Kurznachricht vom Donnerstag, 9. April 2026:

Wenn Sie ab morgen, dem 10. April 2026, in die Europäische Union ein- oder ausreisen, wird sich Ihr Erlebnis an der Grenze grundlegend ändern. Das lang erwartete Einreise-/Ausreisesystem (EES) der EU wird offiziell voll funktionsfähig und macht den traditionellen Passstempeln aus Tinte und Papier, die wir seit Jahrzehnten kennen, ein Ende.
Nach einer schrittweisen Einführung, die im Oktober 2025 begann, ist das System nun in allen 29 europäischen Ländern verpflichtend. Hier finden Sie alles, was Reisende wissen müssen, um Überraschungen am Flughafen zu vermeiden.
Was ist das Einreise-/Ausreisesystem (EES)?
Das EES ist ein hochmodernes digitales Registrierungssystem, das das manuelle Abstempeln von Reisepässen ersetzt. Es soll die Grenzsicherheit modernisieren, Identitätsbetrug reduzieren und genauer erfassen, wie lange Nicht-EU-Bürger sich im Schengen-Raum aufhalten.
Anstelle eines physischen Stempels erfasst das System digital:
* Biometrische Daten: Gesichtsbilder und Fingerabdrücke.
* Reisedaten: Datum und Ort der Ein- und Ausreise.
* Persönliche Informationen: Daten direkt aus Ihren Reisedokumenten.
Wen betrifft das?
Die neuen Vorschriften gelten für Nicht-EU-/Schengen-Bürger, die für Kurzaufenthalte (bis zu 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen) reisen. Dazu gehören:
* Visumbefreite Reisende (wie Bürger aus den USA, Kanada und Australien).
* Britische Staatsbürger (nach dem Brexit).
* Visumpflichtige Reisende.
* Nicht-EU-Immobilienbesitzer, die keine formelle Aufenthaltsgenehmigung besitzen.
Wer ist davon ausgenommen?
Sie müssen das EES nicht nutzen, wenn Sie unter eine der folgenden Kategorien fallen:
* Staatsangehörige von EU-Mitgliedstaaten oder Schengen-assoziierten Ländern.
* Inhaber von Langzeitvisa oder Aufenthaltsgenehmigungen, die von einem EU-Staat ausgestellt wurden.
* Familienangehörige von EU-Bürgern, die im Besitz einer gültigen Aufenthaltskarte sind.
* Staatsangehörige von Andorra, San Marino, der Vatikanstadt und Monaco.
* Irland und Zypern: Diese beiden Länder sind derzeit vom EES ausgenommen und werden vorerst weiterhin Reisepässe manuell abstempeln.
Rechnen Sie mit Verzögerungen: Die „Zwei-Stunden“-Warnung
Während das System langfristig darauf abzielt, die Grenzabfertigung zu beschleunigen, könnte die anfängliche Umstellung holprig verlaufen. Da Reisende bei ihrer ersten Grenzüberquerung unter dem neuen System ihre Fingerabdrücke und Gesichtsbilder erfassen lassen müssen, wird mit längeren Wartezeiten gerechnet.
Reiseexperten und die Europäische Kommission haben gewarnt, dass Reisende in Spitzenzeiten an großen Flughäfen und Grenzübergängen mit Wartezeiten von bis zu zwei Stunden rechnen müssen, da jeder in der neuen Datenbank registriert wird.
Warum diese Änderung?
Die EU führt das EES ein, um die Sicherheit zu erhöhen. Allein während der schrittweisen Einführungsphase hat das System bereits:
* über 24.000 Personen aufgrund gefälschter Dokumente oder fehlender Rechtfertigung an der Einreise gehindert.
* mehr als 600 Sicherheitsrisiken für Europa identifiziert.
Tipp für Reisende
Wenn Sie diese Woche nach Europa fliegen, kommen Sie früher als gewöhnlich am Flughafen an und stellen Sie sicher, dass Ihre Reisedokumente in einwandfreiem Zustand sind. Sobald Ihre biometrischen Daten im System gespeichert sind, sollten zukünftige Reisen deutlich schneller vonstattengehen, da Sie automatisierte Selbstbedienungskioske nutzen können.
„Brexit-Strafe“: Ryanair-Chef kritisiert EU wegen vierstündiger Warteschlangen bei der Passkontrolle
Reisende nach Europa werden vor „chaotischen“ Szenen an den Grenzkontrollen gewarnt, wobei Ryanair-CEO Michael O’Leary die massiven Verspätungen als absichtliche „Brexit-Strafe“ der Europäischen Union bezeichnet.
Da das neue Einreise-/Ausreisesystem (EES) der EU nun vollständig umgesetzt ist, berichten einige Flughäfen von Warteschlangen an der Passkontrolle, die bis zu vier Stunden dauern, was einen Wortkrieg zwischen dem Flugriesen und Brüssel ausgelöst hat.
Ein „strafender“ Ansatz gegenüber britischen Reisenden?
Michael O’Leary hat der EU vorgeworfen, britischen Reisenden nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Union absichtlich das Leben schwer zu machen. Laut dem Ryanair-Chef wird die Einführung des EES – das biometrische Daten wie Fingerabdrücke und Gesichtsscans erfordert – so gehandhabt, dass die Reibungsverluste für Nicht-EU-Bürger maximiert werden.
„Es ist zweifellos eine strafende Haltung gegenüber dem Vereinigten Königreich nach dem Brexit“, erklärte O’Leary und wies darauf hin, dass selbst Passagiere, die bereits im System registriert sind, oft in dieselben langsamen Warteschlangen gezwungen werden wie diejenigen, die zum ersten Mal abgefertigt werden.
Die „Hotspots“ des Chaos
Während die großen Drehkreuze zu kämpfen haben, warnte O’Leary, dass kleinere Regionalflughäfen in beliebten Urlaubszielen am stärksten unter Personalmangel und technischen Hürden leiden.
Zu den Flughäfen, an denen es derzeit zu den größten Verspätungen kommt, gehören:
* Teneriffa, Malta und Krakau: Dort sollen die Warteschlangen bereits die Vier-Stunden-Marke erreicht haben.
* Alicante, Faro und Sevilla: Diese wurden als Hochrisikozonen für erhebliche Störungen im Vorfeld der Sommersaison identifiziert.
Warum das System ins Stocken gerät
Das EES wurde entwickelt, um das manuelle Abstempeln von Reisepässen durch eine digitale Erfassung zu ersetzen. Die Einführung stieß jedoch auf mehrere „chaotische“ Hindernisse:
1. Personalmangel: An den Grenzübergängen steht nicht genügend Personal zur Verfügung, um den biometrischen Registrierungsprozess abzuwickeln.
2. Warteschlangenmanagement: Derzeit gibt es keinen effizienten „Fast Track“ für die 45 Millionen Reisenden, die bereits in der Datenbank registriert sind.
3. Der Sommeransturm: Angesichts der bevorstehenden Schulferien warnt Ryanair, dass sich die Situation ohne sofortiges Eingreifen erheblich verschlimmern könnte.
Forderung nach Aufschub
Angesichts der Störungen hat Ryanair die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, von einer „fünfmonatigen Aufschuboption“ Gebrauch zu machen, wodurch die vollständige verbindliche Umsetzung bis Oktober 2026 verschoben würde. Dies würde es den Flughäfen ermöglichen, sich in den ruhigeren Wintermonaten besser auf die biometrischen Anforderungen vorzubereiten, anstatt in der Hochsaison im Sommer.
Die Verteidigung der EU: Sicherheit geht vor
Trotz der Kritik hält die Europäische Union daran fest, dass das EES ein unverzichtbares Sicherheitsinstrument ist. Beamte weisen darauf hin, dass das System bereits zur Einreiseverweigerung für über 600 Personen geführt hat, die als Sicherheitsrisiko eingestuft wurden, und dabei geholfen hat, Tausende von Fällen von Identitätsbetrug aufzudecken.
Reisehinweis: Wenn Sie diesen Monat in die EU fliegen, stellen Sie sich auf erhebliche Wartezeiten ein. Stellen Sie sicher, dass Sie alle erforderlichen Dokumente bereit haben, und erwägen Sie, für Ihren Rückflug früher als gewöhnlich am Flughafen einzutreffen.



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