Kastelli und Umgebung

In der Umgebung von Kastelli, wo der neue Hauptflughafens Kretas entsteht, gibt es einiges zu entdecken: Die byzantinische Kirche Agios Pandeleimon bei Pigi, das antike Lyttos, das Kloster der Heiligen Marina Vóni, Töpferwerkstatt in Thrapsano, den Aposelemi-Staudamm mit dem versunkenen Dorf Sfendili, der Bau des neuen internationale Flughafens und die minoische Kreisstruktur auf dem Papoura-Hügel.

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Rechts die Landebahn des im Bau befindlichen Flughafens, links die Ortschaft Kastelli.

Die Region um Kastelli bei Heraklion mixt antike Geschichte mit lebendigen Traditionen und modernen Entwicklungen. Das kleine Dorf liegt ungefähr 35 Kilometer südöstlich von Heraklion im fruchtbaren Pediada-Gebiet.

Von den Ruinen der alten Stadt Lyttos bis zum neuen internationalen Flughafen von Heraklion – die Kastelli-Region überrascht Geschichtsfans wie neugierige Reisende. Hier gibt’s traditionelle Töpferwerkstätten in Thrapsano, wo Leute immer noch uraltes Handwerk pflegen, und das historische Kloster der Heiligen Marina Vóni.

Auch moderne Projekte wie der Aposelemi-Staudamm haben die Gegend verändert. Geschichten von versunkenen Dörfern wie Sfendili tauchen immer wieder auf.

Kastelli erkunden: Überblick und Lage

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Das traditonell geprägte Dorf Kastelli besteht überwiegend aus schmalen, engen Gassen.

Kastelli liegt mitten in der fruchtbaren Pediada-Region, etwa 35 Kilometer südöstlich von Heraklion. Die Gemeinde bietet kretische Kultur ganz ohne die typischen Touristenmassen.

Wo Kastelli liegt

Kastelli gehört zur Regionaleinheit Heraklion auf Kreta. Das Dorf findet man rund 35-36 Kilometer südöstlich der Stadt Heraklion.

Mit etwa 350 Metern Höhe thront es über dem Meeresspiegel. Rundherum breiten sich Olivenhaine und Weinberge aus.

Viele nennen den Ort Kastelli Pediadas. Das hilft, ihn von Kissamos zu unterscheiden, das manchmal auch Kastelli-Kissamos genannt wird.

Die nächsten Strände sind ungefähr 20 Kilometer entfernt – irgendwo zwischen Kato Gouves und Chersonissos. Kastelli selbst liegt ziemlich im Landesinneren.

Früher war Kastelli eine eigenständige Gemeinde. Seit 2011 gehört es zur größeren Gemeinde Minoa Pediada.

Die lokale Gemeinschaft und Kultur

In Kastelli leben die meisten Leute von der Landwirtschaft. Olivenbäume und Weinreben bestimmen den Alltag.

Laut Volkszählung 2011 wohnen 4.753 Menschen in der Gemeindeeinheit. Im Dorf selbst pulsiert das Leben im Herzen der Region.

Die Architektur ist typisch kretisch. Alte Häuser reihen sich an engen Gassen auf.

Einige byzantinische Kirchen mit alten Fresken schmücken die Umgebung. Sie erzählen von der religiösen Geschichte des Ortes.

Der Name Kastelli stammt von einer alten Burg, die schon lange verschwunden ist. Venezianische Kirchen wie die Erlöserkirche erinnern an die bewegte Vergangenheit.

Wie man nach Kastelli kommt

Kastelli Airport liegt direkt südlich vom Dorfzentrum. Besucher können bald dort landen und direkt loslegen.

Vom bisherigen Heraklion Airport sind es ungefähr 34 Kilometer bis Kastelli. Mit dem Auto braucht man nur 32 Minuten.

Der Chania Airport liegt weiter weg, etwa 182 Kilometer entfernt. Die Fahrt dauert rund 2 Stunden und 37 Minuten.

Die Straßen werden gut ausgebaut. Ein Mietwagen ist meistens am praktischsten, um flexibel zu sein.

Es gibt auch öffentliche Verkehrsmittel nach Heraklion. Die Busse fahren aber deutlich seltener als an die Strände.

Byzantinische Kirche Agios Pandeleimon bei Pigi

Agios Pandeleimon
Byzantinische Kirche Agios Pandeleimon bei Pigi (Kastelli).

Die byzantinische Kirche Agios Pandeleimon stammt aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts und beinhaltet viel ältere Elemente bis in die frühgriechische Zeit.

Der Hauptort der Region Pedhiadha ist Kastelli – oder vollständig (da es mehrere Orte mit diesen Namen auf Kreta gibt) Kastelli Pedhiadhos. Dies war ein angenehmer Ort für einen kurzen Aufenthalt vor Beginn des Flughafenbaus, welcher vornehmlich als landwirtschaftliches Zentrum der Region einen gewissen Wohlstand durch die Olivenhainen und Weinbergen auf den herumliegenden Hügeln erreicht hat. Weitgehend unberührt von touristischen Aktivitäten gibt es dort trotzdem eine gute Taverne und ruhige Unterkünfte, weit weg von der Hektik des Alltags.

Landschaft um Kastelli
Landschaft um Kastelli.

Allerdings ist die eigentliche Hauptattraktion die darum befindliche Landschaft, wo verwinkelte Wege – gesäumt von uralten Eichen und Platanen – verlaufen.

Die byzantinische Kirche Agios Pandeleimon liegt weniger als 3 km nördlich von Kastelli, abseits der Straße von bzw. nach Chersonissos und ist lediglich ausgeschildert mit ‚Byzantine church – Paradise Taverna‘. Die Kirche steht nicht im heutigen Ort Pigi (‚Quelle‘), welcher auf der Westseite der Straße liegt.
Von Mai bis Oktober ist die Kirche täglich von 9 bis 15 Uhr geöffnet und der Eintritt frei.
Sollte man nur Zeit für den Besuch einer der vielen Kirchen in der Gegend haben, so ist Agios Pandeleimon erste Wahl.

Das große Gebäude des dreischiffigen Gotteshauses mit einem Spitztonnengewölbe liegt unter einem Hain aus Eichen und Platanen, welcher in der Antike höchstwahrscheinlich schon ein heiliger Ort war.
Dem Baubefund zu urteilen, war die Kirche vermutlich ursprünglich als Kreuzkuppelkirche gebaut und anschließend, nach mehrfacher Beschädigung, zu der heutigen dreischiffigen Basilika umgebaut worden. Bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts waren die Westpartie und der bemerkenswerte dreiapsidiale Ostabschluß runiert. Die letzte Restaurierung erfolgte schließlich 1962, wobei unter anderem die drei unterschiedlich hohen, mit Spitzbogentonnen gewölbten Schiffe, je ein eigenes Satteldaxh erhielten.

Innerhalb der Kirche befinden sich verwitterte Fresken des Heiligen Soldaten an der Nordwand, sowie eine ungewöhnliche Szene, in der Agia Anna das Kind Maria stillt. Leider sind diese Fresken aus dem 13. und 14. Jahrhundert nur noch fragmentarisch erhalten geblieben.
Im Altarraum thront in der Apsiswölbung die ‚Panagia‘ mit dem Christuskind auf einem reich verzierten Sessel, darunter links und rechts die ‚Apostelkommunion‘. Im unteren Teil des Apsis feiern vier ‚Hierarchen‘ die Liturgie. Es sind auch Figuren verschiedener Heiliger erhalten.

Antikes Baumaterial
Antikes Baumaterial in der Südaußenwand.

Die Struktur der Kirche, welche wahrscheinlich aus dem beginnenden 13. Jahrhundert stammt, ist interessant in der Art und Weise, wie Teile der ursprünglichen Basilika aus dem 10. Jahrhundert integriert wurden und weitere Bauteile aus viel älteren Fragmenten bestehen, welche wahrscheinlich von Lyttos genommen wurden. Vor allen an der Südaußenwand sind Elemente von antiken und frühchristlichen Bauten sichtbar, darunter eine Marmortafel mit griechischer Inschrift und Teile von Grabsteinen aus römischer Zeit.

Antike korinthische Kapitellen als Stützpfeiler
Antike korinthische Kapitellen als Stützpfeiler in der Kirche.

Im Innenraum befindet sich – besonders auffallend – eine Säule im Nordschiff, welche aus vier korinthischen Kapitellen zusammengebaut ist.

Das Aquädukt, das einst Wasser in die dortige antike Stadt führte, befindet sich in unmittelbarer Nähe, und Teile davon können beim Herumfahren gesehen werden.
An diesem idyllischen Ort, direkt neben der Kirche Agios Pandeleimon, liegt auch die einfache, kleine ‚Paradise-Taverna‘, welche von der traditionellen Nikolaides-Familie (Katherina, nicht anzunehmende 80 Jahre alt und etwas jüngerer Ehemann mit einigen Deutschkenntnissen – leider jedoch kürzlich verstorben) geführt wird.
Noch ein Tipp: sollte die Kirche verschlossen sein, war es in der Vergangenheit möglich nach einer dortigen Bewirtung, dass der Schlüssel mit dem Verantwortlichen aus Pigi herbeigeholt wird.

Agios Pandeleimon Kirche
Ansicht von Norden Agios Pandeleimon Kirche.

map creteZur Karte mit den Wegbeschreibungen zur byzantinischen Kirche Agios Pandeleimon und Kloster Agios Georgios Vrahassotis:
Hier klicken: Wegbeschreibungen Agios Pandeleimon und Agios Georgios Vrahassotis.

Weitere Kirchen mit Fresken rund um Kastelli

Viele der Dörfer rund um Kastelli haben mittelalterliche Kirchen mit Fresken. Haltet nach Hinweisschildern Ausschau, wenn ihr in der Gegend herumfahrt. Die meisten sind ihren Besuch schon alleine wegen der Landschaften abseits der Hauptstraßen wert. Neben der herrlichen byzantinischen Kirche Agios Pandeleimon ist eine der bekanntesten die aus dem 15. Jahrhundert stammende Isodhia Theotokon – mit feinen byzantinischen Fresken – in der Nähe des Dorfes Sklaverohori, nur ein paar Kilometer westlich von Kastelli. Der Schlüssel ist in einem Haus mit einer Weinlaube, ca. 50 m vor der Kirche auf der rechten Seite, hinterlegt.

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Apenthis-Kirche (14. Jahrhundert) in Kastelli

Etwa 6 km weiter westlich, in einer Seitenstraße jenseits von Apostoli liegt Moni Angarathou in einer weiteren, herrlichen Lage. Obwohl die Kirche des Klosters erst aus dem 19. Jahrhundert stammt, gibt es die umliegenden Gebäude größtenteils schon seit dem 16. Jahrhundert. Diese verfügen über einen malerischen, weiß ummauerten Innenhof mit Palmen, Orangenbäumen und Zypressen.

Eine weitere Kirche ist Agios Yeoryios bei Ksidhas (ebenfalls auch als Lyttos bekannt, was zu Verwechselungen führen kann), ca. 3 km östlich von Kastelli, mit Fresken, welche durch eine Inschrift auf das Jahr 1321 datiert sind.

Antikes Lyctus (Lyttos): Geschichte und Ruinen

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Blick vom Hügel der antiken Stadt Lyttos. Links die Landebahn des neuen Flughafens und die Ortschaft Kastelli.

Die antike Stadt Lyctus zählt zu den ältesten und mächtigsten Städten Kretas. Sie liegt auf einem 656 Meter hohen Hügel nordöstlich des heutigen Lyttos (Xidas).

Die Ursprünge des antiken Lyctus

Homer erwähnte Lyctus schon vor langer Zeit. Hesiod hielt die Stadt sogar für den Geburtsort von Zeus.

Archäologen fanden Hinweise auf eine Besiedlung seit der Bronzezeit. In der minoischen Zeit blühte die Stadt richtig auf.

Aristoteles und andere Autoren meinten, Lyctus sei eine spartanische Kolonie gewesen. Sie diskutierten, wie stark die Stadt von Sparta geprägt war.

Die Lage zwischen Bergen und Ebene machte Lyctus zum Handelszentrum. Von hier aus sieht man bis zur Nordküste und aufs Ägäische Meer.

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Ausgrabungsarbeiten an der Akropolis von Lyttos.

Wichtige archäologische Stätten

Die Ruinen erstrecken sich über rund 100 Hektar. Für Besucher gibt es ein paar Highlights:

Akropolis: Ganz oben stehen noch Überreste römischer Gebäude und einer frühchristlichen Basilika.

Siedlungsgebiet Vorina: Am Nordhang der Akropolis entdecken Forscher verschiedene Siedlungsschichten.

Begräbnisstätte Alonas: Westlich der Akropolis – mit Bestattungsritualen aus dem 7. und 6. Jahrhundert v. Chr.

Heute stehen zwei kleine Kirchen auf dem Gelände: die Kirche des Heiligen Kreuzes und die des Heiligen Georg.

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Eine der beiden Kirchen auf dem Gelände des antiken Lyttos.

Höhepunkte der jüngsten Ausgrabungen

Das Lyktos Archaeological Project läuft seit 2021. Teams der New York University und Princeton University graben dort.

Sie haben viele Keramikfunde ausgegraben. Darunter sind Importe aus Attika und anderen ägäischen Regionen aus dem 6. bis 4. Jahrhundert v. Chr.

Römische Periode: Man hat eine Versammlungshalle und Statuensockel für Kaiser der Antoninischen Dynastie gefunden.

Frühchristliche Zeit: Auf der Akropolis steht eine große, reich verzierte Basilika, vielleicht einst Sitz des Bischofs.

Interessant: Knochenfunde deuten auf Festmahle hin. Sie könnten mit den berühmten Syssitia (rituellen Männermählern) von Lyctus zusammenhängen.

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Ausgrabungsarbeiten bei Lyttos.

Kloster der Heiligen Marina Vóni: Glaube und Erbe

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Kloster der Heiligen Marina Vóni

Das Kloster südlich von Voni zieht jedes Jahr am 17. Juli tausende Pilger aus ganz Griechenland an. Die Heilige Marina gilt als wundertätig, besonders Familien mit kranken Kindern suchen hier Trost.

Geschichte des Klosters

Das heutige Kloster entstand 1901 an der Stelle einer älteren venezianischen Kirche. Die ursprüngliche Kapelle war Teil eines größeren religiösen Komplexes, der sich über Jahrhunderte entwickelte.

Früher gehörte das Grundstück Chosref Aga. Später kaufte es John Kaparounakis aus Thrapsano.

Der Überlieferung nach gab es dort eine wundertätige Quelle mit heiligem Wasser. Sie machte den Platz noch bedeutender für Gläubige.

Heute gehört das Kloster zur Diözese von Arkalochori, Kastelli und Viannos. Es ist ein Nonnenkloster und spielt für viele Kreter eine große spirituelle Rolle.

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Kloster der Heiligen Marina Vóni

Religiöse Feste und Veranstaltungen

Das Hauptfest der Heiligen Marina steigt jedes Jahr am 17. Juli. Drei Tage lang kommen Gläubige zusammen – das Fest zählt zu den größten in ganz Griechenland.

Ungefähr 100.000 Menschen reisen aus allen Ecken von Kreta und vom Festland an. Viele pilgern zu Fuß, starten in Heraklion oder aus ihren Heimatdörfern.

Die Wanderung? Die kann schon mal zwei bis fünf Stunden dauern, je nach Startpunkt.

Besondere Merkmale des Festes:

  • Kilometerlange Autoschlangen führen zum Kloster
  • Viele Verkaufsstände säumen den Weg
  • Lokale Grillstände verkaufen Schweinespieße und Kapriko (geröstetes Schweinefleisch)
  • Tag- und Nachtpilgerungen finden statt

Die Heilige Marina gilt als Schutzpatronin kranker Kinder. Familien kommen oft mit der Hoffnung auf Heilung.

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Kloster der Heiligen Marina Vóni

Das Kloster heute besuchen

Das Kloster liegt ungefähr 500 Meter südlich von Voni, rund 25 Kilometer von Heraklion entfernt. Weinberge und Olivenhaine umgeben die Anlage.

Das Klima ist angenehm, im Sommer sogar kühler als in der Stadt. Viele Besucher spüren hier sofort eine besondere Ruhe.

Tipps für den Besuch:

  • Am besten morgens oder spät abends kommen
  • Während der Festtage ist es sehr überfüllt
  • Parkmöglichkeiten sind begrenzt
  • Angemessene Kleidung für religiöse Stätten tragen

Das Kloster hat bei Besuchern eine 5-Sterne-Bewertung. Die Mischung aus Spiritualität und schöner Landschaft bleibt einfach im Kopf.

Töpferwerkstatt in Thrapsano: Tradition in Ton

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Töpferwerkstatt in Thrapsano

Thrapsano liegt etwa 30 Kilometer von Heraklion entfernt. Das Dorf gilt als das größte Töpferzentrum Kretas.

Die Werkstätten produzieren heute noch große Krüge, die an die minoische Zeit erinnern.

Hintergrund der Töpferei in Thrapsano

Thrapsano blickt auf eine Töpfertradition bis ins 16. Jahrhundert zurück. Die reichen Tonvorkommen haben das Handwerk hier groß gemacht.

Heute arbeiten rund zwanzig Werkstätten im Dorf. Die Handwerker stellen Vorratsgefäße in allen Größen her.

Das Wissen geben die Familien seit Generationen weiter. Die berühmten Krüge sind das Aushängeschild der Region.

Während der osmanischen Zeit mussten die Töpfer eine Steuer zahlen. Sie verwendeten Ton vom Land des Grundbesitzers Elhaj Ali.

Das Dorf liegt auf 340 Metern Höhe. Die Tonqualität ist so gut, dass Thrapsano zu den wichtigsten Töpferzentren Griechenlands wurde.

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Traditionelles Töpfern

Besichtigung lokaler Töpferwerkstätten

Wer Lust hat, kann die Werkstätten direkt im Dorf besuchen. Die Fahrt von Heraklion dauert etwa eine Stunde.

Der Weg führt am Palast von Knossos vorbei und durch Weinberge. In den Werkstätten erleben Gäste, wie die Töpfer arbeiten.

Die Handwerker setzen noch immer auf alte Methoden. Viele Techniken sind seit Jahrhunderten fast gleich geblieben.

Öffnungszeiten hängen von der jeweiligen Werkstatt ab. Die meisten öffnen tagsüber, manche bieten Führungen an.

Die Preise sind ziemlich fair. Ein Krug mit 60-80 Litern kostet etwa 25 Euro.

Die Töpfer fertigen Gefäße von 5 bis 100 Litern an.

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Brennofen der Töpferwerkstatt

Praktische Töpfererfahrung

Mehrere Werkstätten bieten Workshops für Erwachsene und Kinder an. Teilnehmer lernen die Grundlagen direkt von den Profis.

Das jährliche EARTH WATER FIRE Festival läuft Anfang Juli. Es gibt Workshops, Vorführungen und Führungen – ideal für alle, die mal mit Ton arbeiten wollen.

Die Workshops dauern meist ein paar Stunden. Teilnehmer formen dabei eigene kleine Gefäße aus echtem kretischem Ton.

Familienbetriebe führen viele Werkstätten schon seit Jahrzehnten. Sie verbinden Tradition mit modernen Ideen.

Wer reinschaut, bekommt echte Einblicke in dieses alte Handwerk.

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Produkte zum Verkauf in der Töpferwerkstatt. Bemalte Tassen und kleine Krüge gibt es schon ab wenigen Euros.

Aposelemi-Staudamm und die Geschichte von Sfendili

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Der ziemlich ausgetrocknete Aposelemi-Damm im Oktober 2025.

Der Aposelemi-Staudamm ist Kretas größtes Wasserprojekt. Über 300.000 Menschen bekommen ihr Trinkwasser von hier.

Unter dem ruhigen Wasser liegt das versunkene Dorf Sfendili. Für den Damm musste das Dorf weichen.

Zweck und Auswirkungen des Aposelemi-Staudamms

Die Bauarbeiten am Aposelemi-Staudamm liefen von 2008 bis 2012. Er sollte die Wasserprobleme im Nordosten Kretas lösen.

Mit 61 Metern Höhe ist das der größte Staudamm der Insel. Das Reservoir fasst 27 Millionen Kubikmeter Wasser.

Versorgte Städte:

  • Heraklion
  • Agios Nikolaos
  • Hersonissos
  • 6 kleinere Gemeinden
  • 19 ländliche Dörfer

Der Damm sammelt Wasser vom Aposelemi-Fluss und den Bergen drumherum. Gerade im trockenen Sommer ist das Gold wert.

Mit dem wachsenden Tourismus brauchte Kreta dringend eine sichere Wasserversorgung. Der Damm hat die Wasserknappheit in der Region gestoppt.

Das versunkene Dorf Sfendili

Sfendili war ein kleines Dorf mit langer Geschichte. Die Familien lebten hier zwischen Olivenhainen.

Das Dorf lag zu tief, um es zu retten. Die Bewohner mussten alles zurücklassen, bevor das Wasser kam.

Wenn der Wasserspiegel sinkt, tauchen Teile von Sfendili wieder auf. Besucher entdecken dann alte Steinmauern und Straßen.

Was noch sichtbar ist:

  • Verlassene Steinhäuser
  • Alte Dorfstraßen
  • Kirchenruinen
  • Grundmauern von Gebäuden

Die Ruinen ziehen Fotografen und Geschichtsinteressierte an. Manche nennen Sfendili das „Atlantis von Kreta“.

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Sfendili, im Oktober 2025 ziemlich trockengelegt!

Umwelt- und gesellschaftliche Veränderungen

Der Damm hat den natürlichen Flusslauf des Aposelemi verändert. Das beeinflusste die örtlichen Ökosysteme spürbar.

Rund um das Reservoir sind neue Feuchtgebiete entstanden. Zugvögel und andere Tiere fühlen sich hier inzwischen wohl.

Die Umgebung passt sich langsam an. Wanderwege schlängeln sich durch die Hügel rund um den Damm.

Positive Entwicklungen:

  • Neue Lebensräume für Vögel
  • Touristische Attraktionen
  • Bessere Wasserversorgung
  • Wirtschaftswachstum in der Region

Der Stausee lockt inzwischen viele Besucher an. Die ruhige Landschaft und die Geschichte von Sfendili faszinieren einfach.

Auch die Dörfer in der Nähe profitieren vom neuen Tourismus. Trotzdem erinnert das versunkene Dorf immer an die Opfer, die Fortschritt mit sich bringt.

Der neue internationale Flughafen von Heraklion (Kastelli)

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Bau des Flughafenterminals (Oktober 2025)

Der neue Flughafen in Kastelli soll den alten Flughafen von Heraklion ersetzen. Die Eröffnung ist für Februar 2027 geplant.

Das Projekt liegt 39 km südöstlich von Heraklion. Man setzt auf moderne Ausstattung und nachhaltige Technik.

Flughafenentwicklung und Einrichtungen

Die Bauarbeiten sind schon zu 60 Prozent fertig. Der Flughafen entsteht auf einem Gelände von rund 1.500 Hektar.

Das Terminal bekommt eine Fläche von 93.000 Quadratmetern. Geplant ist eine LEED-Zertifizierung für nachhaltiges Bauen.

Der neue Flughafen liegt direkt neben dem noch aktiven Militärflughafen Kastelli. Er befindet sich zwischen den Dörfern Roussohoria im Westen.

Wichtige Merkmale:

  • Eröffnung geplant für Februar 2027
  • 60% der Bauarbeiten bereits fertig
  • Zweiter verkehrsreichster Flughafen Griechenlands
  • LEED-zertifiziertes Terminal

Das Terminaldesign nimmt Anleihen beim Minotaurus und beim Palast von Knossos. Der Name „Ariadne“ für das Projekt stammt direkt aus der griechischen Mythologie.

Auswirkungen auf lokale Gemeinden

Der neue Flughafen ersetzt den schon lange überlasteten Nikos Kazantzakis Flughafen in Heraklion.
Das bringt frischen Wind, aber auch ein paar Herausforderungen für die Region.

Für das Projekt gibt’s eine neue Autobahn.
Die macht die Verkehrsanbindung in der Gegend echt besser.

Positive Auswirkungen:

Die Dörfer drumherum spüren natürlich den zusätzlichen Verkehr.
Viele hoffen aber auf neue Geschäftsideen und Chancen.

Im Südosten Kretas dürfte der Tourismus ordentlich zulegen.
Hotels und Restaurants bereiten sich auf den Besucheransturm vor.

Reisetipps für den neuen Flughafen

Wer nach Kreta reist, sollte die neue Lage des Flughafens auf dem Schirm haben.
Kastelli liegt 39 km südöstlich von Heraklion, mitten im Inselinneren.

Die Fahrt nach Heraklion dauert etwa 45 Minuten.
Dank der neuen Autobahn läuft’s schneller und entspannter.

Transport-Optionen:

  • Mietwagen
  • Taxi
  • Busverbindungen
  • Private Transfers

Von hier aus kommt man fix zu historischen Orten.
Das antike Lyktos und andere Sehenswürdigkeiten liegen in der Nähe.

Der neue Flughafen bietet moderne Einrichtungen.
Wartezeiten lassen sich also etwas angenehmer überbrücken.

Es lohnt sich, ein bisschen früher da zu sein.
Gerade in den ersten Monaten nach der Eröffnung kann’s zu Verzögerungen kommen, bis alles rund läuft.

Minoische Kreisstruktur auf dem Papoura-Hügel

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Der Papoura-Hügel vom antiken Lyttos aus gesehen.

Archäologen haben eine ziemlich ungewöhnliche minoische Struktur auf dem Papoura-Hügel bei Kastelli entdeckt.
Die Ausgrabungen starteten während der Bauarbeiten für den neuen Flughafen.

Das kreisförmige Bauwerk stammt aus der Zeit zwischen 2000 und 1700 vor Christus.
Es gehört zur frühen minoischen Palastzeit.

Die Struktur misst rund 48 Meter im Durchmesser.
Sie nimmt etwa 1.800 Quadratmeter Fläche ein.

Technische Details:

  • 8 konzentrische Steinringe in unterschiedlichen Höhen
  • Ringdicke im Schnitt 1,40 Meter
  • Maximal erhaltene Höhe: 1,7 Meter
  • Zentraler Bereich: 15 Meter Durchmesser

Im Zentrum gibt’s vier abgetrennte Bereiche.
Die minoische Kreisstruktur auf dem Papoura-Hügel wirkt fast schon labyrinthisch.

Radiale Wände verbinden die einzelnen Ringe.
Schmale Durchgänge führen von Raum zu Raum.

Archäologen fanden viele Tierknochen vor Ort.
Das spricht für rituelle Nutzung – vermutlich kamen die Leute aus der Umgebung zu Zeremonien zusammen.

Die Lage auf 494 Metern Höhe ist ziemlich strategisch gewählt.
Von dort aus sieht man fast die ganze Pediada-Ebene.

Das Kulturministerium nennt den Fund „einzigartig für die minoische Archäologie“.
So etwas kennt man aus der Bronzezeit sonst nirgends.


Häufig gestellte Fragen

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In der Töpferwerkstatt in Thrapsano.

Oft kommen Fragen zu den antiken Ruinen von Lyctus, den Töpferwerkstätten in Thrapsano oder dem neuen Flughafen bei Kastelli auf.
Auch das Kloster Saint Marina Vóni und der Aposelemi-Stausee bieten Touristen spannende Erlebnisse.

Was ist die Geschichte hinter dem antiken Lyctus, und können Besucher es besichtigen?

Lyctus war eine bedeutende  Stadt in der Nähe von Kastelli.
Die Ruinen stammen aus der griechischen Antike und sind ziemlich gut erhalten.

Man kann die Überreste besichtigen und dabei in die minoische Welt eintauchen.
Die Stätte liegt ruhig und wirkt fast ein bisschen vergessen.

Die Ruinen erzählen vom einstigen Leben in einem wichtigen Zentrum.
Man findet verschiedene Fundamente und archäologische Strukturen.

Wo finde ich das Kloster Saint Marina Vóni, und was ist daran besonders?

Das Kloster Saint Marina liegt rund um Kastelli.
Die Hauptkirche ist der Heiligen Marina gewidmet.

Wer vorbeischaut, sieht typisch kretische Klosterarchitektur.
Das Kloster spiegelt die religiöse Geschichte der Region wider und lädt zum Innehalten ein.

Die Anlage steht für das spirituelle Erbe der Gegend.
Viele schätzen die ruhige Atmosphäre und die historische Bedeutung.

Ich habe gehört, Thrapsano ist berühmt für Töpferei; was sollte ich in der örtlichen Werkstatt erwarten?

Thrapsano ist für seine traditionellen Töpferwerkstätten bekannt.
Besucher erleben dort Handwerkskunst, die seit Generationen weitergegeben wird.

Man kann zusehen, wie Keramik und Tongefäße entstehen.
Die Töpfer zeigen gern, wie viel Fingerspitzengefühl dahintersteckt.

Viele Werkstätten verkaufen handgemachte Souvenirs.
Die Qualität der Keramik spiegelt die lange Tradition wider.

Ist es möglich, das versunkene Dorf beim Aposelemi-Stausee zu sehen, und was sollte ich vor dem Besuch wissen?

Sfendili, das alte Dorf, liegt unter dem Wasser des Aposelemi-Stausees.
Wenn der Wasserstand niedrig ist, tauchen manchmal Teile der alten Häuser wieder auf.

Der Stausee bietet tolle Ausblicke und Wanderwege.
Vor dem Besuch sollte man den Wasserstand checken, sonst sieht man vielleicht nur Wasser.

Die Gegend eignet sich super für Spaziergänge und Naturbeobachtung.
Das versunkene Dorf bleibt ein faszinierendes Beispiel moderner Infrastruktur.

Wann ist die beste Zeit, den neuen internationalen Flughafen von Heraklion für Touren zu besuchen?

Der neue Flughafen in Kastelli soll im Februar 2027 eröffnen.
Gerade laufen die Bauarbeiten, etwa 60% sind schon geschafft.

Vor der Eröffnung gibt’s keine öffentlichen Touren.
Danach können Besucher das 93.572 Quadratmeter große Terminal und die moderne Ausstattung anschauen.

Der Flughafen bekommt 19 Boarding-Gates und setzt auf nachhaltige Technik.
Wer sich für Führungen interessiert, sollte nach der Eröffnung 2027 mal nachfragen.

Welche Aktivitäten werden Touristen in der Region Kastelli von Heraklion, Kreta angeboten?

Die Region steckt voller historischer Stätten und kultureller Erlebnisse. Besucher können antike Ruinen entdecken oder in traditionellen Töpferwerkstätten stöbern.

Byzantinische Kirchen gibt’s hier auch zu sehen. Manche Leute verlieren sich gern in den engen Gassen mit dieser typisch kretischen Architektur.

Venezianische Kirchen wie die Kirche des Erlösers warten mit alten Fresken auf. Kastelli liegt ungefähr 36 km südöstlich von Heraklion-Stadt.

Die Strände sind ein Stück weg, etwa 20 km entfernt zwischen Kato Gouves und Chersonissos. Das passt vielleicht nicht jedem, aber so bleibt’s hier ruhiger.

Im Dorf selbst geht’s entspannt zu. Wer Lust auf authentische griechische Momente abseits der Touristenmassen hat, kommt hier ziemlich sicher auf seine Kosten.

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