Kurznachricht vom Samstag, 9. Mai 2026:

Jeder vierte Grieche von Armut bedroht: Neue Daten zeigen Griechenland unter den Schlusslichtern der EU
Die wirtschaftliche Lage in Griechenland stellt für Millionen von Bürgern nach wie vor eine große Herausforderung dar. Nach den neuesten Daten von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, war im Jahr 2025 mehr als jeder vierte Einwohner Griechenlands von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.
Mit erschreckenden 27,5 Prozent der Bevölkerung – rund 2,8 Millionen Menschen – hält Griechenland nun den traurigen Rekord der zweithöchsten Armutsgefährdungsquote in der gesamten Europäischen Union.
Ein genauerer Blick auf die Zahlen
Der Eurostat-Bericht verdeutlicht einen krassen Kontrast zwischen Griechenland und seinen europäischen Nachbarn. Während der EU-Durchschnitt für das Armutsrisiko bei 20,9 Prozent liegt, sind die Zahlen für Griechenland deutlich höher.
Nur Bulgarien schnitt noch schlechter ab: Dort sind 29,0 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht. Am anderen Ende des Spektrums verzeichneten Länder wie Tschechien (11,5 %), Polen (15,0 %) und Slowenien (15,5 %) die niedrigsten Quoten, was eine sich vergrößernde Kluft in der sozialen Stabilität innerhalb der Union verdeutlicht.
Was bedeutet „gefährdet“?
Bei dem Indikator von Eurostat geht es nicht nur um das Einkommen. Um als von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht zu gelten, muss ein Haushalt mindestens eine von drei spezifischen Bedingungen erfüllen:
1. Einkommensarmut (Leben unterhalb der Armutsgrenze).
2. Schwere materielle und soziale Benachteiligung (Unfähigkeit, sich grundlegende Güter oder Dienstleistungen leisten zu können).
3. Sehr geringe Erwerbsintensität (Haushalte, in denen Erwachsene nur sehr wenig arbeiten).
Wer ist am stärksten gefährdet?
Die Daten zeigen, dass die Last der Armut nicht gleichmäßig verteilt ist. Bestimmte Bevölkerungsgruppen in Griechenland und in der gesamten EU sind einem deutlich höheren Risiko ausgesetzt:
* Geschlecht: Frauen sind stärker gefährdet (21,9 %) als Männer (19,8 %).
* Alter: Junge Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren sind mit einem Risiko von 26,3 Prozent die am stärksten gefährdete Altersgruppe. Kinder unter 18 Jahren folgen mit 24,3 Prozent dicht dahinter.
* Bildung: Der vielleicht wichtigste Faktor ist der Bildungsstand. Mehr als ein Drittel (34,2 %) der Erwachsenen mit niedrigem Bildungsniveau ist gefährdet, verglichen mit nur 10,3 Prozent bei denjenigen mit Hochschulabschluss.
In 2025, 92.7 million people in the EU (20.9% of the population) were at risk of poverty or social exclusion.
Highest shares in:
🇧🇬Bulgaria (29.0%)
🇬🇷Greece (27.5%)Lowest in:
🇨🇿Czechia (11.5%)
🇵🇱Poland (15.0%)Read more 👉 https://t.co/qPZUmHMhD3 pic.twitter.com/fOZ83AgslD
— EU_Eurostat (@EU_Eurostat) April 30, 2026
Der Weg nach vorn
Während sich die Lage in der EU insgesamt leicht verbessert hat – die Gesamtzahl der gefährdeten Menschen ist im Jahresvergleich um etwa 600.000 zurückgegangen –, bleibt die Lage in Griechenland prekär. Die Daten unterstreichen die dringende Notwendigkeit gezielter sozialpolitischer Maßnahmen und wirtschaftlicher Reformen zum Schutz der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen des Landes, insbesondere der Jugendlichen und derjenigen mit eingeschränktem Zugang zu höherer Bildung.
Während Griechenland weiterhin durch diese turbulenten wirtschaftlichen Gewässer navigiert, dient der Eurostat-Bericht 2025 als Weckruf für die politischen Entscheidungsträger in Athen und Brüssel gleichermaßen.
Zwei Gesichter Griechenlands: Die Zahl der Superreichen steigt inmitten der Armutskrise sprunghaft an

Griechenland erlebt derzeit ein erstaunliches wirtschaftliches Paradoxon. Während ein erheblicher Teil der Bevölkerung Mühe hat, über die Runden zu kommen, hat die Zahl der Superreichen im Land historische Höchststände erreicht.
Laut dem Knight Frank Wealth Report 2026 ist die Zahl der Ultra-High-Net-Worth-Individuals (UHNWIs) – definiert als Personen mit einem Nettovermögen von mindestens 30 Millionen US-Dollar – in Griechenland auf 910 gestiegen. Dies entspricht einem massiven Anstieg um 74 % gegenüber den 523 Personen, die noch vor fünf Jahren, im Jahr 2021, erfasst wurden.
Der rasante Aufstieg der griechischen Elite
Mit einer Wachstumsrate von 74 % in der Kategorie der Ultrareichen reiht sich Griechenland fest unter die wachstumsstärksten Nationen der Welt ein. Während etablierte Volkswirtschaften wie Großbritannien und Schweden nur moderate Zuwächse von 12 % bzw. 8 % verzeichneten, folgt Griechenland einem Trend, der in Schwellenländern zu beobachten ist.
Zum Vergleich: Zu den anderen wachstumsstarken Ländern gehören:
* Polen: Anstieg um 109 %
* Türkei: Anstieg um 94 %
* Rumänien: Anstieg um 93 %
In absoluten Zahlen bleibt Deutschland mit über 38.000 ultrareichen Einwohnern Europas Vermögensschwergewicht, doch die Geschwindigkeit, mit der sich die oberste Einkommensschicht Griechenlands vergrößert, sorgt weltweit für Aufsehen.

Die bittere Realität: Jeder vierte Grieche ist gefährdet
Der Anstieg des privaten Vermögens steht in krassem Gegensatz zur gelebten Realität von Millionen griechischer Bürger. Aktuelle Daten von Eurostat zeigen, dass mehr als jeder vierte Mensch in Griechenland von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht ist.
Mit dieser Platzierung gehört Griechenland zu den Schlusslichtern der Europäischen Union, was die sich vergrößernde Vermögenskluft verdeutlicht, die trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung des Landes fortbesteht. Während der „Alte Kontinent“ insgesamt einen Anstieg des Vermögens verzeichnet – Europa beherbergt fast 26 % der weltweit 710.000 Superreichen –, kommen die Vorteile eindeutig nicht allen Gesellschaftsschichten gleichermaßen zugute.
Warum vergrößert sich die Vermögenskluft?
Experten vermuten, dass die globale Vermögensmobilität ein Haupttreiber dieser Verschiebungen ist. Liam Bailey, Forschungsleiter bei Knight Frank, stellt fest, dass wir eine erhebliche Verschiebung in der globalen Vermögensverteilung beobachten.
Da Einzelpersonen in traditionellen Zentren mit steigenden Steuerlasten und regulatorischem Druck konfrontiert sind, suchen sie nach günstigeren finanziellen Rahmenbedingungen. Diese Mobilität, kombiniert mit wachstumsstarken Investitionssektoren, hat es einem kleinen Teil der Bevölkerung ermöglicht, Vermögen in beispiellosem Tempo anzuhäufen.
Eine wachsende Kluft
Die Daten zeichnen das Bild einer „K-förmigen“ Erholung in Griechenland: Ein Teil der Wirtschaft erreicht neue Höhen des Wohlstands, während der andere weiterhin von der Gefahr der Armut geprägt ist. Während die Zahl der Millionäre weiter steigt, bleibt die Herausforderung für die griechischen Entscheidungsträger dieselbe: sicherzustellen, dass das Wirtschaftswachstum zu einer besseren Lebensqualität für die 25 % der Bevölkerung führt, die derzeit zurückbleiben.
Was denken Sie über die sich vergrößernde Vermögenskluft in Griechenland? Ist der Anstieg der Zahl der ultrareichen Einwohner ein Zeichen wirtschaftlicher Stärke oder ein Symptom tieferer Ungleichheit? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren unten mit.
Quellen: Greek Reporter & Greek Reporter

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