Kurznachricht vom Dienstag, 23. Dezember 2025:
Kreta ist offiziell in eine neue Energieära eingetreten. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte deckt die größte Insel Griechenlands 100 % ihres Strombedarfs mit „grüner” Energie und Verbindungen zum Festland, wobei Kraftwerke, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, nun vollständig stillgelegt wurden.
Dieser lang erwartete Meilenstein ist das Ergebnis jahrzehntelanger Planung und Investitionen in die Energieinfrastruktur – und bringt erhebliche wirtschaftliche, ökologische und soziale Vorteile mit sich.
Von Schornsteinen zu Unterwasserkabeln
Seit dem 17. Dezember wird der Strombedarf Kretas vollständig durch eine Kombination aus folgenden Faktoren gedeckt:
– Zwei Stromverbindungen zum griechischen Festland:
Kreta–Peloponnes
Kreta–Attika (die neuere Verbindung mit hoher Kapazität)
– Erneuerbare Energiequellen (RES), die auf der Insel erzeugt werden
Laut dem unabhängigen griechischen Stromübertragungsnetzbetreiber (ADMIE) gleichen fortschrittliche automatisierte Steuerungssysteme den Bedarf nun in Echtzeit aus. Lastschwankungen werden in erster Linie über die Verbindung Kreta–Attika ausgeglichen, während die Verbindung zum Peloponnes als stabile Reserve zur Verfügung steht und so Zuverlässigkeit und Energiesicherheit gewährleistet.
Stilllegung fossiler Kraftwerke
Das sichtbarste Ergebnis dieses Wandels ist die Stilllegung lokaler Wärmekraftwerke, die mit Öl und anderen fossilen Brennstoffen betrieben wurden. Die „Schornsteine“, die einst Kreta mit Energie versorgten, sind nun verstummt.
Diese Veränderung bringt saubere Luft, ruhigere Gemeinden und eine deutlich verbesserte Lebensqualität mit sich, insbesondere in Gebieten, in denen jahrzehntelang Kraftwerke standen.
Erhebliche Einsparungen für Verbraucher
Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind ebenso beeindruckend. Die Stilllegung der fossilen Kraftwerke ermöglicht jährliche Nettoeinsparungen von 400 bis 600 Millionen Euro, die über das nächste Jahrzehnt hinweg anhalten werden. Diese Einsparungen resultieren in erster Linie aus:
– Geringere öffentliche Versorgungsgebühren (YKO)
– Niedrigere Brennstoff- und Wartungskosten
– Optimierte Systemnutzung durch Verbundnetze
Es ist erwähnenswert, dass allein der Verbund zwischen Kreta und dem Peloponnes seit 2021 bereits wirtschaftliche Vorteile in Höhe von rund 700 Millionen Euro gebracht hat, vor allem durch den Ersatz der konventionellen lokalen Stromerzeugung.
Ein Gewinn für die Umwelt
Die Vorteile für die Umwelt sind erheblich. ADMIE schätzt, dass die neue Energieversorgung die CO₂-Emissionen um etwa 500.000 Tonnen pro Jahr reduzieren wird.
Damit ist Kreta ein führendes Beispiel für die groß angelegte Dekarbonisierung im Mittelmeerraum – ein Beweis dafür, dass Inseln erfolgreich von fossilen Brennstoffen wegkommen können, ohne die Energieversorgung zu gefährden.
Eine Vision, die Jahrzehnte gebraucht hat, um Wirklichkeit zu werden
Was heute Realität ist, galt einst als ferne Vision. Die Diskussionen über Kabelverbindungen und grüne Energie reichen bis in die 1980er und 1990er Jahre zurück, als Projekte wie Linoperamata und Atherinolakkos die Energielandschaft dominierten.
Heute haben diese Gespräche einen vollständigen Kreis geschlossen – sie haben sich zu einem der bedeutendsten Stromübertragungsprojekte entwickelt, die jemals in Griechenland umgesetzt wurden, unter der Leitung von ADMIE und seiner Tochtergesellschaft Ariadne Interconnection.
Ein neues Kapitel für Kreta
Über die Energiesicherheit hinaus stärkt diese Errungenschaft den Tourismus, die Nachhaltigkeit und die langfristige Entwicklung der Insel. Kreta ist nun ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Infrastruktur, Technologie und Beharrlichkeit eine sauberere Zukunft ermöglichen können.
Die Ära der fossilen Brennstoffe auf Kreta ist vorbei.
Die Ära der grünen Energie hat begonnen.


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