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Milatos-Höhle

Die Höhle von Milatos und die wilde, unerschlossene Agios-Ioannis-Halbinsel nördlich des Abschnitts der Schnellstraße aus Iraklion, welche von Malia über Neapoli bis nach Agios Nikolaos verläuft.
Von Sisi im Westen bis nach Plaka im Osten gibt es hier einige, gut versteckte Örtlichkeiten zu entdecken.

Kirche in Milatos-Höhle
Die kleine Kirche in der Milatos-Höhle, zusammen mit dem Denkmal mit den Gebeinen der Gefallenen rechts.

Die Ortschaft Milatos ist eine bescheidene Ansiedlung mit einer Reihe von Tavernen direkt am Meer. Touristisch nicht überlaufen und auch nicht übermäßig entwickelt, bietet sie nur einen groben Kieselstrand und liegt etwas abgelegen von der Schnellstraße nach Agios Nikolaos entfernt.

Milatos

Taverne Milatos
In einer Taverne am Meer in Milatos.

Jedoch hatte der Ort eine bedeutende Vergangenheit, den die antike Stadt Milatos wurde von Homer, Pausanias und Strabo erwähnt. In der Ilias von Homer wird es als eine von sieben kretischen Städten erwähnt, welche Truppen in den Trojanischen Krieg schickten.

In der Mythologie, welche durch jüngste archäologische Funde wohl der Wahrheit nahe kam, wurde Sarpedon aus diesem Miltaos von seinem Bruder, König Minos, im Kampf um den Thron besiegt. Daraufhin segelte er von hier aus nach Ionia in Kleinasien und gründete die Kolonie Miletos, welche sich zu einer der größten und blühensten Städten dort entwickelte.

Das antike Milatos jedoch wurde von dem Konkurrenten Lyttos im dritten Jahrhundert v.Chr. zerstört. Es liegt heute östlich des Strandes, jedoch gibt es nur noch wenig davon zu sehen. Milatos fiel in Vergessenheit und existiere zur Römerzeit nicht mehr.

Milatos bei Sonnenuntergang
Blick auf Milatos bei Sonnenuntergang.

Wenn man Milatos mit dem Auto erreicht, befindet man sich nahezu in einer Sackgasse. Oberhalb der Milatos-Höhle gibt es nur staubige Wege in Richtung Osten in die Agios-Ioannis-Halbinsel hinein und Agios Nikolaos oder Elounda kann man darüber nicht erreichen. Es gibt von hier aus nur eine halbwegs brauchbare Schotterstraße im Zickzack-Kurs direkt nach Neapoli.

 

Sisi

Nur ein kurzes Stück westlich von Milatos (und östlich von Malia) liegt Sisi. Der malerische Ort liegt am westlichen Ende der dreieckigen Agios-Ioannis-Halbinsel, hat aber mehr Gemeinsamkeiten mit den touristischen Zentren der Heraklion-Präfektur als mit dem Rest der Lassithi-Präfektur.

Insbesondere während des Tages in der Tourismus-Saison kann der Ort von Tagesbesuchern aus der Gegend von Chersonissos und Malia überlaufen sein. Vom Sandstrand Potamos (ehemals Tropical Beach) und vom Palast von Malia lässt sich der Ort entlang der Küste auch leicht zu Fuß erreichen und Ausflugsboote legen auch in seinem kleinen Hafen an.

Der fantastische, hübsche kleine Hafen ist die Hauptattraktion von Sisi, worum zahlreiche Cafés, Bars und Restaurants angesiedelt sind. Nach Osten in Richtung Milatos gibt es noch einige attraktive Strandbuchten. Die beste davon wurde allerdings vom Kalimeria Kriti Hotel in Beschlag genommen, aber man kann diese immer noch von dem ebenfalls attraktiven Avalki-Strand aus erreichen, indem man einem Pfad um die Felsen folgt.


 

Hotels und Unterkünfte in und um Milatos und Sissi

Übersicht über aktuell verfügbare Hotels in und um Milatos und Sisi zum Bestpreis !


Milatos-Höhle

Milatos-Höhle
Kerzen werden am Jahrestag für die Opfer angezündet.

Während der Griechischen Revolution, im Februar 1823, flüchteten aus der Umgebung von Milatos 2.500 Frauen mit ihren Kindern zusammen mit 150 bewaffneten Männern in die Höhle, um der Armee von Hashan Pascha, welche bei Neapoli lagerte, zu entkommen. Dieser schickte seinen Schwager Mohamed-Ali-Hushein-Bei zusammen mit 5.000 Soldaten aus, um sie lebend zu fangen.

Die Belagerung dauerte 22 Tage. Zum Artilleriebeschuss, Hunger und Durst kam zusätzlich der Gestank der Leichen hinzu. Dieser konnte nicht mehr ertragen werden und somit beschlossen die Eingeschlossenen ihren Widerstand aufzugeben und die Höhle zu verlassen. Hushein vergaß jedoch seinen Auftrag und befahl, die älteren Menschen zu isolieren und ließ sie an einen Ort führen, an dem seine Reiterei sie zu Tode trampelten. Die Babys wurden aufgeschlitzt und die jüngeren Frauen und Kinder als Sklaven verkauft. Die Männer wurden sofort oder später auf der Festung Spinalonga hingerichtet, die Priester auf Scheiterhaufen verbrannt.
Das war das Ende des Dramas in der Höhle von Milatos.


Im Jahr 1937 wurde eine kleine Kirche, die dem Heiligen Thomas gewidmet wurde, im Inneren der Höhle errichtet und ein Denkmal mit den dort gefundenen Gebeinen der Gefallenen errichtet.

Besuch der Milatos-Höhle

Die Milatos-Höhle ist eher eine Reihe von Kavernen als eine einzelne Höhle und eine Pilgerstätte für die Kreter. Sie scheint unendlich weit nach hinten zu reichen und mit einer geeigneten Taschenlampe kann man die vielleicht weit entfernten Stellen erreichen.
Einige der später gefundenen Überreste von Opfern des Massakers wurden in einem sargähnlichen Sarkophag neben der kleinen Kappelle aufgebahrt.

Tipp: Zur Besichtigung der Milatos-Höhle außerhalb der Hauptsaison wird die Mitnahme einer Taschenlampe empfohlen, da der elektrische Generator zur Stromerzeugung in dieser Zeit gewöhnlich nicht läuft.

Fotos von der Höhle von Milatos

 


Die wilde und unerschlossene Agios-Ioannis-Halbinsel

Agios-Ioannis-Halbinsel
Küstenabschnitt an der Agios-Ioannis-Halbinsel.

Die dreieckige Halbinsel Agios Ioannis beginnt direkt hinter Milatos – nördlich von Agios Nikolaos und landeinwärts von Elounda – ist überraschend wild und wenig besucht. Schmale Straßen führen entlang abgelegener landwirtschaftlicher Weiler und durch kleine Ortschaften.
Der Abschnitt der Schnellstraße von Iraklion, welcher von Malia über Neapoli nach Agios Nikolaos verläuft, zieht die südliche Grenze des Gebietes der Halbinsel Agios Ioannis.

Folgt man der Schnellstraße, erreicht man zuerst die Schlucht von Selinari, wo die Reisenden traditionell anhalten und zum Heiligen Georg für eine sichere Passage beten. Diese eindrucksvoll über viele Hindernisse errichtete Straße führt an der Verwaltungshauptstadt Neapoli vorbei und erreicht dann Agios Nikolaos, wo spektakulär der Golf von Mirabello vor einem aufzieht.

Golf von Mirabello und Elounda
Blick auf den Golf von Mirabello und Elounda.

Von Neapoli direkt nach Elounda:

Wenn man es nicht eilig hat, kann man auch die kleinen Straßen, welche über die Halbinsel Agions Ioannis führen, benutzen. Sie bieten eine großartige Alternative zu den üblichen Routen nach Elounda oder zur Lassithi-Hochebene und sind sogar kürzer.
Dazu fährt man bei Neapoli von der Schnellstraße hinunter und folgt der Ausschilderung zum Amazonas-Park, biegt dann aber scharf rechts hinunter zur archäologischen Stätte von Driros (folgt aber an der kurz danach folgenden Abzweigung nicht nach rechts, sondern fährt nach links) in Richtung Kastelli.
Alternativ kann man auch direkt durch Neapoli fahren bis zum nachfolgenden Örtchen Nikithianos, wo man sich links hält und durch eine Unterführung der Schnellstraße über Serpentinen nach Kastelli kommt. Von dort aus immer weiter in die ausgeschilderte Richtung nach Elounda.

 

Zwar gibt es nicht viel Besonderes neben der herrlichen Landschaft zu sehen – außer wunderbare Blicke auf den Golf von Mirabello und einladende Tavernen und Kaffees in den größeren Dörfern.

Aus dem Westen von Malia kommend beginnt man bei Milatos mit einem langen und recht steilen Aufstieg in das Landesinnere der Halbinsel.

Von Elounda aus windet sich die steile, schmale Straße über Pano Elounda und Pines (Bild weiter oben) in Richtung Fourni und Kastelli und trifft auf die Schnellstraße bei Neapoli.

Plaka, etwa 5 km nördlich von Elounda, liegt direkt gegenüber der Festung Spinalonga und war einst der Versorgungspunkt auf dem Festland für die Lepra-Kolonie.
Boote führen heutzutage immer noch die kurze Fahrt durch, allerdings transportieren diese nun Touristen.

Plaka
Blick auf Plaka und die Elounda-Bucht von der Strasse nach Vrouhas hoch.

Der zuvor mehr oder weniger verfallene Ort ist seit der Errichtung des nicht zu übersehenden Luxushotels ganz chique geworden. Dazu wurden viele neue Häuser und Villen errichtet, welche meist von ausländischen Eigentümern bewohnt werden.

Plaka ist immer noch ein attraktiver, ruhiger Ort mit ein paar hervorragenden und im Umland weit bekannten Tavernen am kristallklaren Meer.
Der Strand besteht allerdings aus großen, wenig komfortablen Kieselsteinen und es kann auch ein kräftiger Ostwind durch die Öffnung der Bucht zwischen dem Festland und der Halbinsel Spinalonga blasen.

Jenseits von Plaka beginnt dann die andere, wilde und unerschlossene Welt der Agios-Ioannis-Halbinsel. Die Straße schlängelt sich an der Küste entlang hoch nach Vrouhas.
Hier und in der Umgebung gibt es noch viele der alten, traditionellen Steinwindmühlen, welche zumeist verfallen sind.
Ihre Nachfolger befinden sich in dem großen, neuen Windpark im Nordosten der Halbinsel, von wo man einen herrlichen Blick über das Meer und den Golf von Mirabello hat.

Blick über die Agios-Ioannis-Halbinsel
Blick über die Agios-Ioannis-Halbinsel nach Osten bis zum Windpark.

Zum Windpark fährt man kurz vor Vrouhas auf einen zumeist besseren Feldweg nach rechts ab (der Windpark ist ausgeschildert) und man kann bis ganz zum nordöstlichen Zipfel der Agios-Ioannis-Halbinsel zu einer kleine, weiße Kapelle nahe den Klippen über dem Meer fahren.
Daneben gibt es von Plaka aus noch eine Art Feldweg (hinter dem Kieselstrand nach rechts abbiegen), welcher sich der Küste entlang bis zum Windpark hochwindet. Auch für Wanderungen oder Touren mit Mountainbike oder Quad-Bike ist diese Strecke geeignet.

Fotos vom Nordost-Ende der Halbinsel:

 

Auf der Strecke von Vrouhas nach Skinais (Schinias) führt eine schmale Straße in Serpentinen steil zur Küste hinunter, wo sich einige abgelegen Strände mit Kieselsteinen, kleine Pensionen und saisonale Tavernen an einem zerklüfteten, felsigen Küstenabschnitt befinden.
Rund einen Kilometer Luftlinie weiter westlich führt eine steile, gepflasterte Schotterstraße zur knapp über dem Meer liegenden Kapelle Moni Agios Andrea, wo es auch einen weiteren Strandabschnitt gibt.

 

Weiter im Landesinnere und kurz hinter Skinias, führt eine gut gepflasterte Straße zu dem einsamen Kloster Moni Aretiou, welches umgeben von Zypressen und Zedern wie eine Festung aussieht und aus dem 16. Jahrhundert stammt.
Kürzlich restauriert, erscheint es oft als vollkommen verlassen, aber einige Mönche sind zurückgeblieben und das Tor und die Kirche Agia Triadha sind in der Regel geöffnet.

 

Von dort führt eine asphaltierte Straße, die sich anfangs über unfruchtbare Berggipfel windet, in das übernächste Dorf Dories, wo die Kirche von Agios Konstantinos eine Ikone der Panayia (Jungfrau) aus dem 14. Jahrhundert beherbergt, der ältesten bekannten auf Kreta.

 

Die Kirche befindet sich in der Nähe des Dorfzentrums und liegt an einem kleinen Weg an der Hauptstraße (markiert durch ein kleines Denkmal in Form einer Kirche). Das creme-braun-bemalte Haus daneben ist das der Papas, die zur Verfügung stehen, um die Kirche für Besucher zu öffnen.

In Richtung Neapoli kommt man dann am Amazonas-Park – einem Tierpark (Eintritt 10.- € pro Person, Gruppenermäßigungen) – sowie an der alten dorischen Ruinen-Bergstadt Driros vorbei.

Amzonas-Park
Der Amazonas-Tierpark, etwa 1,5 km nördlich von Neapoli.

Straßenkarten von Kreta, die im besten Fall nicht immer unbedingt zuverlässig sind, scheinen besonders auf der Halbinsel wenig hilfreich zu sein. Am offensichtlichsten ist jedoch, dass es keinen vollständig an der Küste von West nach Ost verlaufende Straße oder wenigstens befahrbaren Weg gibt, welcher trotzdem auf einigen Karten eingetragen ist.
Am besten ist es, den Wegweisern und asphaltierten Straßen zu folgen und man wird letztendlich sein Ziel erreichen.

Orientierung und Pfadfindung
Die Orientierung und Pfadfindung ist hier nicht ganz so einfach.

Auch empfiehlt es sich, nicht mit abgelegenen Erkundungen zu sehr zu übertreiben, da die Polizei in dieser Gegend selten gesehen wird und örtliche Wildhüter schon darüber berichteten, dass abgestellte Fahrzeuge von Jägern aus der Stadt bei deren Rückkehr vom Jagdausflug mit Schrotkugeln durchsiebt vorgefunden wurden und auch das ein oder andere illegale Cannabis-Feld dort versteckt sein soll.


Video von der Agios-Ioannis-Halbinsel

Dauer: 1:56 min mit Blick auf Spinalonga und Elounda-Bucht, Windpark und Küste und von der Wildnis.

Mehr Fotos von der Küste und dem Hinterland:


Wegbeschreibungen

Zur Karte mit den Wegbeschreibungen zur Milatos-Höhle und zur Nordküste der Agios-Ioannis-Halbinsel:
Hier klicken: Wegbeschreibungen Milatos-Höhle und Agios-Ioannis-Halbinsel.


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