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Naturhistorisches Museum

Das Naturhistorische Museum in Iraklion und die Lebensräume Kretas.

Naturhistorisches Museum Iraklion
Eingangsbereich vom Naturhistorischen Museum.

Altes Kraftwerk Iraklion
In dem ehemaligen Kraftwerk rechts am Meer befindet sich nun das Naturhistorische Museum.
Das Naturhistorisches Museum ist spektakulär untergebracht im umgebauten, ehemaligen Kraftwerk von Iraklion direkt am Meer an der Straße Sofoki Venizelou mit Blick auf die Bucht von Dermatas.

Naturhistorisches Museum

Naturhistorisches Museum Iraklion
Blick auf die Etagen-Anordnung im Inneren des Museums.
Im Naturhistorischen Museum von Iraklion dreht sich alles um die Ökosysteme des östlichen Mittelmeers und die geologische Entwicklung Kretas, die Ankunft der ersten Menschen und die Umwelt, wie sie den alten Minoern erschienen haben könnte.

Die ständig zunehmenden Exponate auf bereits nun vier Etagen umfassen Fossilien, Gesteine, Mineralien und Höhlen sowie die Flora und Fauna des modernen Kreta.
Für Kinder gibt es das Discovery Center im Untergeschoss, ein wunderbarer interaktiver Spielplatz mit Mikroskopen und einem nachgebauten Boot zur Erforschung des Meeres.

Es gibt auch viel über Dinosaurier zu sehen, darunter ein riesiges 4,5 m hohes prähistorisches kretisches Mammut und andere rekonstruierte Überreste von Fossilien.
Neun bis sieben Millionen Jahre alte Fossile von Deinotherium wurde im Jahr 2000 bei systematischen Ausgrabungen in der Nähe von Agioa Fotia (Sitia) im Osten der Insel gefunden, darunter eine große Anzahl von Knochen und die Zähne eines einzelnen Exemplars.
Diese gewaltigen Tiere lebten vor zehn bis zwei Millionen Jahren in den Wäldern Europas, Afrikas und Asiens und erreichten eine Höhe von über vier Metern.


 

Außerdem gibt es im Untergeschoss auch einen ‚Erdbeben-Simulator‘, sowie ein Planetarium. Mehr dazu im nachfolgenden Video:


Das Museum bemüht sich sehr darum, dem Besucher den Respekt vor der Natur und die Sorgen um Umwelt und Tierarten vor Augen zu führen, welche durch Tourismus und moderne Entwicklungen gefährdet sind. Sein Bestehen ist ein willkommener Hinweis auf das wachsende Bewusstsein für diese Thematik auch auf Kreta.

Eine kleine Auswahl aus den verschiedenen Etagen und Bereichen der Ausstellung ist auf den folgenden Bildern zu sehen:


 

Das Museum ist montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet und der Eintritt betrug beim letzten Besuch (2019 – leider hat sich dieser Bericht durch die Corona-Krise letztes Jahr verzögert) 6.- €.


Lebensräume Kretas

Die natürlichen Ökosysteme auf Kreta bieten viele Vorteile für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Bewohner der Insel. Genauer gesagt wird der Dienst des Ökosystems als die Vorteile für die Menschen definiert, die sich aus der natürlichen Umwelt ergeben und umfassen die für das soziale Wohlbefinden notwendigen Rohstoffe, natürliche Prozesse wie Fotosynthese und Bodenbildung, der Luftreinheit, das Klima und die Niederschläge, sowie zur Unterstützung von kulturellen Leistungen wie künstlerische Inspiration und Erholung.

afrikanische Heuschrecken
Obwohl auf Kreta eine mediterrane Tierwelt vorherrscht, verschlagen die Winde manchmal auch afrikanische Heuschrecken auf die Insel.
Obwohl die Südküste Kretas näher an Libyen als an Athen liegt, ist die Tierwelt der Insel viel mehr vom griechischen Festland als durch Afrika geprägt.
Das liegt daran, dass Kreta am Ende des langen, versunkenen Gebirgszuges aus Kalkstein liegt, der ‚Hellenischer Bogen‘ genannt wird und den größten Teil der Balkanhalbinsel ausmacht. Man muss weit nach Süden in die Sahara hinuntergehen, bevor man wieder so hohe Berge wie auf Kreta findet. Die große Insel hat deshalb eine nordmediterrane Fauna und Flora und vereinigt eine Reihe von unterschiedlichen Lebensräumen.

Inseln neigen im Allgemeinen dazu, nur wenig Wildtiere zu beherbergen, weil sie von der Hauptmasse der Arten auf dem Festland isoliert sind. Nicht so Kreta – es ist reich an Flora und Fauna und bietet die gesamte Bandbreite der mediterranen Lebensräume.
So gibt es über zweitausend Pflanzenarten auf Kreta, von denen über 180 auf der Insel endemisch sind, was fast ein Drittel der griechischen Flora ausmacht und ungefähr so viele wie auf der gesamten britischen Insel. Mit dem Reichtum der Pflanzenwelt kommen auch viel mehr Insekten als in weiter nördlichen Regionen vor.


Das Überleben der kretischen Tierwelt in all ihrem Reichtum und ihrer Vielfalt wurde durch die Tatsache begünstigt, dass die Landwirtschaft nach wie vor relativ ‚unterentwickelt‘ ist. Aber der Druck auf die Natur in Form von weitverbreitetem Einsatz von Chemikalien, erhöhter Wasserentnahme, Straßenbau und touristischer Erschließung nimmt zu. So gibt es nicht mehr viele Vögel oder Wildblumen auf den vielen Hektar aus Folientunneln um Timbaki, dafür aber umso mehr in den Bergen, wo derartige landwirtschaftliche Methoden unökonomisch sind.

Waldbestände Kreta
Waldbestände, so wie hier in den Bergen über Neapoli, sind selten auf Kreta.

Das einzige Merkmal, das wirklich fehlt, sind große Waldbestände und Bäume. Dieses trifft aber auch auf den größten Teil Griechenlands zu.
Schon die alten Minoer waren Seefahrer und so wurde bereits seit der Bronzezeit viel Holz für den Schiffsbau benötigt. Die tiefer liegende Hügel wurden schon vor viertausend Jahren abgeholzt und die Venezianer gaben dem Waldbestand den Rest. Daher gibt es heute einheimische Naturwälder nur noch in abgelegenen Hochebenen und Schluchten.

Vegetation Sommer-Winter
Zustand der Vegetation im Hochsommer (links) und Winter (rechts).
Leider eignet sich die allgemeine touristische Hauptsaison nicht für die Erkundung der Natur auf der Insel. Da Kreta so weit südlich liegt, sind die Sommer lang und trocken und somit entspricht dieser Zeitraum eigentlich der Winterzeit in Mitteleuropa, wenn viele Pflanzen sich zurückziehen oder absterben und die Aktivitäten der Wildtiere sich auf ein Minimum reduzieren. Der Versuch, Mitten im August kretische Wildblumen oder Vögel zu sehen, ist ein etwa so, als würde man im Januar in Deutschland eine Naturwanderung unternehmen wollen.

Selten findet man in Europa eine so große Bandbreite an Lebensräumen auf so engem Raum oder so viel Wildnis in der Nähe von modernen Städten und Ferienorten wie auf Kreta.
Im Großen und Ganzen kann man die Insel in vier Hauptlebensräume einteilen: die Küste, kultiviertes Land, niedrige Hänge unter 1000 m und Berge über 1000 m. Kreta ist die einzige griechische Insel, welche gebirgig und groß genug ist, um alle vier dieser Lebensräume zu bieten.

Küstenzone

Im Allgemeinen wird die Küstenzone als Berührungspunkt zwischen dem Land und dem Meer betrachtet und sie wird durch die Interaktion zwischen Land und Meer im Laufe der Zeit geformt. Die Küstenzone verändert sich ständig und ihre Abgrenzung ist nicht immer einfach. Die Definition der Küstenzone kann nach geografischen, natürlichen, ökologischen, wirtschaftlichen, administrativen und kulturellen Gesichtspunkten erfolgen. Aus geografischer Sicht umfasst die Küstenzone sowohl terrestrische als auch Meeresabschnitte.

Elounda
Ein Fischer entgiftet einen gefangenen Tintenfisch.
Die Küstengebiete sind nicht nur wegen ihrer ökologischen Eigenschaften, sondern auch aus Gründen der Wirtschaft und des sozialen Wohlergehens besonders interessant. Der Beitrag der Meeresumwelt zum wirtschaftlichen und sozialen Wohlergehen liegt in den verschiedenen Aktivitäten, die traditionell mit dem Meer verbunden sind, wie Fischerei, Schifffahrt und Seehandel, und anderen Aktivitäten, die sich in späteren Jahren entwickelt haben, wie die Erzeugung verschiedener Formen erneuerbarer Energien und die Gewinnung von Trinkwasser, die archäologische, ozeanografische und kulturelle Forschung, Freizeitaktivitäten und Tourismus. Darüber hinaus bestimmen die oben genannten Aktivitäten in hohem Maße die Lebensqualität in den Küstengebieten, in denen etwa 50 % der Gesamtbevölkerung der Erde leben.

Entlang der Küste sind Sandstrände und niedrige, felsige Klippen die Norm. Sumpfige Flussdeltas oder Flussmündungen sind selten, da Kreta ein trockenes Gebiet ist und es deshalb nicht viele Flüsse gibt. Wo es sie aber gibt, gehören diese Feuchtgebiete zu den besten Orten, um Vögel zu beobachten.

Kultivierte Gebiete

Als kultivierte Gebiete werden alle Flächen zur landwirtschaftlichen Nutzung oder Haltung von Nutztieren angesehen. Landwirte nutzen das Ökosystem für ihren Lebensunterhalt, während andere Menschen derartige Gegenden zur Erholung, Urlaub oder als Wohnsitz bevorzugen.
Übermäßige Landnutzung zu diesem Zweck kann jedoch das Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen, da es Wildpflanzen und Wildtiere den notwendigen Lebensraum entzieht, was zum Beispiel in einer Reduzierung des landwirtschaftlichen Ertrages und zur Zerstörung der Landschaft führen kann.

Die ältesten menschlichen Spuren auf Kreta stammen zwar bereits aus der Altsteinzeit vor 200-120.000 Jahren, aber die ersten Siedlungen mit Farmern entstanden in der Jungsteinzeit vor etwa 8.000 Jahren, als sich die ersten Bewohner dauerhaft auf der Insel niederließen und Vieh und Pflanzen – wie z.B. Schweine und Getreide – mitbrachten.
Bis heute, aber auch schon seit vielen Jahrhunderten, werden auf Kreta hauptsächlich drei Kulturen angebaut: Getreide, Weintrauben und Oliven. Der Anbau von Oliven und Weintrauben war auf Kreta nicht nur in der Neuzeit vorherrschend, sondern auch schon vor tausenden von Jahren, wie archäologische Funde auf der Insel belegen.

Schafe und Olivenbäume
Schafe und Olivenbäume – die wichtigsten landwirtschaftlichen Betätigungen auf Kreta.

In der Zeit der venezianischen und osmanischen Herrschaft konzentrierte sich die agrarindustrielle Produktion auf bestimmte Produkte, die den Bedürfnissen der Herrscher entsprachen. Anfänglich (1320-1450 n.Chr.) konzentrierte sich das Interesse der Venezianer auf den Anbau von Getreide, doch danach (1450-1645 n.Chr.) trat aufgrund der historischen Umstände die Weinproduktion in den Vordergrund. Zu dieser Zeit führte die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Wein aus dem Westen zur Schaffung vieler Bewässerungsprojekte (z.B. Linies in der Lassithi-Hochebene) oder Trinkwasserprojekte wie der Bau von Aquädukten, von denen einige bis heute erhalten geblieben sind, wie z.B. das bei Archanes, südlich von Iraklion.

 blühende Blumenwiese
Eine blühende Blumenwiese in der Nähe einer Ortschaft im Frühjahr.
Seit der Herrschaft der Osmanen auf Kreta (1645 bis Ende des 19. Jahrhunderts n. Chr.) wurden die Weinberge durch Olivenhaine ersetzt. Dies geschah vor allem, weil die Nachfrage nach Öl gestiegen war, während der Anbau von Olivenbäumen nicht so teuer war und nicht so viel Pflege benötigte wie Reben.

Kultiviertes Land ist unterschiedlich interessant für Wildtiere. Die kleinen Gärtnereien, genannt Perivolia, am Rande von Städten und Dörfern eignen sich besonders für den Unterschlupf von kleineren Vögeln. Auf kleinen Heuwiesen können im Frühling und Frühsommer eine bunte Ansammlung aus saisonalen Blumen und den dazugehörigen Insekten sein.

Gebirgsregionen

Lassithi-Hochebene
Seitental auf dem Lassithi-Plateau.
Die Großartigkeit der kretischen Natur, vom Gebirge bis zum Flachland und den Küstengebieten der Insel, zeigt sich in den aufeinanderfolgenden Wechseln der Landschaft, die viele Überraschungen für den Besucher bereithalten. 21,6 Prozent der Gesamtfläche Kretas liegt in Höhen über 700 Metern.
Auf Kreta gelten alle Gebiete über 700 Meter Höhe als Gebirgsregionen, denn ab dieser Marke ist der Anbau von Olivenbäumen nicht mehr möglich.

Die extremen klimatischen Bedingungen und das dortige unwirtliche, raue und trotzdem herrliche Gelände haben die Kreter jedoch nicht eingeschüchtert, auch aus dieser Umgebung ihren Nutzen zu ziehen. Über die Jahrhunderte wurden auch diese Gebiete besiedelt, wobei hauptsächlich bis heute Ziegen und Schafe gezüchtet werden.

Die Insel ist aufgrund der großen Vielfalt an Felsen und der einzigartigen geologischen Formationen von großem geologischen Interesse. Der Großteil der Felsen auf Kreta besteht aus Kalkstein verschiedener Arten. Ein schmaler Streifen Schiefer taucht manchmal zwischen den Kalksteinen auf.

Kreta ist durch eine Bergkette gekennzeichnet, die sich von einem Ende der Insel zum anderen erstreckt. Von Westen nach Osten dominieren große Berge: der Lefka Ori im Westen (2.453 m), mit 56 Gipfeln über 2.000 m, die eine 100 Quadratkilometer große Gebirgswüste bilden.
Dann die sogenannten Madares der Psiloritis oder Idi im Zentrum der Insel (2.456 m) und das Dikti oder Lasithi-Gebirge im Osten. Außerdem befinden sich an der Küste südlich von Iraklion die Asterousia-Berge und die Berge von Sitia im östlichen Teil der Insel.

Viele Bergregionen Kretas beherbergen fruchtbare Hochebenen, von denen einige zu bestimmten Zeiten des Jahres Wasser zurückhalten und saisonale Wasserstellen von bedeutendem ökologischen Wert bilden. Die bekanntesten sind die Hochebenen von Omalos in Lefka Ori, Nida in Psiloritis und Lasithi in Dikti. Diese Gebiete sind entweder Ackerland oder verlassene, ehemalige Kultivierungen, die in Weideland umgewandelt wurden.

Mehr als zweihundert Schluchten durchziehen Kreta, meist von Norden nach Süden, wobei die Samaria-Schlucht die größte und bekannteste ist. Viele endemische Pflanzen leben in den Schluchten. Seltene Raubvögel und Säugetiere haben an den steilen Felsen Unterschlupf gefunden, auch wenn ihr tatsächliches Revier viel größer ist. Mindestens 5.000 Höhlen und unterirdische Formationen sind in den kretischen Bergen bekannt, von denen nur rund die Hälfte erforscht ist.

wilde Schildkröte
Eine wilde Schildkröte auf Kreta.
Niedrige Hänge bis zu 1000 Metern Höhe machen einen Großteil Kretas aus. Mit Büschen überzogen, die aufgelockert von Ziegen und manchmal von Schafen beweidet werden, ist es der typische mediterrane Lebensraum, welcher extrem reich an Blumen, Insekten und Reptilien ist.
Botanisch gesehen teilen sie sich in zwei verschiedene Typen: Die Erste nennt sich Phrigana und besteht aus schuppenartigen, buschigen Sträuchern, welche auf Kalkstein wachsen und besonders reich an aromatischen Kräutern und Wildblumen sind. Phrigana kann man oft finden, wenn man nach Bienenstöcken Ausschau hält, denn die kretischen Imker wissen, wo sie den Thymian und Rosmarin finden, der dem lokalen Honig seinen wunderbaren Geschmack verleiht.
Der zweite Lebensraum am Hang ist der Maquis, ein sehr stacheliges Gestrüpp mit vereinzelten Bäumen.
Von diesen beiden Lebensräumen am Hang ist die Phrigana besser für Blumen geeignet, während der Macchie für Vögel ideal ist.

Naturhistorisches Museum
Große Raubvögel
Berge über 1.000 Meter Höhe sind auf Kreta überraschend häufig. So gibt es drei separate Gebirgszüge mit Höhen über 2.000 Metern und sie sind für einen Großteil des Klimas auf der Insel verantwortlich, indem sie Regenfälle erzeugen und Schnee über einen großen Teil des Jahres erhalten.
Die kleinen Hochebenen zwischen den Bergen – am bekanntesten sind Omalos oder Lassithi – sind eine Besonderheit, mit ihrer eigenen, unverwechselbaren Flora und Fauna. Obwohl die kretischen Berge in der Regel nicht die interessanten Säugetiere des Festlandes haben, sind sie sehr gut für große und spektakuläre Raubvögel geeignet.


Wegbeschreibung zum Naturhistorischen Museum in Iraklion

Zur Karte mit der Wegbeschreibung zum Naturhistorischen Museum:
Hier klicken: Wegbeschreibung Naturhistorisches Museum.


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