Teil ist noch milder und auch geeignet für Winterurlaub. Das Klima auf den Hochebenen und den Bergen ist kontinental, wo es weniger Einflüsse vom Meer gibt.

Die Klimadaten und Tipps für den Badeurlaub sind hier zu finden.

Geschichte der Insel

Palast von Knossos
Palast von Knossos
Bereits aus der Jungsteinzeit stammen die ersten Spuren von Siedlungen und menschlichem Leben auf Kreta. Die ältesten niedergeschriebenen Informationen stammen von Homer und nachdem die Ausgrabungen der minoischen Kultur erfolgt war, teilte Professor N. Platon die Geschichte der Insel in die Steinzeit, der Vorpalastzeit, Neupalastzeit und der Nachpalastzeit ein, gefolgt von den wichtigsten Ereignissen oder Epochen der Herrschaft über Kreta.

Im Einzelnen sind dies:

  • Geschichte Kretas von der Altsteinzeit, über die Jungsteinzeit (6.100-2.700 v. Chr.) zur Vorpalastzeit in der Bronzezeit.
  • Palastzeit von der Altpalastzeit (1.900 v.Chr.) bis zur Blütezeit der Minoer in der Neupalastzeit (bis 1.500 v.Chr.).
  • Untergang der Paläste 1.500 v.Chr. bis 1.400 v.Chr. und die Nachpalastzeit (1.400 bis 1.100 v.Chr.).
  • Kreta in der Antike vom Protogeometrisches Zeitalter über die archaische Periode und dem klassischen hellenistischen Zeitalter bis zur Herrschaft durch Rom (1.100 v.Chr. bis 330 n.Chr.).
  • Byzantinische und venezianische Herrschaft: Kreta unter byzantinischer, arabischer und venezianischer Herrschaft (330-1669 n.Chr.).
  • Türkisches Kreta (1669-1898 n.Chr.).

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