Der griechische Revolutions-Unabhängigkeitskrieg von 1821: Der Ausbruch der griechischen Revolution und der nachfolgende Unabhängigkeitskrieg.

Die griechische Revolution von 1821
Die Griechische Revolution von 1821 (auch als Griechischer Unabhängigkeitskrieg bekannt) war ein erfolgreicher nationalistischer Aufstand, der zwischen 1821 und 1830 von griechischen Revolutionären gegen das Osmanische Reich geführt wurde. Dieser entscheidende Konflikt führte zur Gründung des unabhängigen Königreichs Griechenland und stellte die erste erfolgreiche Abspaltung vom Osmanischen Reich dar.
Überblick
Ursprünge und Ursachen
Mehrere Faktoren trugen zu dieser Revolution bei:
– Das Wachstum des griechischen Nationalismus und der Einfluss der Ideen der Aufklärung.
– Der Niedergang der osmanischen Macht in der Region.
– Die Gründung von Geheimgesellschaften wie der Filiki Eteria (Freundschaftsgesellschaft), die 1814 gegründet wurde.
– Wirtschaftliche Missstände unter den Griechen unter osmanischer Herrschaft.
– Kulturelle Renaissance (bekannt als die griechische Aufklärung), die das Interesse am antiken griechischen Erbe wiederbelebte.
– Inspiration durch andere europäische revolutionäre Bewegungen.
Wichtige Ereignisse und Phasen
Ausbruch (1821):
– Die Revolution begann offiziell im März 1821, als Metropolit Germanos von Patras die griechische Flagge im Kloster von Agia Lavra hisste.
– Alexander Ypsilantis führte einen Aufstand in Moldawien an, der letztlich scheiterte.
– Die peloponnesischen Griechen erzielten erste Erfolge gegen die osmanischen Truppen.
Mittlere Periode (1822-1827):
– Die Griechen setzten provisorische Regierungen ein und entwarfen erste Verfassungen.
– Bürgerkriege zwischen den griechischen Fraktionen schwächten die revolutionären Bemühungen.
– Der osmanische Sultan rief ägyptische Truppen unter der Führung von Ibrahim Pascha an, um die Revolution zu unterdrücken.
– Der Fall von Missolonghi (1826) nach einer heldenhaften Belagerung wurde zu einem Fanal für die internationale Sympathie.
Intervention der Großmächte (1827-1830)
– Der europäische Philhellenismus (pro-griechische Stimmung) wächst in ganz Europa.
– Der Vertrag von London (1827) setzte Russland, Frankreich und Großbritannien als Vermittler ein.
– In der Schlacht von Navarino (Oktober 1827) zerstörten verbündete europäische Flotten die osmanisch-ägyptische Flotte.
– Russland erklärt dem Osmanischen Reich den Krieg (1828-1829).
– Der Vertrag von Adrianopel (1829) und das Londoner Protokoll (1830) begründeten die griechische Unabhängigkeit.
Bedeutung und Vermächtnis
– Gründung des ersten unabhängigen Nationalstaates auf dem Balkan.
– Inspirierte andere nationale Unabhängigkeitsbewegungen im gesamten Osmanischen Reich.
– Stärkung des Konzepts des Philhellenismus und der europäischen kulturellen Verbindung zum antiken Griechenland.
– Schuf einen Präzedenzfall für die Intervention von Großmächten in der Region.
– Trug zum anhaltenden Niedergang des Osmanischen Reiches bei.
– Der moderne griechische Staat betrachtet das Jahr 1821 als seinen Gründungsmoment und begeht den 25. März als Nationalfeiertag.
Die Revolution forderte viele Opfer auf beiden Seiten und zerstörte viel Eigentum, aber letztendlich gelang es, nach fast vier Jahrhunderten osmanischer Herrschaft einen griechischen Nationalstaat zu errichten.
Ablauf der griechischen Revolution

Der 24. Februar 1821 gilt allgemein als Geburtsstunde der griechischen Revolution, als Alexander Ypsilantis in Iasi in Bessarabien, beim heutigen Rumänien, seine Proklamation an die Griechen veröffentlichte. Jedoch scheiterte der Versuch, die Rumänen für die hellenistische Idee zu begeistern und auch die Russen wollten sich nicht einmischen, sodass die Revolutionsbewegung aus dem Norden nach der Niederlage von Dragaschan zusammenbrach.
Als Beginn der siegreichen Revolution auf dem Peloponnes wird der Einzug der griechischen Rebellen in Kalamata am 23. März 1821, nach der kampflosen Kapitulation der Osmanen in der Stadt angesichts einer überlegenen Streitmacht unter Petrobey Mavromichalis, angesehen. Ein weiterer markanter Starttermin ist der 25. März 1821, als der Messinische Senat den Erlass der ‚Warnung‘ folgen ließ und heute ein alljährlicher griechischer Feiertag ist, an dem die Revolution gefeiert wird.
Planung der Revolution

Der erste beinhaltete Konstantinopel, wo auch die Elite des griechischen Volkes residierte, der zweite den Peloponnes mit den dort befindlichen wichtigen Würdenträgern, den Proestoi oder Gemeindevorstehern, die sich den Hetairien verpflichtet sahen und über Armatoloi (bewaffnete Wachen) und Kleftes (geheime Milizen, die als Nationalgarde fungierten) verfügten. Der dritte Schauplatz sollte eine Invasion von Russland aus nach Moldawien durch eine griechische Streitmacht sein.
Das Unternehmen in Moldawien war schlecht vorbereitet und erfolgte zu einem ungünstigen Zeitpunkt und an einem ungünstigen Ort. Russland widersetzte sich den griechischen Plänen, da es sich an die Beschlüsse der Laubach-Konferenz gebunden sah, worin Revolutionen gegen rechtmäßige Herrschaftsansprüche nicht toleriert werden sollten. Somit war das ganze dort zum Scheitern verurteilt.
Dieser Teil des Osmanischen Reiches war eine rumänische Provinz und so marschierten die griechischen Invasoren nicht gegen Türken, sondern gegen rumänische Dorfbewohner. Gleichzeitig weigerte sich der Aufständische Tudor Vladimirescu, Ypsilantis zu unterstützen, da er in erster Linie die Interessen der rumänischen Bojaren im Auge hatte.
Nicht nur die mächtige Armee des Sultans in der Hauptstadt Konstantinopel, sondern auch Meinungsverschiedenheiten zwischen den verschiedenen Klassen der Griechen der Stadt verhinderten eine revolutionäre Bewegung in der Polis. Die Ausschreitungen gegen Griechen, die nach Beginn der Revolution in Konstantinopel folgten, erstickten jeden Gedanken an Aufständen dort schnell.
Der Beginn der Revolution auf dem Peloponnes war wahrscheinlich erst für einen späteren Termin geplant, wurde aber vorverlegt, als die Osmanen von den Absichten der Griechen erfuhren. Andere Autoren behaupten dagegen, dass die Revolution dort früher begonnen hätte, wenn sie nicht durch die strenge Verwaltung von Ali Pascha von Ioannina verzögert worden wäre.
Die Gründe für die griechische Revolution gehen eindeutig aus der ‚Warnung‘ des ‚Messinischen Senats‘ an die europäischen Großmächte vom 25. März 1821 hervor. Der sehr treffende Text gibt als Grund für die Revolution die Unterdrückung durch die Türken an und dass die Griechen grundsätzlich für ihre Menschenrechte und ihre Menschenwürde kämpften.
Die Zunahme bei der Alphabetisierung, die Verbreitung der europäischen Bildung und der durch den Handel angehäufte Reichtum der Griechen waren die Mittel für den Ausbruch und den Erfolg der Revolution. Die Finanzen der Revolution wurden durch private Gelder aufgebracht, während zeitweise wohlhabende Griechen sogar militärische Einheiten organisierten und unterhielten.
[amazon_link asins=’3990210394,B086PTBFF2′ template=’ProductGrid‘ store=’kretatipp-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’efe1788a-07dc-11e7-a028-6d0cf60c3693′]
Der demografische Parameter war, wie sich in der antiken oder modernen Geschichte oft gezeigt hat, ein wesentlicher Faktor der Machtverhältnisse. Die Griechen im Osmanischen Reich waren die größte nicht-muslimische Minderheit und bildeten die Mehrheit auf dem Peloponnes.
Diese kompakte griechische Bevölkerung auf dem Peloponnes und anderswo trug zum Erfolg des Aufstandes bei, zusammen mit ihrer Hingabe an die Idee der Freiheit, die ein bedeutender Teil der Griechen von ganzem Herzen angenommen hatte.

Der Metropolit Germanos von Patras, welcher im Gemälde rechts angeblich die griechische Fahne der Revolution gesegnet hat, soll stattdessen an diesem Tag gesagt haben: ‚Lassen wir die Kinder des Mohammed die Kinder des Robespierre fertigmachen !‘
Und einer der für die osmanische Verwaltung tätiger griechischer Würdenträger meinte dazu: ‚Es ist besser, wenn die Türken ihre christlichen Untertanen unterjochen, als dass es eine freie Nation mit einem Volk gibt, das Rechte hat‘.
Demnach ist es eine nachträglich geförderte Legende, dass Germanos von Patras als erster die Standarte der Revolution von 1821 erhoben hat. Vielmehr hisste in Patras der Volksführer Panagiotis Karatzas die griechische Fahne und wurde später dafür von den Gemeindeleitern von Patras ermordet. Patras auf der Peloponnes konnten die Türken dann bis zu ihrem Abzug nach dem Friedensvertrag von 1829 halten.
An der Revolution von 1821 beteiligten sich nicht nur orthodoxe Christen und gebürtige Griechen, sondern auch die sogenannten Philhellenen aus Westeuropa und in den Donau-Fürstentümern Walachen, Moldauer, Bulgaren, Albaner, Serben, Zigeuner, Ungarn, Polen und andere.
Zu den Unentschlossenen gehörten einige Würdenträger von Morea im Peloponnes. Ihre Vorladung durch den Pascha nach Tripolitza (Tripolis, Peloponnes) und die Angst vor ihrer bevorstehenden Hinrichtung zerstreute jedoch ihre Bedenken, die sie möglicherweise hegten. Aber die Zurückhaltung war teilweise gerechtfertigt und war eigentlich nicht überraschend. Die Gefahr durch die Osmanen war real und stand unmittelbar bevor.
Auf der anderen Seite war die Härte der Aggressivität der Aufständischen ebenfalls bedenklich. Denn das Abschlachten von Muslimen, besonders während der Befreiung von Tripolitza, war unter allen Umständen ebenso unerträglich, wie dies ebenfalls die Osmanen bei verschiedenen Gelegenheiten immer wieder taten.
Ausbruch der Revolution

Die Hetairien mögen ursprünglich einen anderen Zeitplan vorgesehen haben, aber es war unvermeidlich, dass ab einem gewissen Zeitpunkt das Bekanntwerden ihrer Pläne und der große Freiheitsdrang der Griechen die Situation ihrer Kontrolle entriss.
Daher war die griechische Revolution zwar nicht spontan, da sie geplant war, aber ihr eigentlicher Beginn war die Folge von anderen Ereignissen und Entwicklungen.
Für die geplante Revolution gefährlich waren außerdem die Vorbereitungen der Osmanen, denn Mahmud II. organisierte eine neue Armee unter französischem Einfluss. Diese wurde unter Asakir-i Mensurei Muhammediye zwar in ihrer ersten Schlacht von einer russischen Armee geschlagen und es folgte eine zweite Niederlage gegen Mehmed Ali von Ägypten, aber gegen eine schlecht organisierte griechische Rebellen-Armee konnte das Ergebnis ganz anders aussehen.
Allerdings rebellierte zu dieser Zeit Ali Pascha von Ioannina gegen die osmanische Verwaltung in Konstantinopel und der Offizier des Zaren, Aiexander Ypsilantis, welcher die Revolution nach Moldawien tragen sollte, gab zu der Hoffnung Anlass, dass Russland sich die Gelegenheit, gegen die Osmanen zu Felde zu ziehen, nicht entgehen lassen würde.
Die Griechen waren jedoch grundsätzlich der Meinung, dass sie sich auch ohne die Beteiligung der Europäer durchsetzen würden. Diese Vorstellung bestätigte sich zumindest in der ersten Phase der Revolution, selbst als die europäischen Großmächte aus verschiedenen Interessen heraus gegen diese waren.
Jedenfalls schienen die Krieger der Mani keine dieser Einwände berücksichtigt zu haben, als sie zu den Waffen gegen die Osmanen in Kalamat am 23. März 1821 griffen.
Die Revolution entwickelte eine Dynamik, die einem Feuer glich, das sich einem Pulverfass näherte. Es folgten Sieg auf Sieg für die Rebellen, welche die Befreiung der griechischen Städte auf dem Peloponnes und dem Festland zur Folge hatte.
Die Osmanen, die sich nicht überrumpeln ließ, reagierte mit der Mobilisierung zahlreicher Truppen, über welche sie verfügte. Doch trotz ihrer sporadischen Siege konnten sie den entscheidenden Sieg der Griechen nicht aufhalten, die praktisch in jedem Kampf bis zur letzten Patrone und dem letzten Krieger um ihr Leben kämpften. So gelang es den Griechen, die zu Beginn der Revolution befreiten Gebiete zu halten und die osmanischen Gegenangriffe abzuwehren.

Nach dieser ersten Phase stabilisierte sich die Revolution und die militärische Situation hielt sich in einem Patt, da keine der beiden Seiten stark genug war, um einen entscheidenden Sieg herbeizuführen.
In dieser zweiten Phase waren die Osmanen gezwungen, sich nach ihren Niederlagen oder aufgrund widriger Witterungsbedingungen im Winter auf ihre Stützpunkte in Thessalien zurückzuziehen, während die Aufständischen nicht stark genug für einen Gegenangriff waren und keinen entscheidenden Sieg erringen konnten.
Auch die Aufstände in Sterea, Makedonien und Epirus verzögerten die Bemühungen der Osmanen, mit der Situation auf dem Peloponnes fertig zu werden.
1822 verkündete der griechische Nationalkongress in Epidauros die Unabhängigkeit, welche in Europa von vielen konservativen und liberalen ‚Philhellenen‘, darunter Ludwig I. von Bayern und Chteaubriand, gefördert wurde. Freiwillige, darunter der Briten Byron, versammelten sich in Genf und unterstützten oder kämpften im Freiheitskrieg für die griechische Sache. Auch das ‚Türkengreuel von Chios‘ im Jahr 1822 veränderte den europäischen Blickwinkel auf die Revolution.
Eine weitere Ursache für die mangelnde militärische Aktivität waren die inneren Zwistigkeiten der Griechen zu dieser Zeit. Den politischen Führern, welche durch den Phanarioten Alexandros Mavrokordatos und den Hydraer Reeder Georgios Koundouriotis repräsentiert wurden, standen mit ihrer Versammlung, die hauptsächlich aus Honoratioren, Würdenträgern und wohlhabenden Kaufleuten bestand, in Konflikt mit den Soldaten der kleinen regulären Armee, den Freischärler und den ehemaligen Kleftes, die Theodoros Kolokotronis treu ergeben waren. Die politische Zwietracht gipfelte 1824 sogar in einem internen Bürgerkrieg während des noch anhaltenden Revolutionskrieges gegen die Osmanen !
Neben diesen Konflikten trugen auch die Interventionen Großbritanniens, Frankreichs und Russlands, die ihre strategischen politischen und wirtschaftlichen Interessen im Osmanischen Reich zu wahren suchten, dazu bei, dass sich die revolutionäre Dynamik nicht entfalten konnte.
Die Endphase des griechischen Unabhängigkeitskriegs

Mit dem Erscheinen von Mehmed Ali, Pascha von Ägypten und eigentlich Vasall des Sultans in Konstantinopel, im Jahr 1824 beginnt die dritte Phase der griechischen Revolution.
Ali versuchte, den Sultan zu stürzen oder die Unabhängigkeit zu erlangen, während er sich ihm vordergründig anschloss, um sich seine Gunst zu sichern. Die türkisch-ägyptische Flotte ankerte bei Pylos im Golf von Navarino, während die türkisch-ägyptische Armee, die nach französischen Maßstäben und unter französischen Offizieren reformiert worden war, damit begann, die griechische Revolution in Blut zu ertränken. 1826 fällt nach hartnäckigen Widerstand Missolunghi.
In der Zwischenzeit hatte sich jedoch das politische Gleichgewichtssystem in Europa verschoben. Die drei Großmächte Großbritannien, Frankreich und Russland konnten angesichts dieser eher unerwarteten Entwicklung in Griechenland nicht passiv bleiben. Zwar verurteilte der Österreicher Metternich den Aufstand gegen die legitime Herrschaft des Sultans, aber der neue Zar Nikolaus I. steht ihr aus orthodoxer Verwandtschaft, Türkenfeindschaft und wegen dem alten russischen Ziel, das Mittelmeer zu erreichen, positiv gegenüber. 1827 treten dann im Londoner Vertrag Großbritannien, Frankreich und Russland für die griechische Unabhängigkeit ein.
Die drei Großmächte versuchten nun den Konflikt zu beenden, ohne in militärische Auseinandersetzungen mit den Osmanen, weder zu Lande noch zur See, zu geraten. Auch wenn die Admirale der alliierten Flotte keine direkten Befehle hatten, war ihre Beteiligung an dem Zustandekommen der Seeschlacht von Navarino im Jahr 1827 nicht so ganz ‚zufällig‘.
Die Großmächte, vor allem Großbritannien, konnten eine ägyptische Vorherrschaft unter dem Einfluss Frankreichs im östlichen Mittelmeer nicht dulden, da dies das Gleichgewicht der Kräfte untergraben würde.

Die Abfolge der Ereignisse, wie sie sich aus türkischer Sicht darstellte, deuten darauf hin, dass die alliierten Flotten nicht nur zum Überwintern in den Golf von Navarino einliefen, sondern mit aggressiven Hintergedanken. Offensichtlich hatten sie den Schlagabtausch unter dem Vorwand eingeleitet, dass Ibrahim sich nicht an das gehalten, was vereinbart worden war, nämlich untätig zu bleiben.
Das erklärte Ziel war jedoch, die türkisch-ägyptische Flotte vom Peloponnes zu vertreiben oder zumindest zurückdrängen, was unter den gegebenen explosiven Rahmenbedingungen nicht möglich war. Es brauchte ein vielleicht nur ungeplantes Ereignis, um die Kettenreaktion auszulösen. Es folgte die Vernichtung der türkisch-ägyptischen Flotte durch das britisch-französische-russische Geschwader.
Die Seeschlacht von Navarino war ein entscheidender Wendepunkt für die griechische Revolution. Der Weg zur Unabhängigkeit der Griechen war danach kaum noch aufzuhalten, denn nun drehten sich die Interessen der europäischen Großmächte um 180 Grad zugunsten der Griechen. Der Tod des widerwilligen Zars Alexander I. und die Nachfolge durch den mehr resoluten Nikolaus I. im Jahr 1825 und später der Fall des britischen Premierministers, dem Duke von Wellington, im Jahr 1830, halfen der griechischen Sache.
Großfürst Kapoditrias wurde Regent und errichtete von Naupalia auf der Peloppones aus eine eigene, griechische Verwaltung. Ein französisches Expeditionskorps unter Nicolas Joseph Maison traf zur Verstärkung der Griechen ein und befreite Morea.
1828/1829 kommt es zu einem weiteren russisch-türkischen Krieg, welcher unter preußischer Vermittlung 1829 im Friede von Adrianopel (Edirne) beendet wird. Dadurch gewinnt Russland die Donaumündung und Griechenland als Protektorat.
Auf der Londoner Konferenz von 1830 wird das ‚Londoner Protokoll‘ am 3. Februar mit der Unabhängigkeit Griechenlands, der Vertrag von Konstantinopel und schließlich das Protokoll vom 18. Juli und 3. August 1832 unterzeichnet, in dem die Grenzen Griechenlands festgelegt wurden. Für die meisten griechischen Patrioten war jedoch klar, dass dies nur ein erster Schritt sein konnte, denn mehr als die Hälfte der griechischen Bevölkerung lebte noch außerhalb dieser Grenzen unter der Herrschaft des Sultans in Konstantinopel.

Otto I. von Griechenland
Nach der Ermordung von Großfürst Kapodistrias wurde Otto I. von Wittelsbach als König gewählt. Griechenland erhielt zwar 1844 eine Verfassung, aber die absolutistische Herrschaft des bayerischen ‚Othon‘ endete 1862 in dessen Absetzung.
Eine weitere Folge der griechischen Revolution war die Auflösung der ‚Heiligen Allianz‘ wegen des Gegensatzes zwischen Russland und Österreich-Ungarn in der ‚orientalischen Frage‘ und den Interessen auf dem Balkan.
Otto Friedrich Ludwig von Wittelsbach, bekannt als Otto I. von Griechenland, war von 1832 bis 1862 der erste König des modernen von Griechenlands.
– Er wurde am 1. Juni 1815 in Salzburg, Österreich, geboren.
– Otto war ein bayerischer Fürst aus dem Hause Wittelsbach.
– Er wurde von den Großmächten (Großbritannien, Frankreich und Russland) nach der Unabhängigkeit Griechenlands vom Osmanischen Reich zum ersten König von Griechenland gewählt.
– Er kam 1833 im Alter von 17 Jahren nach Griechenland und regierte zunächst durch einen Regentschaftsrat.
– Während seiner Regentschaft sah sich Otto mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, darunter finanzielle Schwierigkeiten und politische Instabilität.
– Im Jahr 1862 wurde er durch einen Staatsstreich abgesetzt und verließ Griechenland, um nie wieder zurückzukehren.
-. Nach seiner Absetzung trug er den Titel König von Griechenland bis zu seinem Tod im Jahr 1867 weiter.
Es ist erwähnenswert, dass Otto zwar der erste König des modernen, unabhängigen Griechenlands war, aber nicht der erste Herrscher, der den Titel ‚König von Griechenland‘ in der Geschichte trug. In der Antike und im Mittelalter gab es verschiedene Monarchen, die mit ähnlichen Titeln über griechische Territorien herrschten.
Quellenangaben und Literatur
dtv-Atlas Weltgeschichte (Band 2 – Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart)
THE GREEK REVOLUTION OF 1821: The Transition from Slavery to Freedom (Vassilios Moutsoglou)
The Greek Revolution: A Critical Dictionary (Paschalis M. Kitromilides)
Die Unabhängigkeit Griechenlands (Ruben Ygua)

Bleibe auf dem Laufenden: Für die neuesten Updates, Nachrichten und anderen Infos aus Kreta, setze ein Bookmark für unsere Seite, abonniere unseren Newsletter oder folge uns in den sozialen Medien: * Facebook * Instagram * Reddit * Linkedin * Pinterest * RSS-Feed