Das Weihkloster des Heiligen Georgs zu Selinari, Kirche Keragoniotissa in Latsida, das Kloster Agios Georgios Vrahassotis und die Bergroute zum Wald Akilakes über Malia.

Selinari
Weihkloster des Heiligen Georgs zu Selinari und Schlucht.
Das Weihkloster des Heiligen Georgs zu Selinari für Mönche und liegt inmitten der Schlucht Selinari, auf der Strecke zwischen Malia nach Neapoli.
Direkt vor dem Kloster verläuft die neue Schnellstraße und auch die alte Nationalstraße, welche von Iraklion nach Agios Nikolaos verläuft.
Aus diesem Grund kann das Kloster täglich viele Besucher empfangen, da sich in der Vergangenheit der Aberglaube eingenistet hat, dass jeder, der die Schlucht durchquert und nicht im Kloster Selinari anhält, von Pech heimgesucht wird. Deshalb hielten schon im Mittelalter die Reisenden mit ihren Lasttieren hier an, um eine Ruhepause einzulegen.

Die Schlucht, welche entlang des Hangs des Berges Selena verläuft, ist das natürliche Tor aus der Region von Lassithi zur Nordküste nach Iraklion.
Die Selinari-Schlucht verfügt über eine dichte Vegetation und ist die Heimat vieler Vogelarten und Greifvögel. Auch gab es hier einmal die seltene kretische Wildziege Kri-Kri, aber heutzutage ist sie leider nicht mehr in der Umgebung zu finden.
Der Sage nach wurde ein Mönch aus Rhodos mit dem Namen Nikolaos von Gott zur Schlucht von Selinari geleitet, wo er eine Ikone des Heiligen Georg fand und dort eine Kirche errichtete.
Nikolaos lebte in Selinari bis zu seinem Tode und wurde in einer kleinen Höhle, welche er selbst an der Spitze des Bergs Anavlohos in den Fels geschlagen hatte, begraben.
Einige Jahre nach seinem Tod traf ein Schiff aus Rhodos vor der Küste Kretas ein und die Seefahrer sollen von einem leuchtenden Stern zum Grab des Nikolaos geführt worden sein.
Die Seefahrer deuteten dies als göttlichen Hinweise, die sterblichen Überreste von Nikolaos nach Rhodos zurückzubringen.

Die Anavlohos-Höhle befindet sich auf der Ostseite der Schlucht, direkt gegenüber dem Kloster. Die genaue Stelle kann am Rand der Schlucht durch ein großes Kreuz erkannt werden und die Höhle ist auch zugänglich, aber über den steilen Pfad ist dies jedoch nicht einfach.
Während der osmanischen Herrschaft über Kreta sollen die Türken das Kloster angegriffen haben, was durch drei Kugeln in der alten Ikone des Heiligen Georgs bewiesen sein soll. Da das Kloster dabei nicht zerstört wurde, gilt dies seitdem als ein weiteres Wunder.

Ein Halt am schönen Kloster und in der herrlichen Schlucht von Selinari ist zu empfehlen. Die Mönche gelten als freundlich und willig, die Geschichte des Klosters zu erläutern.
Die Kirchen und Gebäude wurden nach und nach seit dem 20. Jahrhundert errichtet, während die Kapelle des Heiligen Georg aus dem 13. Jahrhundert stammt. Diese soll ursprünglich vom Nikolaos errichtet worden sein, hat aber heutzutage auch neuzeitliche Wandmalereien.
Neben einem Naturkunde-Museum wird auch ein modernes Pflegeheim betrieben, welches auf den Ruinen der alten Zellen der Mönche errichtet wurde.
Kirche Keragoniotissa

Die Kirche der Heiligen Jungfrau Maria ‚Keragoniotissa‘ bei Latsida.
Die Kirche der Jungfrau Maria ‚Keragoniotissa‘ liegt in der Nähe der Ortschaft Latsida kurz vor Neapoli, wenn ihr aus Richtung des Klosters Selinari kommt. Sie ist wunderschön umgeben von alten Eichen, welche dort seit Jahrhunderten stehen.
Die Kirche ist dem Schlaf der Jungfrau Maria gewidmet, deren großes Fest jährlich am 15. August gefeiert wird.

Bei einer vor kurzem stattfindenden Restaurierung wurden viele Gräber mit sterblichen Überresten innerhalb und außerhalb der Kirche gefunden.
Es ist ein kleine, einschiffige Kirche mit einem Tonnengewölbe. Sie hat einen in den Stein gehauen Türrahmen mit Türsturz und einer projizierenden Türkrone sowie einen freien, halbkreisförmig Entlastungsbogen.
Ursprünglich war die Kirche voller Fresken und Wandmalereien, aber jetzt sind nur noch Fragmente am Bogen über dem Altar zu sehen.
Die Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert, ist aber zumindest zweimal nach dem Zusammenbruch eines Großteils des Gebäudes restauriert worden.
In seiner Zählung der orthodoxen Kirchen und Klöster aus dem Jahr 1635 erwähnte Hieromönch Gabriel das Kloster der Jungfrau Maria und die Kirche erstmals.

Kloster Agios Georgios Vrahassotis

Das Kloster Agios Georgios Vrachasiotis und seine Geschichte sowie die weitere Route bis zum Wald Akilakes in den Bergen über Malia.
Das historische Kloster Agios Georgios Vrahassotis liegt in einer sehr schönen und waldreichen Gegend, 4 Kilometer vom Vrahassi und 5 Kilometer von der Nationalstraße Iraklion–Agios Nikolaos entfernt. Trotz der noch ausstehenden Arbeiten an der Asphaltstraße ist die Route gut zu befahren und ideal zum Wandern. Auf der anschließenden Bergroute, welche man entweder zu Fuß marschieren oder mit einem Geländewagen bzw. Quad-Bike befahren kann, kommt man bis zum Akilakes-Wald mit einer herrlichen Aussicht über Malia und das Meer.

Im Jahr 1540 wurde der Nordteil der heutigen Kirche Agios Georgios von Gedeon auf den Ruinen einer zuvor niedergebrannt Kirche erbaut, von welcher Teile heute noch sichtbar sind. Der südliche Teil mit der Kirche Agios Dimitrios wurde im Jahre 1558 errichtet. Seit dieser Zeit ließen sich zahlreiche Mönche nieder und das Kloster begann zu florieren.
Ein paar Jahrhunderte später, während der Zeit der türkischen Besatzung, ereigneten sich einige dramatische Ereignisse im Kloster. Wie es während der Daskalogiannis-Revolution von 1770 öfters vorkam, vergewaltigten einige türkische Boten die Schwester des Klostervorsteher Gabriel in der Nähe von Campi. Spät am Tag beschlossen sie wegen heftiger Regenfälle, die Nacht im Kloster zu verbringen. Zwischenzeitlich hatte Gabriel von der Vergewaltigung seiner Schwester erfahren, begrüßte die Gäste jedoch freundlich und führte sie in den Käsekeller. Mithilfe anderer Möche überwältigte er die Vergewaltiger und sie kochten diese in heißem Käse.
Anschließend versuchten sie die Leichen loszuwerden und warfen sie in eine Schlucht beim Berg Kolokyntha.
Klostervorsteher Gabriel bekam jedoch anschließend Schuldgefühle und beichte seine Sünde den Vorgesetzten im Kloster Agios Georgios Epanosifis. Auf der Suche nach den Tätern, welche verantwortlich für das Verschwinden ihrer Boten waren, misshandelten die Türken den Klostervorsteher von Epanosifis, bis sich dieser gezwungen sah, die Wahrheit zu verraten.

Daraufhin belagerten zahlreiche türkische Soldaten das Kloster Agios Georgios Vrahassotis, um Gabriel zu verhaften. Während dieser Kämpfe wurde eine Steinskulptur auf dem Glockenturm, welche St. George beim Töten des Löwen zeigt, getroffen. Das Loch, welches die Kugel verursachte, ist noch heute zu sehen.
Letztendlich gelang es den Türken Gabriel zu verhaften und sie überantworten ihn dem Maydani in Heraklion, um ihn zu hängen. Kurz vor Gabriels Hinrichtung fragte ihn der Scharfrichter, wie viele Türken er getötet habe. Dabei schlug Gabriel ihn nieder und tötete ihn, wobei er geantwortet haben soll: ‚Ich habe 99 Türken bisher getötet und jetzt sind es Einhundert !‘. Klostervorsteher Gabriel konnte trotzdem seinem Schicksal nicht entkommen und wurde am berühmten Eichenbaum des großen Castro (Schloss) gehängt.
Anschließend zerstörten die Türken den größten Teil des Klosters und versteigerten das zugehörige Land. Während der nachfolgenden Revolutionen dienten die Ruinen immer wieder als Zufluchtsorte für Freiheitskämpfer und im Jahre 1820 fand eine weitere Belagerung statt, bei der 18 Mönche getötet wurden.
Nach der kretischen Revolution erhielt das Kloster den größten Teil seines Landbesitzes wieder zurück. Das Kloster schloss endgültig im Jahr 1909.

Das Kloster wird seit einigen Jahren unter großen Anstrengungen rekonstruiert und wiederhergestellt. Zwischenzeitlich finden auch wieder Feste und Zeremonien wie Hochzeiten oder Taufen dort statt.
Bergroute vom Kloster zum Wald Akilakes über Malia

Wenn man vom Kloster Agios Georgios Vrahassotis aus weiter zu Fuß wandert oder über ein geeignetes Fahrzeug (Jeep, Quad-Bike, Mountainbike) verfügt, kann man über dem direkt dahinter liegenden Pass einer herrlichen Bergroute bis zum Wald Akilakes mit einem großartigen Blick über Malia und das Meer folgen.

Etwa auf halber Strecke biegt nach links (auf der Karte unten nach Süden) ein weiterer Weg noch höher die Berge nach Osten hinauf, welcher bis zu einer Schafskoppel und darüber hinaus verläuft und von wo man einen herrlichen Blick über Vrahassi bis zum Meer hat.

Das Ende des Weges durch den Akilakes-Wald liegt eine Kilometer weiter westlich. Kurz vor dem Ende wird der Weg zu schmal, um ihn mit einem Fahrzeug zu befahren. Dort kreuzt der Wanderweg E25 – kommend aus dem darunter liegenden Tal bei Krasi und weiter zur Selena-Bergspitze (Lassithi-Plateau) hochführend – und vereint beide Strecken für ein kurzes Stück. Am Ende des Pfades hat man einen schönen Ausblick über Chersonissos hinweg bis zur Insel Dia vor Iraklion.

Nicht weit im Südwesten von hier liegt Krasi mit der größten Platane Europas und weiter hinauf zum Lassithi-Plateau eines der meist verehrten und besuchten Klöster Kretas, das Kloster Panayia Kardhiotissa (Dame des Herzens).

Drohnenflug vom Wald Akilakes nach Krasi
Drohnenflug über Krasi mit seiner zweitausend Jahre alten und größten Platane Europas. Blick auf die Hochebene von Lasithi und Malia auf Kreta.
Mehr Fotos von der Kirche Agios Pandeleimon, dem Kloster Agios Georgios Vrahassotis und Umgebung und der Bergroute vom Kloster zum Wald Akilakes über Malia.
Wegbeschreibungen

Zur Karte mit den Wegbeschreibungen zur byzantinischen Kirche Agios Pandeleimon und Kloster Agios Georgios Vrahassotis:
Hier klicken: Wegbeschreibungen Agios Pandeleimon und Agios Georgios Vrahassotis.

Bleibe auf dem Laufenden: Für die neuesten Updates, Nachrichten und anderen Infos aus Kreta, setze ein Bookmark für unsere Seite, abonniere unseren Newsletter oder folge uns in den sozialen Medien: * Facebook * Instagram * Reddit * Linkedin * Pinterest * RSS-Feed