Kurznachricht vom Freitag, 27. Februar 2026:

Was als persönliche Tragödie für trauernde Familien begann, hat sich zu einer umfassenden nationalen Auseinandersetzung mit systemischen Versäumnissen, unternehmerischer Fahrlässigkeit und einer politischen Führung entwickelt, der vorgeworfen wird, Profit über Menschenleben zu stellen.
Eine Nation in Trauer und Wut
Das Zugunglück von Tempi am 28. Februar 2023 bleibt als eindringliche Erinnerung daran, was passiert, wenn Sicherheit Kostenersparnissen und Gewinnmargen untergeordnet wird, im kollektiven Gedächtnis Griechenlands verankert. Drei Jahre später sind die Wunden noch nicht verheilt – sie sind tiefer und politischer geworden.
Die Vereinigung der Angehörigen der Opfer von Tempi hat zu einer landesweiten Mobilisierung aufgerufen. In ihrer offiziellen Erklärung betonen sie:
„All die Jahre und insbesondere in letzter Zeit haben wir große Anstrengungen unternommen, um die wahren Ursachen, die zu diesem Verbrechen geführt haben, und alle Verantwortlichen, egal wie hoch sie stehen, aufzudecken! Tempi war kein Unglücksfall. Es war Ausdruck einer unmenschlichen Politik, die angesichts von Rentabilität und Profit Menschenleben nicht zählt, die Verbrechen hervorbringt und vertuscht.“
Es geht nicht mehr nur darum, der Toten zu gedenken – es geht darum, die Mächtigen zur Rechenschaft zu ziehen.
Das gesamte Ausmaß der Streikaktion am Samstag
Was an diesem Samstag geschieht, ist in seinem Umfang beispiellos. Mehrere Gewerkschaften, Verbände und zivilgesellschaftliche Organisationen haben zu koordinierten Aktionen aufgerufen:
Große Gewerkschaftsstreiks:
* ADEDY (Gewerkschaft der Beamten) hat einen 24-stündigen landesweiten Streik ausgerufen und alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zur Teilnahme aufgerufen.
* POEDHN (Gewerkschaft der Beschäftigten im Gesundheitswesen) mobilisiert Beschäftigte im öffentlichen Gesundheitswesen, in der Sozialfürsorge und im Rettungsdienst.
* OIEE (Verband der Beschäftigten im privaten Sektor) hat zur vollständigen Beteiligung der Beschäftigten im Einzelhandel, im Dienstleistungssektor, in der IT-Branche, in der Logistik, im Sicherheitsbereich und in der Reinigungsbranche aufgerufen.
* OABE (Verband der Bauarbeiter) hat dazu aufgerufen, alle Baustellen geschlossen zu halten.
* OSBUA (Handwerksverband) fordert Ladenbesitzer dazu auf, ihre Geschäfte für diesen Tag zu schließen und an der Demonstration teilzunehmen.
Hotel- und Tourismusbeschäftigte veranstalteten am 25. Februar einen separaten landesweiten Streik und marschierten zum Arbeitsministerium, um die Eskalation im Vorfeld der größeren Demonstrationen am Samstag voranzutreiben.
Die zentrale Botschaft: „Ihre Profite oder unser Leben”
Der Schlachtruf, der in ganz Griechenland zu hören ist, bringt die Essenz der Bewegung auf den Punkt: „Ihre Profite oder unser Leben“ („Τα κέρδη τους ή οι ζωές μας“).
Dieser Slogan geht über die Besonderheiten der Tempi-Katastrophe hinaus. Er steht für eine umfassendere Anklage gegen ein Wirtschaftssystem, das konsequent die Rendite der Aktionäre über die Sicherheit der Arbeitnehmer, die Einhaltung von Vorschriften und die Menschenwürde stellt.
Wo die Aktion stattfindet
Zentrale Kundgebung in Athen:
* Ort: Syntagma-Platz
* Zeit: 12:00 Uhr (mittags)
* Erwartete Teilnehmerzahl: Tausende, möglicherweise Zehntausende
Das Athener Arbeitszentrum hat die Arbeitnehmer in ganz Attika dazu aufgerufen, sich „massiv und kämpferisch” auf dem Syntagma-Platz zu versammeln, zusammen mit allen Gewerkschaften, Arbeitnehmerverbänden, Studentenorganisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen aus ganz Griechenland.
Regionale Mobilisierungen:
Demonstrationen sind in über 95 Städten in ganz Griechenland geplant, darunter:
* Kardítsa
* Tríkala
* Chania
* Heraklion
* Lesbos
* Piräus
* Lavrio
Darüber hinaus organisieren 25 Städte weltweit Solidaritätsdemonstrationen, um sicherzustellen, dass die griechische Diaspora und die internationale Gemeinschaft hinter der Bewegung für Rechenschaftspflicht stehen.

Über Tempi hinaus: Eine umfassendere Abrechnung
Die Katastrophe von Tempi ist zwar der Auslöser, aber die Mobilisierung am Samstag hat weitreichendere Auswirkungen. Die Arbeiter fordern:
1. Rechenschaftspflicht: Strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen, „egal wie hoch sie stehen”
2. Systemische Reform: Änderungen des Arbeitsrechts, der Sicherheitsvorschriften und der Unternehmensaufsicht
3. Gerechtigkeit für die Opfer: Angemessene Entschädigung und Unterstützung für die Familien der Verstorbenen
4. Prävention: Strukturelle Veränderungen, um sicherzustellen, dass es „keine weiteren Tempis mehr gibt”
Die Atmosphäre: Trauer trifft auf Militanz
Der Ton der Demonstrationen am Samstag unterscheidet sich deutlich von typischen Arbeitskampfmaßnahmen. Es herrscht eine spürbare Trauer, gemischt mit Entschlossenheit. Dies ist nicht nur ein freier Tag – es ist ein Tag der Abrechnung.
Wie die Vereinigung der Angehörigen der Tempi-Opfer erklärte:
„Wir rufen die Vereinigung der Angehörigen der Opfer von Tempi dazu auf, gemeinsam mit Gewerkschaften, Arbeitnehmerverbänden, Studentenvereinigungen und Massenorganisationen in ganz Griechenland zur Teilnahme an den Großkundgebungen aufzurufen. Um unserer Stimme noch mehr Gewicht zu verleihen. Um unseren Kampf für echte Gerechtigkeit zu verstärken. Damit es keine weiteren Tempis mehr gibt.“
Was am Samstag zu erwarten ist
* Öffentliche Verkehrsmittel: Es ist mit erheblichen Beeinträchtigungen zu rechnen, mit eingeschränktem oder ausgesetztem Betrieb.
* Einzelhandel: Viele Geschäfte werden geschlossen sein, entweder aufgrund von Streiks oder aus Solidarität.
* Banken und Behörden: Eingeschränkter Betrieb.
* Verkehr: Aufgrund von Demonstrationen und Straßensperrungen ist mit Staus zu rechnen.
* Schulen: Viele Universitäten und weiterführende Schulen haben zur Teilnahme der Studierenden aufgerufen.
Der größere politische Kontext
Diese Mobilisierung findet zu einem heiklen politischen Zeitpunkt in Griechenland statt. Die Regierung steht unter zunehmendem Druck, zu zeigen, dass sie aus Tempi gelernt und sinnvolle Reformen umgesetzt hat. Die Oppositionsparteien nutzen unterdessen den Jahrestag, um das Engagement der Regierungskoalition für den Schutz der Arbeitnehmer und die Rechenschaftspflicht von Unternehmen in Frage zu stellen.
Ein letztes Wort: Erinnerung und Handeln
Drei Jahre nach Tempi steht Griechenland an einem Scheideweg. Wird die Nation die Mobilisierung am Samstag nutzen, um echte systemische Veränderungen zu fordern, oder wird sie nur zu einem weiteren Gedenktag für die Tragödie werden?
Die Familien der 57 Opfer, die Arbeiter, die sich auf den Streik vorbereiten, und die Studenten, die am Samstag demonstrieren werden, sind entschlossen, dass Tempi nicht in Vergessenheit gerät – und vor allem, dass es sich nicht wiederholt.
Griechenland wird am Samstag innehalten. Die Frage ist: Wird es endlich zuhören?
Quelle: Ekriti.gr
„Sicherheit vor Profit“: Taxis in Heraklion streiken am Samstag für vier Stunden

Wenn Sie dieses Wochenende vorhaben, sich in Heraklion mit dem Taxi fortzubewegen, müssen Sie Ihren Zeitplan anpassen. Der Taxiverband von Heraklion hat offiziell eine vierstündige Arbeitsniederlegung für Samstag, den 28. Februar 2026 angekündigt.
Der Streik fällt zeitlich mit dem „schwarzen“ dritten Jahrestag der Zugkatastrophe von Tempi zusammen, an dem sich die Beschäftigten des öffentlichen Nahverkehrs auf Kreta und dem griechischen Festland zusammenschließen, um Gerechtigkeit und sicherere Infrastruktur zu fordern.
Details zum Streik: Wann und wo?
Die Arbeitsniederlegung findet während der Mittagszeit statt:
* Datum: Samstag, 28. Februar 2026
* Zeit: 11:00 bis 15:00 Uhr
* Ort: Heraklion, Kreta
* Protestkundgebung: 12:00 Uhr auf dem Eleftherias-Platz (Platia Eleftherias)
Die Taxifahrer versammeln sich am Taxistand auf dem Eleftherias-Platz, um mit Transparenten eine koordinierte Blockade zu bilden, bevor sie sich den größeren Gedenkdemonstrationen anschließen.
Warum streiken die Taxis?
Für die Berufskraftfahrer von Heraklion geht es bei diesem Streik um mehr als nur einen einzigen Jahrestag; es geht um die grundlegende Sicherheit der Straßen und Schienen, die sie und ihre Fahrgäste täglich nutzen.
In einer eindringlichen Erklärung betonte der Verband, dass sie als Berufstätige, die ihr Leben auf der Straße verbringen, nicht schweigen können.
„Für uns, die Taxifahrer von Heraklion, ist Sicherheit im Verkehr kein ‚Kostenfaktor‘ – sie ist die absolute Priorität und die Grundlage unseres Berufs. Die Tragödie von Tempi hat uns auf grausame Weise vor Augen geführt, was passiert, wenn Menschenleben hinter den Profiten großer Unternehmen und einer unzureichenden Instandhaltung der Infrastruktur zurückstehen.“
Die Forderungen nach Gerechtigkeit
Die Taxibranche von Heraklion schließt sich einer landesweiten Forderung nach drei konkreten Ergebnissen nach dem Eisenbahnunglück von 2023 an, bei dem 57 Menschen ums Leben kamen:
1. Volle Rechenschaftspflicht: Exemplarische Bestrafung der Verantwortlichen, unabhängig von ihrer politischen oder sozialen Stellung.
2. Keine Vertuschung: Eine transparente Untersuchung des „Verbrechens“ in Tempi.
3. Moderne Infrastruktur: Dringende Investitionen in eine sichere, moderne Infrastruktur für alle Verkehrsträger, einschließlich Straßen und Eisenbahnen.
Reisehinweise für Samstag
Wenn Sie in Heraklion wohnen oder zu Besuch sind, beachten Sie bitte Folgendes für den Samstagnachmittag:
* Planen Sie im Voraus: Zwischen 11:00 und 15:00 Uhr wird es extrem schwierig, wenn nicht sogar unmöglich sein, ein Taxi über Apps oder an traditionellen Taxiständen zu finden.
* Flughafen- und Hafentransfers: Wenn Sie während dieser Zeit einen Flug vom Flughafen Nikos Kazantzakis oder eine Fähre nehmen müssen, organisieren Sie rechtzeitig einen alternativen Transport.
* Rechnen Sie mit Verkehrsbehinderungen: Da sich die Hauptdemonstration um 12:00 Uhr auf dem Eleftherias-Platz versammelt, ist mit erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt zu rechnen.
Ein Tag der nationalen Erinnerung
Der Taxistreik ist nur ein Teil einer größeren Mobilisierungswelle, die diesen Samstag ganz Griechenland erfasst. Von Athen bis Chania dient der dritte Jahrestag des Unglücks von Tempi als Katalysator für die Arbeitnehmer, die eine „Sicherheit zuerst”-Strategie für die nationale Infrastruktur fordern.
Quelle: Creta24.gr

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